Darum gehts
- AFC, Uefa und Concacaf kritisieren Fifa in offenem Brief heftig
- Asiatischer Verband unterstützt erstmals Kritik an Verkauf von WM-Anteilen
- AFC mit 47 Mitgliedern könnte entscheidend für Fifa-Wahl 2027 werden
Es sind nur zwei Unterschriften – doch sie bieten einiges an Sprengpotenzial: Salman bin Ibrahim al-Chalifa (60) und Windsor John (65), Präsident und Generalsekretär des asiatischen Fussballverbands (AFC), unterzeichnen einen gemeinsam mit den Spitzen von Uefa und Concacaf verfassten offenen Brief, in dem die Fifa und deren Präsident Gianni Infantino (56) erneut heftig angegriffen werden.
«Führung im Fussball ist kein Besitz. Es ist eine Pflicht, der Fussballfamilie zu dienen, die einem das Vertrauen gegeben hat. Wenn dieses Vertrauen durch Täuschung gebrochen wird, wenn sich ein Individuum über das Kollektiv, das ihm das Vertrauen gegeben hat, stellt, ist diese Pflicht vernachlässigt worden», schreiben die drei Verbände in der Stellungnahme.
«Fundamentaler Vertrauensbruch»
Sie reagieren damit offenbar auf einen Brief der Fifa an die 211 Mitgliedsverbände, in dem der Weltfussballverband primär kommunikative Fehler eingeräumt hat. Zu wenig für die Kritiker: «Es gibt keine Anerkennung, dass der Versuch, einen Anteil an der Weltmeisterschaft zu verkaufen, eine grundsätzliche Fehlentscheidung war – nicht nur ein verfahrenstechnischer Fehltritt, sondern ein fundamentaler Vertrauensbruch», heisst es im Schreiben.
Dass der Vorschlag mit einem so engen Zeitplan und ohne vertiefte Konsultationen vorangetrieben worden ist, sei nicht die Folge eines Versehens, sondern eines Plans, genauere Überprüfungen zu verhindern. Das Fazit der drei Verbände: «Das sind nicht die Eigenschaften, die der Fussball von seiner Führung verdient.»
Gewichtige Stimme im Weltfussball
Klare Worte also, die vonseiten der europäischen und nord- und mittelamerikanischen Verbände kaum überraschen – beide haben sich in den vergangenen Wochen klar gegen die Investorenpläne der Fifa und von deren Präsidenten Infantino ausgesprochen. Pikant ist aber die Unterstützung des asiatischen Verbands, der sich bislang nicht klar positioniert hat. Mit 47 Mitgliedern hat er im Weltfussball aber eine gewichtige Stimme und könnte an der Fifa-Generalversammlung für die entscheidenden Mehrheiten sorgen.
Noch ist unklar, ob alle asiatischen Nationen mit dem Votum ihres Dachverbands einig sind. Sicher ist aber: Mit dem Votum der AFC ist die Luft für Infantino im Hinblick auf die Fifa-Präsidentschaftswahl im März 2027 noch einmal etwas dünner geworden.