YB muss Spieler loswerden
Wer gehen will – und wer verkauft werden soll

YB ist mit einem XXL-Kader in die Saison gestartet. Mit zum Beispiel fünf (!) Rechtverteidigern. Es soll von 30 auf rund 25 verkleinert werden. Hier die grosse Übersicht: Wer muss gehen? Wer soll gehen? Wer will gehen?
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Darum gehts

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Alain KunzReporter Fussball

Der Saisonstart von YB ist mit einem Sieg gegen Sion geglückt. Chief Sports Christoph Spycher will dieses 4:2 gegen ein gutes Sion aber nicht überbewerten. Getreu dem YB-Motto für diese Spielzeit: «Es geht nichts über den Erfolg des Teams. Niemand darf persönliche Interessen darüber stellen.»

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Isaac Schmidt (l.) ist die neue Nummer eins für hinten rechts, Facinet Conte die YB-Blackbox.
Foto: Pius Koller

Die Baumeister dieses 4:2? Doppeltorschütze Samuel Essende (28) und zwei letzte Saison ausgeliehen gewesene Spieler, deren Leihklubs die Option auf eine definitive Übernahme nicht eingelöst haben: Lewin Blum (25, war in Charleroi) und Kastriot Imeri (26, war in Thun). Lange dürften die beiden das YB-Dress indes nicht mehr tragen. Und da sind wir auch schon mittendrin in der Entwirrung des XXL-Kaders von YB. Denn für beide gilt: Sie wollen weg! Weil ihnen die Perspektive fehlt, auf ihrer Position die Nummer eins zu werden. Und dies ist keineswegs eine emotionale Einschätzung aufgrund des «Wegschickens» letzte Saison, sondern das Ergebnis einer ganz sachlichen Analyse des Kaders und der Optionen der einzelnen Spieler. Die nicht nur die YB-Bosse um Spycher, Transferchef Mathieu Beda und Chefscout Stéphane Chapuisat getan haben – sondern auch wir.

Wie bald sieht man Facinet Conte?

Und da stellt auch Spycher fest: «Das Kader ist noch zu gross. Aber in den dreissig sind der Langzeitverletzte Kreuzbandriss-Rückkehrer Ryan Andrews (21) enthalten, den wir in diesem Jahr leider kaum auf dem Rasen sehen werden, und Facinet Conte (21), der extrem lange verletzt war.» Der Guineer hatte sich vor zwei Jahren unmittelbar nach seinem Transfer die Kreuzbänder gerissen und dann eine Komplikation nach der anderen hinnehmen müssen. Spycher: «Er kann wieder voll mittrainieren. Einen Comeback-Zeitplan gibt es aber nicht. Wir gehen das mit der gebotenen Vorsicht an. Der erste Return-to-play-Check war positiv. In drei, vier Wochen erfolgt der nächste. Dann sehen wir weiter.» Das mathematische Kaderziel in einer Saison ohne europäisches Geschäft seien, so Spycher, 25 bis 26 Spieler. Die Details:

Goalies

Alles klar. Ein Transfer von Marvin Keller (24) ist nicht zu erwarten. Er ist die klare Nummer eins. Joël Mall (35) die zwei und der ewig loyale Dario Marzino (29) die drei.

Innenverteidiger

Auch hier ist alles klar. Die vier heissen Cédric Zesiger (28), Sandro Lauper (29), Gregory Wüthrich (31) und Loris Benito (34). Zwei für links, zwei für rechts. Speziell: Benito ist Captain geblieben, dürfte aber nur noch selten spielen, weil Neuzugang Zesiger gesetzt ist und als Vizecaptain das Team auch aufs Feld führt.

Rechtsverteidiger

Da gibts das Fünferpaket! Die Nummer eins wird Neuzugang Isaac Schmidt (26) werden. Einen Nationalspieler, den man sich rund 1,5 Millionen kosten lässt, hält man nicht als Backup. Auch wenn Spycher sagt: «Es haben alle die gleiche Chance. Wir sehen den Konkurrenzkampf als leistungsfördernd: Lewin hat gegen Sion ein gutes Spiel gemacht.» Schmidts Transfer bedeutet aber: Blum wäre Dauerreservist, und das ist nicht sein Anspruch. Weshalb er gehen will. Routinier Saidy Janko (30) könnte den Klub demnächst verlassen. Dann würde der neu unter Vertrag genommenen Ex-U21-Captain Benjamin Kabeya (25), der sich, so Spycher, dies leistungsmässig verdient habe, die Nummer zwei werden, zumindest so lange, bis Andrews zurück ist.

