Darum gehts
- Fifa-Boss Gianni Infantino wegen gescheitertem Investorenplan für WM-Rechte im Kreuzfeuer
- Ex-Spieler Emmanuel Petit und Mikaël Silvestre teilen Kritik an Fifa-Führung
- Kameruner Samuel Eto'o lobt Infantino: Mehr Chancen für kleinere Nationen aus Afrika
Gianni Infantinos (56) gescheiterter Plan, kommerzielle Rechte an Weltmeisterschaften an Investoren zu verkaufen, sorgt für immer mehr Wirbel. Nach kontinentalen sowie nationalen Verbänden melden sich nun auch ehemalige Spieler zu Wort und schiessen gegen den Fifa-Boss.
Auf X macht Mikaël Silvestre (49) am Montag seinem Ärger in einer Mitteilung Luft. Der ehemalige Verteidiger wurde während seiner Zeit bei Manchester United zwischen 1999 und 2008 unter anderem fünfmal Premier-League-Meister und einmal Champions-League-Sieger. Für das Vorgehen Infantinos in der jüngsten Vergangenheit hat er klare Worte übrig: «Genug ist genug», leitet Silvestre seine Kritik ein.
«Als Spieler hat uns der Fussball alles gegeben und wir haben unser Leben dafür geopfert», so das Schreiben weiter. «Wir teilen genau dieselben Bedenken wie Millionen von Fans auf der ganzen Welt. Wie sie haben auch wir miterlebt, wie sich der Sport, den wir lieben, unter der derzeitigen Führung der Fifa immer weiter von seinen Grundwerten entfernt hat.»
Mikaël Silvestre sitzt derzeit im Fifa-Forum gegen Rassismus. Der Franzose ist nicht der einzige ehemalige Spieler, der sich vom Weltverband abwendet. Auch der Weltmeister von 1998, Emmanuel Petit (55), und die vierfache Fussballerin des Jahres, Lucy Bronze (34), teilen die Mitteilung in den sozialen Medien.
«Hat nichts falsch gemacht»
Allerdings haben sich nicht alle Ex-Stars gegen Infantino gewendet. Anders sieht es zum Beispiel Samuel Eto'o (45). In einem Interview mit dem US-Sender CNN stärkt der ehemalige Barça-Stürmer und Präsident des kamerunischen Fussballverbandes Infantino den Rücken. Gemäss Eto'o hat der Fifa-Boss «nichts falsch gemacht».
«Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass dieses Projekt für uns Afrikaner etwas Unglaubliches hätte sein können», sagt Eto'o im Gespräch mit CNN. «Es hätte das Kräfteverhältnis im Fussball neu ausbalanciert und dafür gesorgt, dass unsere Talente nicht verloren gehen und am Ende für andere Nationen spielen.»
Und weiter: «Infantino hat den Fussball verändert. Er hat Nationen, die zuvor keine Chance hatten, die Möglichkeit gegeben, am schönsten Turnier überhaupt, der Weltmeisterschaft, teilzunehmen. Er hat es kleineren Nationen ermöglicht, sich für diese Turniere zu qualifizieren. Er hat unserem Kontinent geholfen. Er hat dazu beigetragen, dass sich unsere Verbände viel schneller entwickeln konnten, und das müssen wir anerkennen.»



