GC-Chaoten attackieren den eigenen Teambus
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Eskalation nach Cup-Blamage:GC-Chaoten attackieren den eigenen Teambus

Nach Krawall in Lausanne
GC droht in der Barrage ein Geisterspiel

Das eigene Stadion durch Metallica besetzt. Im Tessin wegen Angst vor Fangewalt nicht willkommen. Welche Optionen die Grasshoppers jetzt noch haben. Und welche Schuld die Liga trifft.
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Diese Szenen bringen die Grasshoppers in Schwierigkeiten: Im Cup-Halbfinal fliegt Feuerwerk aus der GC-Kurve aufs Spielfeld.
Foto: Pascal Muller/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Polizei verbietet GC-Barrage-Spiel im Lugano-Stadion wegen Sicherheitsbedenken
  • Grund: Ausschreitungen beim Cup-Halbfinal gegen Lausanne mit Pyro-Attacken
  • Liga liess das Barrage-Heimrecht auslosen, als längst klar war, dass der Letzigrund am 23. Mai besetzt ist
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Florian RazReporter Fussball

Der Brief kommt am Donnerstagmorgen. Und er bringt die Grasshoppers in grosse Schwierigkeiten. Die Tessiner Kantonspolizei verbietet darin ein Barrage-Spiel von GC im Cornaredo von Lugano. Die Zürcher sind auf der Suche nach einem «Heimstadion», weil der Letzigrund am Tag des geplanten Rückspiels der Barrage besetzt ist.

Die Absage ist umso bitterer für GC, weil der Klub bereits einen Vertrag mit der Stadt Lugano unterschrieben hatte. Allerdings war darin auch festgeschrieben, dass die Polizei das letzte Wort haben würde.

Gewalt in Lausanne als Grund der Absage

Und diese Kantonspolizei ist nun dazwischengegrätscht. Sie verweigert die Bewilligung für ein Barrage-Spiel im Cornaredo. In ihrem Schreiben nennt sie explizit die Ausschreitungen beim Cup-Halbfinal der Grasshoppers als einen Grund für ihren Entscheid.

Bei der 0:2-Niederlage bei Stade-Lausanne-Ouchy war aus dem GC-Sektor wiederholt Feuerwerk aufs Spielfeld geworfen worden. Nach Abpfiff griffen rund 30 GC-Chaoten den eigenen Teambus mit Pyros an und versuchten, in die Garderoben einzudringen.

Diese Gewalt hat mit dazu geführt, dass die Tessiner Polizei einen Auftritt von GC in der Barrage als mögliches Hochrisikospiel betrachtet. Erschwerend kommt hinzu, dass für die Partie gleich zwei Fanlager an einem Pfingstsamstag aus dem Norden in den Süden reisen würden.

Die Polizei befürchtet, dass es auf der Anreise auf Autobahnraststätten zu Gewalt kommen könnte. Fan-Extrazüge dürfte es an einem Pfingstwochenende ebenfalls keine geben, wenn die Nord-Süd-Achse sowieso schon am Rande ihrer Kapazität belastet ist.

Im letzten Jahr war Lugano die letzte Rettung

Mit der Absage aus dem Tessin heisst es für die Grasshoppers «zurück auf Start» bei ihrer Suche nach einem «Heim»-Stadion, in dem sie das Duell gegen den Zweiten der Challenge League gegen den Abstieg bestreiten können.

Wie schwierig die Suche nach einem Ausweichstadion ist, hat GC schon im letzten Jahr erfahren. 2025 war Lugano so etwas wie die Rettung in höchster Not. Mehrere Städte winkten schon damals aus Angst vor Ausschreitungen dankend ab.

Nur dank der Fürsprache des FC Lugano liessen sich das Sportamt Lugano und die Tessiner Polizei damals erweichen. GC durfte im Cornaredo gegen Aarau spielen und 4:0 gewinnen.

Wie aber soll GC unter den aktuellen Umständen ein Stadion finden? Die naheliegendste Möglichkeit wäre der Abtausch des Heimrechts. Am 20. Mai, dem Datum des Barrage-Hinspiels, könnte im Letzigrund noch gespielt werden. Danach ist das Stadion durch den Aufbau für das Metallica-Konzert vom 27. Mai belegt. Allerdings müssten einem Abtausch die Liga, der mögliche Gegner aus Aarau oder Vaduz – und die jeweilige Polizei zustimmen.

Wobei die Liga das kleinste Problem sein dürfte. Sie hat den Grasshoppers – und damit auch sich selber – diese Suppe ja eingebrockt. Dass der Letzigrund am 20. Mai frei und am 23. besetzt sein würde, war seit langem bekannt.

Aber anstatt das Heimspiel des Teams aus der Super League fix auf den 20. Mai zu legen, wurde das Heimrecht Anfang März ausgelost. Zu einem Zeitpunkt also, an dem klar war, dass die Grasshoppers aller Voraussicht nach die Barrage spielen werden. 

Angst vor Gewalt, falls GC absteigen sollte

Die Aargauer Kantonspolizei schreibt, sie könne detailliertere Fragen erst beantworten, wenn die Barrage wirklich feststeht. Allerdings gibt es erste Hinweise darauf, dass die Lust auf einen Abtausch der Daten im Aargau nicht besonders gross ist. Dasselbe soll für den anderen Barrage-Kandidaten aus der Challenge League gelten: Vaduz.

Der Grund ist einleuchtend: Sowohl in Aarau als auch in Vaduz wird befürchtet, dass der GC-Anhang im Fall eines Abstiegs in die Challenge League noch einmal mit Gewalt reagieren könnte.

Eine weitere Spur auf der Suche nach einer Lösung scheint nach Biel zu führen. Die dortige Tissot Arena mit ihren 5200 Plätzen wirbt auf ihrer Website offensiv um Mieter für den frisch verlegten Kunstrasen. Aber auch dort gilt: Die Berner Bewilligungsbehörden müssen grünes Licht geben.

Schliesslich bliebe als allerletzte Variante vor der Forfait-Niederlage: ein Geisterspiel ohne Fans. Auch das scheint sicherheitstechnisch nicht ganz einfach, weil GC-Fans wohl auch ohne Eintrittsmöglichkeit an den Spielort reisen würden.

Aber vielleicht wäre ein Spiel ohne Fans aus sportlicher Sicht gar nicht so schlecht: Die Zürcher Spieler wirkten in Lausanne jedenfalls nicht so, als ob sie durch die Anwesenheit von Tausenden von Fans in einem wichtigen Spiel beflügelt würden.

Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
33
38
74
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
33
24
60
3
FC Lugano
FC Lugano
33
12
57
4
FC Basel
FC Basel
33
6
53
5
FC Sion
FC Sion
33
16
52
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
33
5
48
Champions League-Qualifikation
UEFA Europa League-Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
33
3
40
2
Servette FC
Servette FC
33
0
40
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
33
-10
39
4
FC Zürich
FC Zürich
33
-18
34
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
33
-25
27
6
FC Winterthur
FC Winterthur
33
-51
19
Relegation Play-Offs
Abstieg
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