Die Schlüsselszene
Was für ein verrücktes Spiel! In der 32. Minute zeigt Fedayi San Lausanne-Verteidiger Karim Sow die Rote Karte, nachdem dieser den aufs Tor ziehenden Furkan Dursun am Trikot zurückgehalten hat. Doch der VAR greift ein und erkennt eine Abseitsstellung des Thuner Stürmers. Sow darf auf dem Platz bleiben. Nur zwei Minuten später gleicht Lausanne durch einen höchst umstrittenen Penalty aus.
Das Spiel
Zum 130-jährigen Klubjubiläum verwandeln die Fans das ganze Stadion vor dem Anpfiff mit einer riesigen Choreo in ein Farbenmeer. Auf dem Rasen geht es ebenfalls wild zu und her. Am Ende jubelt Thun über einen wahnsinnigen 5:4-Sieg.
Die Thuner starten besser, doch Lausanne schlägt kurz vor der Pause gleich doppelt zu und dreht die Partie.
Nach dem Seitenwechsel scheint die Sache entschieden: Die Waadtländer ziehen auf 4:1 davon. Doch Thun gibt sich nicht geschlagen und kämpft sich zurück. Brighton Labeau und Riccardo Braschi bringen die Berner Oberländer wieder heran, plötzlich ist die Partie wieder völlig offen.
Und dann wird es dramatisch: In der Schlussphase lenkt Karim Sow den Ball ins eigene Tor. Und es kommt noch dicker: In Minute 96 schiesst Brighton Labeau Lausanne ins Tal der Tränen. Vom 1:4 zum 5:4 aus Thuner Sicht. Thunfassbar!
Die Tore
12. Minute, Furkan Dursun, 0:1. Nach einem Standard bringt Brighton Labeau den Ball per Kopf in den Strafraum. Dort rennt Dursun im Fünfmeterraum am schnellsten in den Ball und köpfelt zur Thuner Führung ein.
36. Minute, Omar Janneh, 1:1. Thuns Bamert fällt im eigenen Strafraum auf den Ball, trifft ihn mit der Hand. Schiedsrichter Fedayi San entscheidet auf Elfmeter – ein viel diskutierter Pfiff. Janneh lässt sich die Chance nicht nehmen und verwandelt sicher oben rechts.
45.+2 Minute, Omar Janneh, 2:1. Nach einer Ecke verliert Fehr das Kopfballduell gegen Soppy. Dann ist der Ball in der Luft frei, auf Höhe des Elfmeterpunktes, dort kommt Janneh frei zum Kopfball und köpfelt den Ball über Goalie Steffen zum 2:1.
53. Minute, Enzo Molebe, 3:1. Auweia, was für ein Fehler von Thun-Captain Bürki! Im eigenen Strafraum lässt sich der Routinier von Molebe den Ball abluchsen. Der Lausanner bleibt eiskalt und überchippt Steffen herrlich.
62. Minute, Lucien Dähler (Eigentor), 4:1. Lausanne kombiniert sich über die rechte Seite nach vorne. Butler-Oyedeji bringt die Hereingabe auf Molebe, dessen Abschluss Steffen zunächst abwehrt. Der Abpraller springt unglücklich an Dähler und von dort flach ins Tor.
70. Minute, Brighton Labeau, 4:2. Nach einem Freistoss von Bürki aus guter Position herrscht Chaos im Lausanner Strafraum. Der Ball springt hin und her, ehe er via Goalie Mastil auf dem Kopf von Labeau landet. Dieser muss aus kürzester Distanz nur noch ins verwaiste Tor einköpfeln.
81. Minute, Riccardo Braschi, 4:3. Noah Christoffersson legt den Ball im Strafraum auf Braschi ab. Dieser steht goldrichtig und schiebt aus kürzester Distanz mit rechts ins Tor ein.
86. Minute, Karim Sow (Eigentor), 4:4. Was für ein bitterer Moment für Lausanne. Karim Sow lenkt den Ball mit dem rechten Fuss unglücklich ins eigene Tor.
90.+6 Minute, Brighton Labeau, 4:5. Wahnsinn in Lausanne! Karim Sow leistet sich den nächsten folgenschweren Fehler. Labeau profitiert, steht plötzlich alleine vor Mastil und bleibt eiskalt. Mit dem linken Fuss schiebt er den Ball unten links ins Tor und schiesst Thun zum Sieg!
Der Beste
Enzo Molebe ist an diesem Sonntagnachmittag an praktisch allen gefährlichen Aktionen beteiligt. Der 19-jährige Franzose, der von Olympique Lyon ausgeliehen ist, stellt die Abwehr des FC Thun über die linke Seite immer wieder vor grosse Probleme.
Der Schlechteste
Karim Sow. Hat Glück, als sein vermeintlicher Platzverweis in der ersten Halbzeit wegen eines Offsides zurückgenommen wird. Wobei: Später würde er sich wohl wünschen, er hätte bereits im ersten Durchgang Feierabend gehabt. Denn in der zweiten Halbzeit trifft er erst unglücklich zum 4:4 ins eigene Tor und patzt dann auch noch vor dem 4:5 folgenschwer. Die tragische Figur bei Lausanne.
Die Fans
Zum 130-jährigen Bestehen von Lausanne-Sport ist das Stadion mit 10'096 Fans nahezu ausverkauft. Die Lausanne-Fans präsentieren vor dem Anpfiff eine eindrucksvolle Choreografie zu Ehren der Klublegenden. Zu Beginn der zweiten Halbzeit folgt eine weitere mit der Botschaft «Freiheit für die Ultras». Auch 150 Thuner Fans haben die Reise ins Waadtland auf sich genommen.
Die Schiris
Eine ereignisreiche erste Halbzeit für Schiedsrichter Fedayi San und VAR Luca Cibelli! Zunächst sorgt der Videoassistent dafür, dass die Rote Karte gegen Karim Sow in der 32. Minute zurückgenommen wird. Nur zwei Minuten später greift er erneut ein und macht San darauf aufmerksam, dass Jan Bamert den Ball im Strafraum mit der Hand aufgenommen hat. Die Folge: Penalty für Lausanne! Gleich zwei Entscheide werden damit aus dem VAR-Studio korrigiert. In der 54. Minute bestätigt der VAR zudem den Treffer von Enzo Molebe. An Arbeit mangelt es den Schiedsrichtern an diesem Nachmittag wahrlich nicht.
So gehts weiter
Thun ist bereits am Donnerstag in der Conference League gegen Heart of Midlothian gefordert (18.45 Uhr). Lausanne gastiert am Wochenende in der Super League am Samstag um 20.30 Uhr bei den Grasshoppers in Zürich. Thun spielt in der Liga am Sonntag gegen Basel (16.30 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 12 | 26 | 34 | |
2 | BSC Young Boys | 12 | 15 | 25 | |
3 | FC Sion | 12 | 7 | 23 | |
4 | FC Zürich | 12 | -1 | 20 | |
5 | FC St. Gallen | 12 | -3 | 19 | |
6 | Servette FC | 12 | 1 | 16 | |
7 | FC Basel | 12 | -4 | 14 | |
8 | FC Luzern | 12 | -6 | 13 | |
9 | FC Thun | 12 | -10 | 13 | |
10 | FC Vaduz | 12 | -1 | 10 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 12 | -13 | 10 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 12 | -11 | 6 |