Die Schweiz verliert ihre Spitzenschiedsrichterin. Désirée Blanco (43) pfiff am vergangenen Wochenende in Basel ihr letztes Super-League-Spiel. Ihr Problem: das Herz! Blanco lebt mit einem Herzschrittmacher. Zuletzt zeigten sich bei einer kardiologischen Kontrolle Auffälligkeiten. Die Konsequenz: Rücktritt.
«Nach dem letzten Pfiff war der erste Gedanke vor allem beim Spiel. Dass wir es souverän über die Bühne gebracht haben. Das letzte Spiel will man immer so gut wie möglich abschliessen», sagt Blanco zwei Tage nach ihrer letzten Partie.
«Entweder ganz oder gar nicht»
Nach ihrem Rücktrittsentscheid von vergangener Woche hat ihr Handy regelrecht gebrannt: «Ich habe sehr viele Nachrichten bekommen. Viele Spieler haben mir geschrieben und etwa die Hälfte der Super-League-Trainer.»
Nach ihren Ferien spürte sie erstmals Herzrhythmusstörungen. «Dann habe ich mich selbst bei der kardiologischen Untersuchung gemeldet. Dort sagte man mir, dass dies mit den intensiven Trainings zu tun hat. Ich habe teilweise so intensiv trainiert, dass ich drei Stunden danach nichts essen konnte.»
Um einer Operation aus dem Weg zu gehen, musste Blanco ihr intensives Trainingspensum reduzieren. Für sie der Anfang vom Ende: «Nachdem ich den Ablauf geändert habe, war der Fokus bei den Spielen nicht mehr derselbe. Ich war im Kopf und in den Beinen nicht mehr bereit. Ich musste sagen: Es geht nicht mehr. Entweder mache ich es richtig oder gar nicht.»
Der Herzschrittmacher war ihr 2020 eingesetzt worden, nachdem Blancos schon zuvor tiefer Puls nach einer Corona-Infektion noch tiefer geworden war. Als Spieler wie Christian Eriksen (34) oder zuletzt auch Jamal Musiala (23) auf dem Platz kollabierten, habe das jeweils schon etwas ausgelöst in ihr, sagt sie.
Amhof spricht von herbem Verlust
«Wir verlieren nicht nur eine grosse Schiedsrichterin, sondern auch ein Zugpferd der Schiedsrichterinnen-Bewegung. Sie hatte eine fantastische Karriere», sagt Sascha Amhof, Leiter Ressort Schiedsrichter beim Schweizer Fussballverband. «Wir wollen in diesem Bereich viel investieren. Und da ist es wichtig, Vorbilder zu haben. Und ein solches Vorbild war Désirée. Es ist ein herber Verlust für uns.»
Wer übernimmt jetzt den Posten als Nummer 1 der Frauen in der Schweiz? «Jemanden wie Désirée kann man nicht von einem auf den anderen Tag ersetzen. Das ist klar. Was mich aber positiv stimmt: In Basel hatte sie zwei Assistentinnen und auch der VAR war eine Frau. Zudem haben wir zwei aktive Schiedsrichterinnen in der Challenge League. Wir haben in der 1. Liga Classic und der Promotion League Schiedsrichterinnen, die unterwegs sind. Der Unterbau stimmt. Im internationalen Vergleich stehen wir nicht schlecht da.» Wer konkret auf Blanco folgen könnte, will und kann Amhof nicht sagen. Dafür sei es schlicht noch zu früh.
Heim-EM 2025 als Highlight
Die 43-jährige Bernerin gehörte seit 2012 zur Liste der Fifa-Schiedsrichterinnen. Neben Champions-League-Spielen der Frauen und dem U17-EM-Final 2018 gab es für sie vor allem ein Highlight: «Mein Karrierehöhepunkt war die Frauen-Euro 2025 im eigenen Land.»
Was wird Blanco am Schiedsrichter-Dasein vermissen? «Auf dem Platz so richtig streng zu sein», sagt die ehemalige Nationalspielerin (13 Länderspiele) lachend. «Denn privat bin ich ganz anders.» Nicht fehlen werden ihr dafür «die blöden Sprüche von aussen». Und noch etwas anderes wird sie nicht vermissen am Leben als Unparteiische: die vierte Offizielle zu sein.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 6 | 13 | 18 | |
2 | BSC Young Boys | 7 | 12 | 15 | |
3 | FC Sion | 6 | 3 | 12 | |
4 | FC St. Gallen | 6 | 1 | 10 | |
5 | FC Basel | 7 | 0 | 10 | |
6 | FC Luzern | 7 | -3 | 9 | |
7 | FC Thun | 6 | -6 | 7 | |
8 | FC Zürich | 7 | -7 | 7 | |
9 | FC Vaduz | 7 | -1 | 6 | |
10 | FC Lausanne-Sport | 7 | -3 | 6 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 6 | -5 | 5 | |
12 | Servette FC | 6 | -4 | 4 |












