Darum gehts
- Uefa plant neue Fifa-Struktur, Treffen in Salzburg mit Verbündeten
- Boykott der Herren-WM 2030 als Druckmittel gegen Gianni Infantino
- U20-Frauen-WM in Polen: Start am 5. September mit sechs europäischen Teams
Im Rahmen des Uefa-Supercups in Salzburg finden Treffen der Uefa-Spitze statt. Ziel der zahlreichen Meetings und Gespräche? Einen Masterplan auszuhecken, um die Fifa und ihren Präsidenten Gianni Infantino in Schach zu halten. Wie «The Guardian» berichtet, soll die Uefa gemeinsam mit ihren Verbündeten aus Asien sowie Nord- und Mittelamerika bereits an einem Grundsatzpapier für eine mögliche Neuordnung der Fifa arbeiten.
Im Mittelpunkt stehen dabei die künftige Rolle und Struktur des Weltverbands sowie ein neues Governance-Modell. Eine zentrale Frage ist demnach auch die Verteilung der finanziellen Mittel – ein Bereich, den Fifa-Präsident Gianni Infantino immer wieder als wichtiges Machtinstrument eingesetzt haben soll.
Neue Ordnung für neuen Präsidenten?
Wie die britische Zeitung weiter berichtet, könnte das Konzept auch zur Grundlage einer neuen Fifa-Führung werden. Voraussetzung wäre, dass sich für die Wahl im März 2027 ein Herausforderer findet und der amtierende Präsident sich den Reformplänen verweigert.
Dass Uefa, Concacaf und AFC auf einen Wechsel an der Spitze des Weltverbands hinarbeiten, gilt dabei längst als Tatsache. Nach dem Aus für den von Fifa-Präsident Gianni Infantino vorangetriebenen WM-Investorenplan hatten die drei Konföderationen ihren Widerstand erst am Montag mit einem gemeinsamen offenen Brief öffentlich verstärkt.
U20-Frauen-WM als Zerreissprobe
Als grosses Druckmittel auf Infantino setzt die Uefa eine Boykott-Androhung für Fifa-Wettbewerbe ein. Dabei steht vor allem die Herren-WM, die 2030 auf drei Kontinenten stattfindet, im Fokus. Doch die Androhung könnte aus den eigenen Reihen torpediert werden. Denn in weniger als einem Monat findet in Polen die U20-WM der Frauen statt. Und die Osteuropäer wollen von einem Boykott nichts wissen.
Der polnische Fussballverband sieht die Vorbereitungen für das Turnier weiterhin auf Kurs. Auf Anfrage des Sportinformationsdienstes erklärte der Verband, die Organisation liege «im vereinbarten Zeitplan» und befinde sich bereits in der letzten Phase. Hinweise auf einen möglichen Rückzug eines teilnehmenden Teams lägen derzeit nicht vor. Man gehe vielmehr davon aus, dass die bestehende Situation bald geklärt werde und das Turnier wie geplant stattfinden könne.
Das Turnier findet vom 5. bis 27. September statt. Aus Europa sind Polen, England, Frankreich, Italien, Portugal und Spanien dabei – die Schweiz hat sich nicht qualifiziert.