«Sie freuen sich mehr darauf, Messi-Trikot zu bekommen»
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Lehmann kritisiert Nati stark:«Sie freuen sich mehr darauf, Messi-Trikot zu bekommen»

«Die Schweizer machen sich zu klein»
DFB-Legende Lehmann erklärt seine Nati-Kritik

Mit einem Seitenhieb hat Jens Lehmann die Nati provoziert. Er kritisiert ihre Mentalität und traut ihnen keinen Sieg gegen Argentinien zu. Granit Xhaka widerspricht gelassen, während auch Murat Yakin Lehmanns Worte relativiert.
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Jens Lehmann traut der Schweiz gegen Argentinien nicht viel zu.
Foto: IMAGO/Ulrich Wagner

Darum gehts

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  • Jens Lehmann kritisiert Schweizer Mentalität vor Viertelfinal gegen Argentinien
  • Er lobt Xhaka, kritisiert jedoch Kobels Entwicklung
  • Xhaka und Yakin halten wenig von Lehmann-Kritik

Mit seinem Seitenhieb gegen die Nati hat Jens Lehmann (56) in der Schweiz für Schlagzeilen gesorgt. In der WM-Sendung von Welt TV sagte der Ex-DFB-Goalie: «Ich glaube, die Schweizer freuen sich am meisten darauf, irgendwie nach dem Spiel von Messi vielleicht ein Trikot zu bekommen oder so.»

Auf Anfrage von Blick relativiert Lehmann seine Aussage zunächst. «Die Schweizer sind besser, als sie manchmal selbst denken.» Trotzdem glaubt er nicht an den Coup gegen Argentinien. Das habe mit der Mentalität zu tun. «Aus meiner Wahrnehmung denken sie manchmal zu klein. Sie denken: ‹Das Viertelfinal reicht ja.› Anstatt zu sagen: ‹Die putzen wir jetzt auch.›» Den Unterschied macht Lehmann an der Denkweise fest: «Wir Deutschen glauben zumindest immer noch, dass wir jeden schlagen können, auch wenn wir das nicht mehr können.»

«Kobel könnte noch viel mehr»

Damit argumentiert Lehmann ähnlich wie José Mourinho (63), der in einem Ochsner-Sport-Werbespot ebenfalls die Schweizer Mentalität hinterfragte. «Alles beginnt mit einem Gedanken», sagt Lehmann. «Wenn du wirklich glaubst, dass du Argentinien schlagen kannst, hast du eine Chance. Wenn du aber denkst: ‹Wir sind schon zufrieden, dass wir gegen Argentinien spielen dürfen›, dann gewinnst du natürlich auch nicht.»

Einen Spieler nimmt Lehmann von seiner Kritik aus: Granit Xhaka. «Es braucht immer ein, zwei oder drei Spieler, die diesen Glauben in eine Mannschaft tragen können. Und Granit ist mit Sicherheit einer davon.» Weniger gut kommt dagegen Gregor Kobel weg. Lehmann stand zwischen 1999 und 2003 selbst im Tor von Borussia Dortmund und arbeitete später in Augsburg kurz mit ihm zusammen. «Ich finde, Gregor bleibt unter seinem Potenzial. Er könnte noch viel mehr.»

«Ihr seid da wohl eher ein wenig romantischer»

Das Problem aus Lehmanns Sicht: Kobel denke ebenfalls «zu schweizerisch». «International könnte er wahrscheinlich noch zu einem grösseren Verein wechseln. Wenn er jemanden hätte, der ihm mal richtig in den Hintern tritt und schaut, ob er den nächsten Schritt macht oder auf diesem Level bleiben will.»

Lehmann versteht auch nicht, weshalb Kobel lange nur Ersatzgoalie in der Nati war. «Er hätte eigentlich schon vor vier Jahren die Nummer eins sein müssen.» Dass Yann Sommer selbst nach dem 1:6 gegen Portugal an der WM 2022 die Nummer eins blieb, kann er nicht nachvollziehen. «Die Schweizer sind da wohl eher ein wenig romantischer und werten die Verdienste mehr. In Deutschland würde das nicht passieren. Wenn ein Torhüter sechs Gegentore kassiert, wird er sofort kritisch hinterfragt. Ich glaube nicht, dass er dann noch lange die Nummer eins wäre.»

Xhaka und Yakin halten wenig davon

Auch an der Pressekonferenz vor dem Viertelfinal sind Lehmanns Aussagen gegenüber Welt TV Thema. Xhaka reagiert gelassen. «Ich kenne Jens sehr, sehr gut. Er war bei Arsenal ein Trainer von mir», sagt der Nati-Captain. Viel Gewicht misst er dessen Aussagen aber nicht bei. «Wir können nicht beeinflussen, was von aussen kommt, sondern nur das, was auf dem Platz passiert. Darum lassen wir solche Meinungen einfach so stehen.»

«Wir können nicht beeinflussen, was von aussen kommt»
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Xhaka über Lehmann:«Wir können nicht beeinflussen, was von aussen kommt»

Murat Yakin korrigiert Xhaka daraufhin umgehend. «Können wir das noch kurz korrigieren? Er war nicht dein Trainer. Er hatte eine Funktion im technischen Staff …» Eine bewusste Klarstellung von Yakin, der selbst nicht allzu viel von der Experten-Meinung Lehmanns zu halten scheint.

Lehmann hat Yakin aber etwas voraus. Er weiss, wie man Argentinien in einem WM-Viertelfinal schlägt. 2006 gelang ihm das mit Deutschland im Penaltyschiessen. Sein Rezept für die Nati: «Die Argentinier sind hart. Man muss noch härter spielen, sonst verstehen sie es nicht. Dann ticken sie schnell aus. Sie können zwar einstecken, aber wenn der Gegner dieselbe Härte zeigt, mögen sie das überhaupt nicht. Sie sind es gewohnt, selbst härter zu sein als die anderen.»

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