Letzigrund ist besetzt
Vermiesen GC-Chaoten die Barrage-Stadionsuche?

GC-Präsident John Thorrington erlebt das Debakel in Lausanne persönlich im Stadion. Er nimmt eine Menge Fragen mit zurück nach Los Angeles.
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Florian RazReporter Fussball

Was für ein Spiel hat sich John Thorrington (46) da für seinen Besuch aus Los Angeles ausgesucht. Ein lottriges Stadion, eine noch lottrigere Mannschaft, ein zerplatzter Traum – dazu Fans, die Pyros werfen, Teile des Stadions zerstören, den eigenen Bus angreifen und die Kassen von Getränkeständen plündern.

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Im Cup-Halbfinal gegen Stade Lausanne-Ouchy fielen die GC-Fans mit Gewalt auf: Zerstörte Stadioneinrichtung, geworfene Pyrofackeln, Angriffe auf den Team-Bus.
Foto: Pascal Muller/freshfocus

Der neue Präsident der Grasshoppers erlebt das Cup-Aus der Schande gegen Stade Lausanne-Ouchy persönlich auf der Pontaise mit. Und damit einen absoluten Tiefpunkt in der 140-jährigen Geschichte des einst so stolzen GCZ.

Wofür bezahlt Los Angeles jährlich 15 Millionen?

Möglich, dass er in seiner Zeit als Spieler in der dritten englischen Liga mitbekommen hat, dass es Gewalt rund um Fussballspiele geben kann. Aber nach dem erschreckenden Gesamtbild, das GC an diesem Samstag abgibt, wird Thorrington ein paar Fragen mit zurück in die USA nehmen. Zum Beispiel: Wofür zur Hölle geben wir jedes Jahr rund 15 Millionen Franken aus?

Man muss kein Hellseher sein, um zu ahnen: Unter den aktuellen Umständen wird die Freude der US-Besitzer am zerbröckelnden Rekordmeister aus Zürich nicht mehr besonders gross sein.

Umgekehrt gilt: Von den rund 5000 GC-Fans, die am Samstag nach Lausanne gereist sind, mögen ein paar Dutzend mit ihrer Gewalt die Schlagzeilen dominieren. Aber die friedliche Mehrheit ist deswegen nicht weniger enttäuscht oder gar erschüttert wieder abgereist. Dieser Nicht-Auftritt in einem Spiel, das ein wenig Freude in tristen Tagen versprühen sollte, hat beim GC-Anhang ganz viel kaputt gemacht.

«Kinder wurden von den randalierenden GC-Fans massiv verängstigt»
5:17
Böllerwurf und Attacke auf Bus:«Kinder wurden von GC-Fans massiv verängstigt»

Das in einem Moment, in dem der Klub auf den ganzen Goodwill seiner Anhänger angewiesen wäre. Alles spricht dafür, dass die Grasshoppers ihren ganz eigenen Hattrick hinlegen und erneut in die Barrage müssen. Und da sind sie zum zweiten Mal hintereinander auf der Suche nach einem Ort, an dem sie ihr «Heimspiel» gegen den Zweiten der Challenge League austragen können.

2025 besetzte die Bands Imagine Dragons den Letzigrund. Ein Jahr später verhindert der Auftritt von Metallica ein GC-Heimspiel am 23. Mai, dem geplanten Matchdatum.

Was denkt die Tessiner Polizei?

Spruchreif ist noch nichts. Aber laut Blick-Informationen haben die Grasshoppers schon vor längerem eine erste Einigung mit der Stadt Lugano erreicht, um wie im letzten Jahr im Cornaredo spielen zu dürfen. Andere Schweizer Stadien kommen aus verschiedenen Gründen nicht in Frage. Die einen sind zu teuer. Bei anderen verweigern die Sicherheitsbehörden eine Spielbewilligung.

Genau das könnte nun auch im Tessin noch zum Knackpunkt werden. Kaum denkbar, dass die Ausschreitungen in Lausanne die Lust der Tessiner Kantonspolizei auf ein GC-Gastspiel steigert, zu dem gleich zwei Fan-Gruppen über oder durch den Gotthard anreisen. Und das erst noch am Pfingstsamstag.

Bliebe als Alternative der Abtausch des Heimrechts. Dürfte GC nämlich die erste Begegnung als Heimteam bestreiten, wäre der Letzigrund noch nicht mit den Aufbau-Arbeiten für das Metallica-Konzert besetzt. Für so einen Abtausch müsste aber die Liga ihr Okay geben. Und nicht zuletzt auch der Gegner.

Der FC Aarau hat schlechte Erfahrungen gemacht

Beim derzeitigen Zweiten der Challenge League soll sich die Begeisterung über einen Tausch allerdings in Grenzen halten. Der FC Aarau hat schlechte Erfahrungen mit Barrage-Rückspielen im heimischen Brügglifeld gemacht. 2019 verspielten die Aargauer zu Hause gegen Xamax einen 4:0-Vorsprung. Und letztes Jahr war das Duell mit GC bereits nach dem Hinspiel so gut wie entschieden.

«Es werden derzeit verschiedenste Varianten geprüft», sagt FCA-Mediensprecher Gianni Wyler dazu, «aber wir hoffen sowieso, dass wir den Aufstieg auch ohne Barrage schaffen.»

Die Barrage vermeiden? Diese Hoffnung hat man bei GC inzwischen ganz aufgegeben. Oder wie sagte Sportchef Alain Sutter (58) nach dem 0:2 gegen Ouchy? «Es wird in den nächsten sieben Spielen für uns um alles gehen.» Da sind die Barrage-Partien bereits mit eingerechnet.

Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
33
38
74
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
33
24
60
3
FC Lugano
FC Lugano
33
12
57
4
FC Basel
FC Basel
33
6
53
5
FC Sion
FC Sion
33
16
52
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
33
5
48
Champions League-Qualifikation
UEFA Europa League-Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
33
3
40
2
Servette FC
Servette FC
33
0
40
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
33
-10
39
4
FC Zürich
FC Zürich
33
-18
34
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
33
-25
27
6
FC Winterthur
FC Winterthur
33
-51
19
Relegation Play-Offs
Abstieg
In diesem Artikel erwähnt
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