Darum gehts
- Mexiko hat sich mit dem eigenen Kontinentalverband Concacaf zerworfen
- WM-Co-Gastgeber könnte zum südamerikanischen Conmebol wechseln
- Gianni Infantino schlägt dazu Kuhhandel vor, ohne Garantie abgeben zu können
Erst gerade trug Mexiko zusammen mit Kanada und den USA die WM aus, nun könnte sich das Land aus Nordamerika verabschieden. Zumindest mit Blick auf den Fussball. Denn der mexikanische Verband FMF liegt mit der Concacaf im Clinch. Als stärkste Fussballnation bringt man dem Kontinentalverband für Nord- und Mittelamerika und der Karibik am meisten Geld ein, verdient daran jedoch zu wenig und geniesst nicht genügend Mitspracherecht. So zumindest die Gefühlslage aufseiten des FMF, der sich als einzige Concacaf-Nation hinter Infantino stellt.
Wie der mexikanische Journalist Martin del Palacio auf X schreibt, hat der Verband die Schnauze voll, seit der Concacaf Netflix auf direktem Weg die Rechte am Gold-Cup verkaufte und die eigenen TV-Sender nicht einmal die Chance erhielten, darum zu bieten. Mittlerweile herrsche Funkstille zwischen den beiden Streitparteien. Ein Fifa-Mitglied, das im eigenen Kontinentalverband mächtig Frust schiebt? Ein gefundenes Fressen für Gianni Infantino, der um seine Wiederwahl als Fifa-Präsident bangt und jede Stimme benötigt.
Lässt sich Mexiko auf unsicheren Kuhhandel ein?
Um sich weiterhin die Unterstützung des FMF zu sichern, soll der Walliser laut del Palacio einen Plan geschmiedet haben. Mexiko soll Infantino an der Präsidentschaftswahl im März 2027 wählen und im Gegenzug zum südamerikanischen Conmebol wechseln dürfen. Dies würde allerdings die Einwilligung vom Concacaf erfordern, was aufgrund der finanziellen Bedeutung Mexikos unwahrscheinlich ist. Also müsste Infantino die Statuten ändern, sofern dies mit den künftigen Machtverhältnissen auch möglich wäre.
Nur so könnte die Nationalmannschaft an der lukrativen Copa América teilnehmen und die Vereine in der Copa Libertadores und Copa Sudamericana auflaufen – zusätzlich zum nordamerikanischen Leagues Cup, einem Wettbewerb zwischen mexikanischen und MLS-Vereinen. Auch erhielte Mexiko mehr Geld, da zum Beispiel WM-Einnahmen des Kontinentalverbands durch dann 11 statt wie im Concacaf aktuell durch 41 geteilt würden. Zudem schielt Mexiko auf die Klub-WM, die nächstes Mal 2029 stattfindet und noch ohne Gastgeber ist.
So eigenartig diese Pläne auch erscheinen: Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Nation den Kontinentalverband wechselt. Australien gehörte bis zum 1. Januar 2006 zu Ozeanien, läuft seit nunmehr 20 Jahren aber als asiatisches Mitglied auf. Und auch in der Uefa gibts ein Land, das auf keiner Weltkarte zu Europa zählt. Israel wurde 1994 aufgenommen, nachdem es davor aus dem asiatischen Verband ausgeschlossen worden war.