Darum gehts
- Uefa und Concacaf planen gemeinsames Nations-League-Turnier ab 2028
- Turnier würde alle zwei Jahre stattfinden
- 96 Verbände sollen teilnehmen
Die Uefa und die Concacaf haben Gespräche über die Gründung eines gemeinsamen Nations-League-Turniers aufgenommen, an dem alle 96 Mitgliedsverbände aus Europa, Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik teilnehmen sollen.
Das tönt revolutionär – und wäre ein weiterer Affront gegenüber der Fifa. Laut «The Guardian» arbeiten die beiden Konföderationen an der Schaffung eines eigenen, zweijährlich stattfindenden Turniers, das bereits 2028 im Anschluss an die nächste Europameisterschaft Premiere feiern könnte.
Bereits im Zuge der Kontroversen um den Verkauf von WM-Rechten hatten sich die beiden Kontinentalverbände zusammengeschlossen, um auf die Absetzung von Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) zu drängen.
Neues Format verspricht Gelder für kleine Verbände
Auch die asiatische Fussball-Konföderation (AFC) soll Interesse an einem Beitritt zu einer solchen globalen Nations League geäussert haben. Die aktuell diskutierte Wettbewerbsstruktur bietet dafür ausreichend Flexibilität. Da die AFC im Gegensatz zur Uefa und der Concacaf bislang jedoch kein eigenes Nations-League-Format betreibt, bleibt eine asiatische Beteiligung vorerst ein langfristiges Projekt.
Die Verhandlungen befinden sich noch in einer frühen Phase und haben erst vor wenigen Wochen begonnen. Entsprechend steht die genaue Teamverteilung auf die einzelnen Ligen noch nicht fest. Das Konzept sieht jedoch vor, dass alle 96 Mitglieder der Uefa und der Concacaf eingebunden werden. Der Grossteil der Einnahmen soll zentral gepoolt werden, was insbesondere kleineren Verbänden beträchtliche Zusatzeinnahmen bescheren würde.
Final-Turnier im Sommer
Da die Begegnungen innerhalb der bereits festgelegten Länderspielfenster ausgetragen würden, ist offen, ob das Turnier überhaupt von der Fifa abgesegnet werden müsste. Angesichts der gesamten Fifa-Krise dürfte diese Frage jedoch ohnehin nebensächlich sein.
Das geplante Format soll die bestehenden internationalen Spieltermine ersetzen, nicht ergänzen. Um die Reisebelastung für die Teams kurz zu halten, würden die Partien in geografischen Blöcken ausgetragen. Die Ligaphase fände im September, Oktober und November statt, gefolgt von den K.o.-Spielen im März und dem Finalturnier im Juni.