«Vorwürfe? Kein Problem – wir beklagen uns nicht»
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Thun-Bamert zur Ibiza-Reise:«Vorwürfe? Kein Problem – wir beklagen uns nicht»

«Man muss sich freuen können»
Ibiza-Kater? Jetzt wehren sich die Thuner Meisterhelden

Der FC Thun stellt einmal mehr den Schweizer Fussball auf den Kopf. Nach dem Meistertitel auch mit unerwarteten Massnahmen.
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Nils Reichmuth (l.) ist der beste Thuner am Sonntag – gegen Sow und die Sittener reichts aber klar nicht.
Foto: Pascal Muller/freshfocus
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Simon StrimerReporter & Redaktor Sport

Nur zwei Wochen hätte die Thuner Mannschaft warten müssen. Nach Saisonende hätten den Meisterhelden beim Abflug Richtung Ibiza alle zugejubelt. Während des laufenden Endspurts, in dem es für andere Teams um Europa-Tickets geht, steht ein mehrtätiger Ibiza-Trip in einem anderen Licht – besonders wenn man anschliessend eine B-Elf auf den Rasen schickt und verliert. «Das ist schlechter Stil», meint Blick-Sportchef Emanuel Gisi in seinem Kommentar.

Doch Präsident Andres Gerber (53) stellt sich schützend vors Team, sagt bei Blue: «Irgendwann muss man sich ja in dieser Konstellation auch freuen können.» Direkt nach der Saison sei keine Zeit mehr dafür. «Dann sind die Spieler privat in den Ferien, oder es gibt auch jene, die abwandern.» Wenn zusammen feiern, dann jetzt oder nie. Es ist nur eines der vielen Argumente aus dem Thuner Lager.

Lustrinelli-Stellvertreter holt aus

Gerber tritt vor die Kamera, weil Meistertrainer Mauro Lustrinelli (50) bis Saisonende gesperrt ist. Nach dem Spiel kommt dann auch Lustrinelli-Stellvertreter Yves Zahnd (40) zum Zug. Für den langjährigen Assistenztrainer und früheren Thun-Verteidiger ist es das erste Profispiel als Chef an der Seitenlinie. Er gibt sich an der Pressekonferenz wortgewandt.

Zum Beispiel sagt Zahnd: «Für jedes Team ist es schwierig, nach einem grossen Erfolg die Spannung wieder hochzubringen. Vor allem für uns, für den FC Thun. Der Titel ist ein Riesenerfolg.» Es ist ein Argument, das man rund ums Auswärtsspiel im Wallis immer wieder hört: Thun ist kein Serienmeister, feiert den ersten Titel der Vereinsgeschichte, zumal als Aufsteiger. Aussergewöhnliche Titel bedürfen aussergewöhnlicher Feierlichkeiten. Ex-Winti-Trainer Uli Forte (52) dazu im Blue-Studio: «Es ist nicht ganz koscher, aber zu verstehen. Es ist immer noch eine Fussballsensation.»

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Hätte Thun Sion in bester Verfassung geschlagen?

Etwas verbindet die Thuner und die Sittener. Vor zwei Jahren kämpften beide in der Challenge League um den Aufstieg. Nun ist Thun Meister, Sion mit nun fünf Zu-null-Siegen in Serie (!) immer stärkerer Europa-Kandidat. Sion-Coach Tholot verteidigt die Thuner: «Würde es sich um Basel oder YB handeln, würde man solche Fragen nicht stellen! Man stellt sie, weil es Thun ist.»

Was er damit bestimmt auch mitteilen wollte: Selbst wenn sich Thun eine Woche lang intensiv vorbereitet hätte, wäre es gegen Sion in dieser Verfassung nicht einfach geworden. Das Sittener Torverhältnis der letzten fünf Spiele lautet 14:0, Thun hat fünf der letzten sechs Spiele verloren. Dies könnte allerdings auch als Argument genutzt werden, warum Thun erst recht die bestmögliche Elf hätte auflaufen lassen sollen.

So oder so: Am Donnerstag wird wohl vieles wieder anders aussehen. Es wartet das Derby-Heimspiel gegen YB. Die Stadtberner haben den Europa-Anschluss bereits verpasst. Und nach Abpfiff gibts für Thun den langersehnten Meisterkübel – und damit schon die nächste Party.

«Über 500 Minuten ohne Gegentor – super Gefühl!»
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Stolzer Sion-Kronig:«Über 500 Minuten ohne Gegentor – super Gefühl!»
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