Debatte um dritte oder vierte Amtszeit
Infantino hat ein Trump-Dilemma

Infantino will 2027 zum vierten Mal Fifa-Präsident werden. Doch die Statuten erlauben nur drei Amtszeiten. Er zählt seine erste nicht mit und beruft sich auf einen Fifa-Beschluss. Nun wird seine Kandidatur von Menschenrechtlern angefochten.
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Fifa-Präsident Gianni Infantino hat ein Trump-Dilemma um seine weitere Amtszeit.
Foto: IMAGO/APL

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Gianni Infantino will 2027 erneut als Fifa-Präsident kandidieren
  • Menschenrechtsorganisation Fairsquare argumentiert, vierte Amtszeit sei laut Statuten unzulässig
  • Infantino wurde 2016, 2019 und 2023 gewählt, laut Fifa-Beschluss zählt 2016 nicht
  • Uefa-Statuten haben im Unterschied zur Fifa klare Amtszeit-Regel
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Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Gianni Infantino (56) will 2027 erneut als Fifa-Präsident antreten – und könnte damit bis 2031 an der Spitze des Weltfussballverbands bleiben. Jetzt schaltet sich auch die Menschenrechtsorganisation Fairsquare ein und will das verhindern: Die Fifa-Statuten erlauben maximal drei Amtszeiten, argumentiert Fairsquare in einem Schreiben an die Fifa. Infantino wurde 2016, 2019 und 2023 gewählt. Eine vierte Amtszeit sei deshalb nicht zulässig.

Infantino argumentiert dagegen mit einem Fifa-Beschluss vom Dezember 2022. Seine erste Amtszeit 2016 sei nicht vollständig gewesen, weil er damals lediglich die verbleibende Amtszeit des zurückgetretenen Sepp Blatter (90) übernommen habe. 2027 wäre nach dieser Auslegung erst seine dritte Amtszeit.

FairSquare hält dagegen: Die Statuten würden nicht zwischen einer vollständigen und einer angebrochenen Amtszeit unterscheiden. Entscheidend sei, dass Infantino bereits dreimal gewählt wurde.

Trump-Parallelen

FairSquare nahm Infantino bereits im Dezember ins Visier. Die Organisation reichte eine achtseitige Beschwerde bei der Fifa-Ethikkommission ein und warf ihm wiederholte Verstösse gegen die politische Neutralität vor – unter anderem wegen seiner Nähe zu Donald Trump (80).

Der Amtszeitstreit erinnert an den US-Präsidenten, der wiederholt mit einer dritten Amtszeit geliebäugelt hat, obwohl der 22. Zusatzartikel der US-Verfassung eine Begrenzung auf zwei Wahlen vorsieht.

Der Unterschied ist allerdings entscheidend: Infantino kann sich auf einen bestehenden Fifa-Beschluss vom 16. Dezember 2022 in Doha berufen, der seine Interpretation stützt. Bei Trump ist die verfassungsrechtliche Grundlage für eine dritte Amtszeit deutlich schwieriger. Trump räumte unlängst selbst ein, dass das Gesetz gegen eine dritte Amtszeit «sehr streng» sei.

Uefa mit klarer Regel

Die Uefa, die Infantino zuletzt scharf kritisierte, hat sich zur konkreten Amtszeit-Debatte bislang nicht öffentlich geäussert.

Ihre eigenen Statuten sind in diesem Punkt eindeutig: «Jede angefangene Amtszeit zählt als eine volle Amtszeit», heisst es in Artikel 22.

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