«Kein Bock zu trainieren»
Ex-Weltmeister kritisieren Frankreichs Milliardenteam scharf

Frankreich und seine hochgelobte Offensive scheitern im WM-Halbfinal sang- und klanglos an Spanien. Es ist ein schwacher Auftritt der Bleus – entsprechend kritisch zeigen sich zahlreiche Experten nach dem Aus.
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Frankreich scheitert an der WM in Nordamerika im Halbfinal an Spanien.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Frankreich verliert WM-Halbfinal gegen Spanien
  • Erwartete Tore bei Frankreich laut Opta-Analyse mit 0,3 historisch tief
  • Nur drei Schüsse aufs Tor und Kritik an Team- und Trainingsmoral
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Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport

Über eine halbe Milliarde Franken ist die französische Offensive um Superstar Kylian Mbappé (27) wert – doch im WM-Halbfinal gegen Spanien bringt sie kaum etwas zustande. Nur drei Schüsse gibt sie auf das Tor von Unai Simon ab, wobei der Wert an erwarteten Toren am Ende bei 0,3 liegt.

So tief ist er in einem WM-Spiel der französischen Nationalmannschaft gemäss dem Analyse-Portal «Opta» seit dem Beginn der Aufzeichnungen vor 60 Jahren noch nie gewesen. Entsprechend hart gehen die TV-Experten verschiedener Sender nach der Partie mit dem eigentlichen Weltklasse-Sturm ins Gericht.

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«Das französische Team ist gar nicht angetreten. Unsere Top-Spieler hätten ihre Leistungen abrufen müssen und haben das nicht getan – nicht einer oder zwei, sondern alle im Kollektiv», sagt etwa Patrick Vieira (50), französischer Weltmeister von 1998, in seiner Funktion als WM-Experte des britischen Senders ITV.

«Spanier immer in Überzahl»

Von einer «technischen Lektion» spricht sein damaliger Teamkollege Emmanuel Petit (55) gegenüber dem französischen Sender RMC: «Die Spanier waren immer in Überzahl.»

Auch ausländische Experten zeigen sich enttäuscht vom Auftritt der Franzosen: «Die spanische Defensive hat Dembélé und Olise wirklich neutralisiert – Spieler, die immer da waren, wenn Frankreich Mühe hatte. Aber an einem der wichtigsten Tage haben sie das nicht getan», sagt Ex-Chelsea-Spieler Craig Burley (54) im US-Sender ESPN. Und für ITV-Experte Roy Keane (54) spielte Frankreich eher wie eine Ansammlung brillanter Einzelakteure statt wie ein Team.

Sogar Trainingsmoral wird hinterfragt

Es ist eine Kritik, die auch Christoph Kramer (35) teilt – und diese im ZDF deutlich ausformuliert: «Sie machen es nicht zusammen.» Das sei auch ein Versäumnis des scheidenden Trainers Didier Deschamps (57): «Wenn du mit Dembélé, mit Mbappé so viele internationale Top-Weltklasse-Leute hast, dann ist die grösste Aufgabe als Trainer wahrscheinlich, die bei Laune zu halten.»

Der ehemalige deutsche Nationalspieler und Weltmeister von 2014 hinterfragt gar die Trainingsmoral der Milliardentruppe: «Du siehst heute bei Frankreich im Anlaufverhalten, dass Spanien gegen sie ewig spielen kann. Nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil sie einfach keinen Bock haben, das zu trainieren, und du es deswegen nicht einstudieren kannst.»

Immerhin: Der Wille war bei Frankreich aus Kramers Sicht da, was auch die Laufwerte der Spieler unterstrichen – gebracht hat es den ideenlosen Bleus letztlich aber nichts. 

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