Darum gehts
In Sachen Wirtschaftlichkeit ist der FC St. Gallen europäische Spitze. Mit einer Eigenkapitalquote von knapp 60 Prozent liegen die Espen auf Rang 18. Noch vor dem grossen FC Bayern München.
Sportlich hingegen ist Grün-Weiss eine graue Maus. Rang 227 im Uefa-Ranking. Hinter Giganten wie Levadia Tallinn aus Estland, Inter Club d’Escaldes aus Andorra und Buducnost Podgorica aus Montenegro. Immerhin, und das hat keiner der genannten Vereine geschafft, hat sich der FCSG im Sommer vor einem Jahr für die Gruppenphase der Conference League qualifiziert – und wichtige Punkte für die aktuelle Fünfjahreswertung der Schweiz gesammelt.
Gar nicht im Ranking aufgeführt sind der FC Sion und der FC Thun. Weil die Walliser seit 2017 nicht mehr unter internationalem Scheinwerfer standen. Und die Berner Oberländer seit sieben Jahren nicht mehr. Einzig Lugano hat es von den vier aktuellen Schweizer Europacupteilnehmern in die Top 100 geschafft: Rang 97. Auf demselben Rang wie Omnisia Nikosia. Die zuverlässigsten Punktelieferanten der letzten Jahre, Basel und YB, sind hingegen zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit nicht dabei.
Absturz auf Rang 20 droht
Das sind nicht die besten Voraussetzungen, um in der kommenden Saison Punkte im Uefa-Ranking gutzumachen. Im Gegenteil. Der Super League droht der Totalabsturz! Bis auf Rang 20 könnte die Schweizer Liga zurückfallen. Weil einzig Lugano in der Conference-League-Quali bis zum Schluss gesetzt sein wird.
Champions-League-Quali
Hinspiel 21./22. Juli: Thun – Dinamo Zagreb
Rückspiel 28/29. Juli: Dinamo Zagreb – Thun
Europa-League-Quali
Hinspiel: 23. Juli: St. Gallen – Benfica Lissabon
Rückspiel: 30. Juli: Benfica Lissabon – St. Gallen
Conference-League-Quali
Hinspiel: 23. Juli: Sion – Borissow/Elbasani
Rückspiel: 30. Juli: Borissow/Elbasani – Sion
Hinspiel: 23. Juli: Lugano – KF Dukagjini
Rückspiel: 30. Juli: KF Dukagjini – Lugano
Champions-League-Quali
Hinspiel 21./22. Juli: Thun – Dinamo Zagreb
Rückspiel 28/29. Juli: Dinamo Zagreb – Thun
Europa-League-Quali
Hinspiel: 23. Juli: St. Gallen – Benfica Lissabon
Rückspiel: 30. Juli: Benfica Lissabon – St. Gallen
Conference-League-Quali
Hinspiel: 23. Juli: Sion – Borissow/Elbasani
Rückspiel: 30. Juli: Borissow/Elbasani – Sion
Hinspiel: 23. Juli: Lugano – KF Dukagjini
Rückspiel: 30. Juli: KF Dukagjini – Lugano
Meister Thun müsste drei Quali-Runden überstehen, um es zum zweiten Mal in der Geschichte in die Königsklasse zu schaffen. Bereits in der ersten wartet mit Dinamo Zagreb ein unüberwindbar scheinender Gegner. Scheitern die Berner Oberländer dort, würde man in die EL-Quali rutschen und dort in der ersten Runde auf machbare Gegner wie Kairat Almaty und Flora Tallinn treffen. In den Playoffs aber würden Klubs wie Benfica, die Glasgow Rangers oder Salzburg warten. Zumindest hätte Thun bei diesem Szenario die Conference-League-Gruppenphase auf sicher.
Apropos Benfica: Auf die trifft der FC St. Gallen in der ersten Runde. Scheitert man dort, würden in der Conference-League-Quali Gegner vom Kaliber Braga, Ajax, Kopenhagen oder Rapid Wien warten.
Auch Thun hat die Conference-League-Gruppenphase trotz Meistertitel nicht auf sicher. Sollte man in den ersten beiden Quali-Runden scheitern, müsste man in die Playoffs und wäre aufgrund des sehr tiefen Koeffizienten ebenfalls nicht gesetzt. Die Gegner aber wären machbar – und sind vom Kaliber der beiden Meister The New Saints (Wales) und Larne (Nordirland).
Vier Teams bringt Vorteile
Zumindest dieser Fakt stimmt optimistisch, dass die Super League nächste Saison unter europäischem Scheinwerfer nicht komplett verglühen wird. Dass nur vier statt wie zuvor fünf Klubs am Europacup teilnehmen, sorgt ebenfalls für Hoffnung. Oder um es mit den Worten der Swiss Football League (SFL) zu sagen: «Dadurch hat jeder gewonnene Punkt für die Schweiz mehr Gewicht, da er nur durch vier geteilt wird. Das eröffnet die Chance, mit positiven Ergebnissen im Uefa-Ranking Boden gutzumachen.»
Gleichzeitig bestehe aber auch das Risiko, bei einem frühen Ausscheiden den Anschluss in der Fünfjahreswertung weiter zu verlieren, so die SFL auf Anfrage: «Das frühe Einsteigen in die Qualifikationsrunden ist deshalb eine grosse Herausforderung. Entscheidend wird sein, wie viele Schweizer Teams den Sprung in eine Ligaphase schaffen und dort konstant punkten. Nur so kann der grosse Rückstand auf Rang 15 verkleinert werden.»
Die Realität aber heisst wohl eher: weiter bloss vier statt fünf Teams, die sich für den Europacup qualifizieren dürfen.
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