Linksverteidiger

Da stehen vier unter Vertrag. Wobei die Situation klar ist. Jaouen Hadjam (23) soll verkauft werden. Spycher deutet denn darauf hin, dass es für den Algerier einen Markt gebe. «Wir hätten ihn wohl ohne seine Verletzung schon im Winter verloren. Nun muss noch der eine oder andere Dominostein im Mercato fallen, bis er an der Reihe ist. Und sollte kein für alle beteiligten Parteien passendes Angebot kommen, freuen wir uns, einen solch tollen Spieler weiterhin bei uns zu haben.» Klappts mit einem Transfer, wird wohl der junge Serbe Stefan Bukinac (21) die Nummer eins. Mit dem noch jüngeren Olivier Mambwa (17) als Konkurrenten, der ihm auf die Pelle rücken soll. Mambwas Management erwartet jedenfalls ein faires Duell um die Stammposition. Den Glauben an Rhodri Smith (19) hat YB nicht verloren, trotz einer mittelprächtigen Halbjahres-Leihe zu Winterthur. «Es laufen Gespräche über eine nächste Ausleihe. Aber Rhodri wird nicht verkauft», unterstreicht Spycher.

Zentrales Mittelfeld defensiv

Alles klar! Edimilson Fernandes (30) und Armin Gigovic (24) sind gesetzt. Dominik Pech (19) ist Backup und Lauper die valable Alternative, sollte Not am Mann sein.

Zentrales Mittelfeld offensiv

Der Zeitpunkt für einen Verkauf von Supertalent Alvyn Sanches (23) ist ungünstig. Er soll bei YB zuerst voll durchstarten und seinen Marktwert – auch als Natispieler – erhöhen. Deshalb bleibt er. Und versperrt damit Imeri die Aussicht auf die Nummer eins. Und weil die Konkurrenz auf den Flügeln gross ist, wird der Genfer gehen.

Flügel

Mit Christian Fassnacht (32), Joël Monteiro (26), Alan Virginius (23), Darian Males (25) und dem jungen Edin Etoski (19) buhlen fünf Spieler um zwei Plätze. Virginius war ein Verkaufskandidat, doch seine Adduktorenverletzung aus dem Sion-Spiel dürfte diese Pläne für dieses Jahr zerschlagen haben. So sind Fasi und Monteiro gesetzt. Wobei Letzterer ein ewiger Auslandkandidat zu werden droht. «Er hat, wie Alvyn, das Potenzial für eine Topliga. Doch das Projekt muss stimmen. Ein Transfer soll keine Sackgasse werden», sagt Spycher umsorgend. Males hatte Pech mit einer hartnäckigen Krankheit und einer Verletzung in der Vorbereitung, wird aber wieder auf seine Minuten und Skorerpunkte kommen. «Grundsätzlich sind wir mit allen Spielern und ihren Agenten im Austausch. Es gilt das Leistungsprinzip. Und so lange ein Spieler bei YB ist, soll er die volle Unterstützung erhalten, um seine besten Leistungen zu zeigen», so Spycher.

Sturmspitze

Gesetzt ist natürlich Essende. Dahinter ist Emmanuel Tsimba (20) ein Wackelkandidat als Nummer zwei. «Wir hatten uns mehr Spielzeit von seiner Ausleihe zu GC erhofft», sagt Spycher. «Mal schauen, was das Beste für ihn ist. Vielleicht eine erneute Leihe, damit er zu seinen dringend benötigten Einsatzminuten kommt.» Zurück ist auch Sergio Cordova (28), den die YB-Fans zur Hassfigur werden liessen, weshalb er im Februar zu St. Louis City in die MLS ausgeliehen wurde und keine Zukunft bei YB hat. «Eine Veränderung ist hier wahrscheinlich die beste Lösung», sagt Spycher. Soll nicht Monteiro der Essende-Backup werden, und weil Conte eine Blackbox ist, müsste auf dieser Position noch etwas gehen.

So oder so: YB hat ein Kader, mit dem jedes andere Ziel als der Meistertitel – trotz der letzten Saison – eine Mogelpackung wäre.

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
BSC Young Boys
BSC Young Boys
1
2
3
2
FC Thun
FC Thun
1
2
3
3
FC Lugano
FC Lugano
1
1
3
3
FC St. Gallen
FC St. Gallen
1
1
3
5
FC Basel
FC Basel
1
1
3
6
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
1
0
1
6
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
1
0
1
8
FC Vaduz
FC Vaduz
1
-1
0
8
FC Zürich
FC Zürich
1
-1
0
10
Servette FC
Servette FC
1
-1
0
11
FC Sion
FC Sion
1
-2
0
12
FC Luzern
FC Luzern
1
-2
0
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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