Der frischgebackene Sensationsmeister fordert die Fussballgötter heraus! Es ist nicht nur der mehrtägige Ibiza-Urlaub während der laufenden Meisterschaft, der Sion in die Karten spielt. Thun entscheidet sich dafür, nach der Rückkehr in die Schweiz eine B-Elf auf den Rasen zu schicken.
Meistergoalie Steffen? Ersatz. Mittelfeld-Leader Bertone? Auf der Bank. Adjutant Käit? Bank. Goalgetter Rastoder? Bank. Es stehen Spieler in der Startelf, die teilweise seit Wochen und Monaten nicht mehr gespielt oder nicht von Beginn auf dem Platz gestanden haben. Gleichzeitig würden St. Gallen, Lugano und Basel im Europa-Rennen von einem Sieg des Meisters in Sion profitieren.
Nach ausgeglichener Startphase mit Chancen auf beiden Seiten wird bald einmal klar: Schützenhilfe vom Meister können die Sion-Konkurrenten an diesem Tag nicht erwarten. Vom grossen Druck, den Thun in dieser Saison oft aufbauen konnte, fehlt an diesem Nachmittag was.
Klar, dass Yves Zahnd (40) danach Fragen zur Fairness im Saisonendspurt beantworten muss. Er ersetzt Meistertrainer Lustrinelli, weil sich dieser nach Schiri-Beleidigungen eine saftige Sperre eingehandelt hat (gegen die Thun übrigens Rekurs einlegen wird, wie Präsident Gerber bei Blue bestätigt).
Zahnd, der langjährige Assistenztrainer, sagt nach seinem ersten Profispiel als Chef an der Seitenlinie zu den Ibiza-Vorwürfen: «Mauro fordert extrem viel von den Spielern und vom Staff. Wenn es läuft, dann ist er aber auch sehr kulant und gibt den Spielern gewisse Freiheiten. Sie haben sich die Reise verdient. Am Freitag bei der Rückkehr ins Training war dann schon wieder Vollgas angesagt.»
Keine Kritik von der Konkurrenz
Lustrinelli habe drei «tolle Leistungen» zum Abschluss gefordert. «Die erste war nun nicht toll, aber okay», sagt Zahnd. Er weist darauf hin, dass von den Konkurrenten, zum Beispiel aus St. Gallen und Basel, ja keine Kritik gekommen sei. Und plötzlich grätscht Sion-Coach Didier Tholot (62) dazwischen, ergreift das Wort und sagt in scharfem Ton: «Würde es sich um Basel oder YB handeln, würde man solche Fragen nicht stellen! Man stellt sie, weil es Thun ist.»
Das Tholot-Team hat nun fünf Spiele in Folge mit 14:0 Toren gewonnen. Thun hätte auch ohne Ibiza-Trip sehr stark dagegenhalten müssen, um im Tourbillon erfolgreich zu sein.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 36 | 33 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 36 | 23 | 66 | |
3 | FC Lugano | 36 | 13 | 63 | |
4 | FC Sion | 36 | 23 | 61 | |
5 | FC Basel | 36 | 3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 36 | 6 | 51 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 36 | 6 | 47 | |
2 | Servette FC | 36 | 4 | 47 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 36 | -10 | 42 | |
4 | FC Zürich | 36 | -20 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 36 | -29 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 36 | -52 | 23 |

