Darum gehts
- Thun feiert erstmals Meistertitel mit Pokalübergabe und emotionalen Momenten am Donnerstag
- Team trotzte 3:8-Niederlage gegen YB, feierte dennoch ausgelassen mit Fans
- Freitagsumzug: Spieler präsentieren Pokal auf LKW, Stadthofplatz als Feierort
Sie freuten sich wie kleine Kinder darauf. Als die Liga am Tag vor dem Derby der Thuner gegen YB Bilder mit dem Meisterkübel und der neuen Gravur veröffentlicht, verbreiten die Spieler diese fleissig im Netz. Am Donnerstagabend – an Auffahrt – ist es dann endlich so weit. Der goldene Pokal steht da, Bürki und Bertone stemmen ihn für die Thuner als Erste in die Höhe, dann wird er im Team herumgereicht. Viele halten ihn zum ersten Mal in den Händen.
«Ich bin sehr verliebt in diese Stadt und diesen Verein», schwärmt Lucien Dähler (25). Der Freiburger ist eines der Thuner Eigengewächse und hat als grosser Gottéron-Fan vor einer Woche den Jackpot mit zwei Premieren-Titeln in vier Tagen geknackt. Noch emotionaler wird Captain Marco Bürki (32). Er gibt bei SRF ein Interview unter Tränen und sagt zum Beispiel: «Den Stolz in den Augen meiner Nächsten zu sehen, ist unglaublich schön.»
Nur kurz gemischte Gefühle
«Es hat sich nach dem Schlusspfiff speziell angefühlt. Einerseits hat man gerade eine Klatsche eingefangen. Im zweiten Moment hat man gemerkt, dass man den Kübel nun endlich hochheben darf», sagt Fabio Fehr (26) mitten in den Feierlichkeiten. Das 3:8 im Derby gegen YB liegt zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich weit im Hintergrund. Es ist wohl die schönste Klatsche der Geschichte. Und noch höher als das Basler 2:6 gegen YB vor einem Jahr.
Der Thuner Titel wird immer unglaublicher. Die Berner Oberländer könnten nicht nur als Meister in die Geschichte eingehen, der als zuvor titelloser Klub und Aufsteiger durchmarschiert. Sondern zusätzlich als Team, das nach 33 Runden so viele Punkte gesammelt hat, um es sich danach erlauben zu können, in der ganzen Meisterrunde null Punkte zu holen. Thun hat noch ein Spiel, um dies zu verhindern – am Sonntag in St. Gallen. Doch die Berner Oberländer haben zuerst andere Pläne.
Das ist der Feier-Fahrplan für den Freitag
Im Vordergrund steht der krönende Abschluss aller Meister-Feierlichkeiten. Da war das Hochgefühl der ersten Meisterparty am Sonntag vor einer Woche auf dem Thuner Rathausplatz. Dann kam für die Spieler die Ibiza-Woche. An diesem Donnerstag der Moment, die Trophäe erstmals in den Händen zu halten. Doch am Freitag soll es nochmals richtig gross werden.
Geplant ist ein Umzug vom Stadion zur Stadt. Die Mannschaft wird auf zwei LKW feiern, die Fans sie begleiten. Start ist um etwa 16 Uhr. In der Innenstadt feiert Thun nicht mehr auf dem Rathausplatz, der bei der ersten Party rappelvoll war. Beim Stadthofplatz wird nun eine Bühne stehen – womit Thun ein Meister-Problem gelöst hat. Auf der Einkaufsstrasse davor gibts viel Platz für Fans und Zuschauer.
Die Spieler werden ihren grossen Auftritt haben und der Bevölkerung den Pokal präsentieren – bevor Mauro Lustrinelli die Stadt als Co-DJ in den Ausnahmezustand versetzen soll und danach in die nächste Freinacht entlassen wird.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 37 | 28 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 37 | 25 | 69 | |
3 | FC Lugano | 37 | 13 | 64 | |
4 | FC Sion | 37 | 23 | 62 | |
5 | FC Basel | 37 | 1 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 37 | 11 | 54 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 37 | 7 | 50 | |
2 | Servette FC | 37 | 6 | 50 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 37 | -12 | 42 | |
4 | FC Zürich | 37 | -21 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 37 | -28 | 30 | |
6 | FC Winterthur | 37 | -53 | 23 |

