Darum gehts
- Thun gewinnt erstmals Schweizer Meistertitel, feiert mit Pokal und Fans
- Trotz 3:8-Niederlage gegen YB strahlt das Team bei der Pokalübergabe
- Meisterumzug mit LKW-Tross und Party am 15. Mai in Thun geplant
Um 18.46 Uhr ist es so weit: Zum ersten Mal in der Schweizer Fussballgeschichte stemmen die Thuner den Meisterkübel in die Höhe. Rot-weisser Konfettiregen. Marco Bürki und Leonardo Bertone halten das goldene Prunkstück an je einem Henkel. Die beiden 32-Jährigen sind die klaren Anführer und geniessen im Thuner Meisterteam ein riesiges Standing. Deshalb kommt nicht in Frage, dass Captain Bürki die Feierlichkeiten im Alleingang eröffnet.
Sekunden danach ertönt «We are the Champions». Einmal mehr feiern die Thuner – jetzt offiziell. Vielleicht ist es der Moment, in dem so manchem erst richtig klar wird, was geschehen ist. Der Aufsteiger hat es geschafft und ist tatsächlich Meister geworden. Die Stadt mit rund 45'000 Einwohnern hat es den grossen Zentren der Schweiz gezeigt.
Eine Klublegende erhält die Ehre, den goldenen Pokal ein paar Minuten nach Schlusspfiff und einigen Aufbauarbeiten ins Stadion zu tragen: Hanspeter Latour (78). Er stellt den Pokal auf das Podest, dreht sich zur Mannschaft ab – und verneigt sich vor ihr. Man merkt: Der Respekt vor dem Thuner Kult-Trainer ist riesig. Dann stehen Spieler und Staff im Vordergrund.
Derby-Klatsche schnell vergessen
Nachdem jeder des Teams den Pokal in die Höhe gestemmt hat, gehts ab zu den Fans. Gemeinsam wird gefeiert. Und dann gibts in diesem Stadion einmal mehr ein Volksfest. Spieler, Angehörige, Fans, Journalisten – alle vermischen sich auf dem Platz. «Ja, der Pokal ist schwerer, als ich erwartet habe», strahlt Fabio Fehr im Blick-Interview. «Aber er könnte auch noch schwerer sein, das ist jetzt egal.» Noch lange gehen die Feierlichkeiten und spontanen Treffen der Spieler auf dem Feld weiter. Bis es eindunkelt.
Zu diesem Zeitpunkt schon weit weg: das Spiel! Es ist eine kuriose Situation. Thun hat gegen YB das Kantonsderby 3:8 verloren, hat zu neunt fertig gespielt. Bürki und Bamert sind beide vom Platz geflogen. In keiner anderen Situation sonst hätten sie Minuten nach Abpfiff wieder ein Strahlen im Gesicht. An der ersten Meisterfeier schon.
Meisterumzug folgt am Freitag
Ein 3:8 am Meisterabend – die schönste Klatsche der Geschichte? «Wenn man es positiv sehen will, dann ist das sicher so», lacht Yves Zahnd (40). Er ist der Stellvertreter von Meistertrainer Mauro Lustrinelli (50) an der Seitenlinie und seit Jahren sein Assistenztrainer. Lustrinelli ist bis Saisonende (und darüber hinaus) gesperrt, darf für die Meisterfeier mit dem Pokal aber natürlich aufs Feld.
Zahnd muss sich bald damit beschäftigen, wen er beim Abschlussspiel am Sonntag in St. Gallen überhaupt aufs Feld schicken kann. Von den Innenverteidigern fehlen nun Bürki und Bamert gesperrt, Montolio ist am Kreuzband verletzt. Für Bertone und Steffen ist die Saison ebenfalls vorzeitig beendet, weil sie vorbelastet waren und Gelb gesehen haben.
Doch solche Fragen sind selbst für Zahnd weit weg. Die Feierlichkeiten in Thun sind mit der Entgegennahme des Pokals noch lange nicht zu Ende. Am Freitag folgt der grosse Meisterumzug mit einem LKW-Tross vom Stadion in die Stadt und anschliessender Feier bis in die Nacht hinein. Mit Meistertrainer Mauro Lustrinelli am Mischpult!
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 37 | 28 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 37 | 25 | 69 | |
3 | FC Lugano | 37 | 13 | 64 | |
4 | FC Sion | 37 | 23 | 62 | |
5 | FC Basel | 37 | 1 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 37 | 11 | 54 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 37 | 7 | 50 | |
2 | Servette FC | 37 | 6 | 50 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 37 | -12 | 42 | |
4 | FC Zürich | 37 | -21 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 37 | -28 | 30 | |
6 | FC Winterthur | 37 | -53 | 23 |

