Am Sonntag erreicht die Lausanne-Saison einen neuen Tiefpunkt. Was lange nach dem langersehnten Befreiungsschlag aussieht, wird zur Blamage. Die Waadtländer führen gegen Meister Thun bis zur 70. Minute mit 4:1. Und schaffen es tatsächlich, diesen Vorsprung aus der Hand zu geben und die Partie noch zu verlieren.
Damit warten die Waadtländer nun seit zehn Liga-Spielen auf einen Sieg. Als Lausanne zuletzt drei Punkte in der Super League holte, ächzte die Schweiz noch unter der Hitzewelle. Am 1. August schlug man Basel auswärts mit 1:0. Seither gabs noch magere zwei Pünktchen.
Vor dem Thun-Spiel wartete das Team von Luka Elsner ganze vier Spiele auf einen eigenen Torerfolg. Und dann trifft man endlich wieder, nur um sich hinten fünf Dinger einzufangen.
«Niederlage, die den Verein prägen wird»
Elsner zeigt sich nach dem Spiel bitter enttäuscht – und sogar von Spielern hintergangen: «Für einige Jungs ist Vergebung im Moment noch in weiter Ferne. Wir spielen nicht am Wochenende mit Freunden Fussball. Wir sind Profis. Fussball ist unser Beruf. Wir haben Tausende von Fans, wir tragen eine grosse Verantwortung», sagte er nach der Pleite gegenüber Blick.
Der Slowene entschuldigt sich bei den Anhängern: «Heute haben wir alle unseren Namen für eine Niederlage hergegeben, die den Verein für immer prägen wird. Heute trete ich vor die Medien, um mich bei den Fans zu entschuldigen, aber ich weiss, dass das keinen Trost spendet. Wenn man Fan einer Mannschaft ist und so etwas zu Hause erlebt, kann man das nicht akzeptieren.» Auf der Homepage schreibt der Klub von einem «grausamen Ausgang» des Matchs und einer Pleite, die «schwer zu verkraften» ist.
Fan-Eklat und Klub vor Verkauf
Zu wüsten Szenen kommt es nach dem Spiel, als sich Chaoten von Lausanne Zugang zu den Kabinen des Heimteams verschaffen wollen. Captain Custodio musste dazwischengehen, am Ende schaffen es die Krawallmacher nicht in die Kabinen.
Es brodelt im Waadtland. In der Woche vor dem Kollaps gegen Thun machte noch die Meldung die Runde, dass Besitzerin Ineos den Klub verkaufen will. Gemäss Blick-Infos sind italienische, polnische und Schweizer Gruppen am Verein interessiert, konkret ist aber noch nichts.
Wütende Fans, eine Besitzergruppe, die den Klub loswerden möchte, und sportlich miserable Leistungen. Lausannes 130‑jähriges Jubiläumsjahr wird zum Debakel.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 12 | 26 | 34 | |
2 | BSC Young Boys | 12 | 15 | 25 | |
3 | FC Sion | 12 | 7 | 23 | |
4 | FC Zürich | 12 | -1 | 20 | |
5 | FC St. Gallen | 12 | -3 | 19 | |
6 | Servette FC | 12 | 1 | 16 | |
7 | FC Basel | 12 | -4 | 14 | |
8 | FC Luzern | 12 | -6 | 13 | |
9 | FC Thun | 12 | -10 | 13 | |
10 | FC Vaduz | 12 | -1 | 10 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 12 | -13 | 10 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 12 | -11 | 6 |