Darum gehts
- Umeh Emmanuel führt den FC Zürich zum 2:1-Sieg
- Der 22-Jährige erzielt in der Nachspielzeit ein Traumtor gegen Vaduz
- Emmanuel war an 7 von 15 Zürcher Saisontoren direkt beteiligt
Umeh Emmanuel (22) rennt zum Feiern direkt vor die Südkurve. Der Flügel hat den FC Zürich in der Nachspielzeit mit einem absoluten Traumtor zum 2:1-Sieg gegen Aufsteiger Vaduz geschossen. Vergessen ist da, dass der FCZ in der ersten Halbzeit miserabel gespielt hat – es überwiegt nur die pure Freude.
Nach dem Spiel sagt er strahlend über seinen Sonntagsschuss zu Blick: «Ich habe mich dafür entschieden, zu schiessen. Der Ball ist dann einfach rein. Es ist ein super Gefühl und ich bin froh, dass wir den Sieg geholt haben.» Im Derby gegen GC haben sie in der letzten Minute noch das Tor kassiert, heute sei es ein viel besseres Gefühl, so Emmanuel.
Der Flügel blüht in dieser Saison so richtig auf. Wettbewerbsübergreifend hat der Nigerianer bereits fünf Tore erzielt und zwei weitere vorbereitet. Damit ist er an fast der Hälfte aller Tore der Zürcher in dieser Spielzeit direkt beteiligt.
Dass Emmanuel derzeit in Topform ist, bemerken auch seine Mitspieler. So sagt Captain Lindrit Kamberi: «Er hat sehr viele Qualitäten. In ihm steckt sehr, sehr viel. Wir brauchen solche Gamechanger wie ihn, der ihn in der 93. Minute in den ‹Kranz› reinhaut. Ich bin wahnsinnig stolz auf ihn. Nach oben gibts für ihn kein Limit.»
Emmanuel träumt gross
Eine grosse Karriere traut ihm auch Marcel Koller zu, wie der Trainer an der Pressekonferenz vor dem Spiel erzählt, an der auch Emmanuel dabei ist. Dafür müsse der 22-Jährige aber einige Punkte erfüllen: «Er muss konstant sein und seine Leistung Woche für Woche abrufen. Wenn man als Stürmer Tore erzielt, kommen Leute von ausserhalb auch zuschauen.»
Ambitionen hat der Flügel grosse. Als Blick ihn nach seinem Traumklub fragt, springt ihm Koller zur Seite und flüstert: «FCZ.» Mit einem Lachen führt Emmanuel dann aus: «Ich bin ein Spieler des FC Zürich. Das ist mein Klub. Das ist das Einzige, was zählt. Mein Traum ist aber die Premier League. Ich bin auch Chelsea-Fan, es wäre also schön, einmal dort zu spielen.»
Das Verhältnis zwischen Koller und Emmanuel wirkt an der Pressekonferenz sehr herzlich. Über seinen Trainer sagt der Flügel: «Er ist wie ein Vater für uns alle. Er motiviert mich und schenkt mir das Vertrauen. Er pusht mich zu besseren Leistungen.» Dafür möchte sich Emmanuel mit Toren und guten Leistungen bedanken.
Bisher tut er das und ist unter Koller gesetzt – in vorherigen Saisons war das aber nicht immer so. Zu oft schwankten seine Leistungen, in der vergangenen Spielzeit blieb ihm oft nur die Rolle als Joker – wenn überhaupt. Mittlerweile ist Emmanuel einer der Spieler, die bereits am längsten dem ersten Kader angehören. Nur fünf Spieler sind schon länger dabei, alle sind Eigengewächse.
Kein einfacher Karriereweg
Emmanuels Weg war beschwerlich. Vom nigerianischen Klub Right2Win wechselte er im Alter von 17 Jahren nach Russland zu FDC Vista. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine beendete seine Zeit im Verein jäh, nach etwas über einem halben Jahr schliesst er sich Botev Plovdiv an. Dort sammelt Emmanuel viele Einsatzminuten und wird 2024 nach fast zwei Jahren in Bulgarien vom damaligen FCZ-Sportchef Milos Malenovic in die Schweiz geholt.
Seit da hat sich viel verändert in Zürich. Malenovic und viele seiner Spieler, die er geholt hat, sind bereits wieder weg. Emmanuel ist geblieben, möchte aber nicht viel über die turbulenten Jahre sprechen: «Die letzten Jahre waren ein Auf und Ab. Ich schaue aber nur nach vorne. Ich hatte bisher eine gute Zeit und alles, was geschehen ist, ist in der Vergangenheit.»
Der schüchtern wirkende Emmanuel sieht sich trotz seiner guten Leistungen aber nicht als Leader: «Ich bin wie jeder andere Spieler. Wir sind wie eine Familie. Jeder muss seine Leistung erbringen, damit wir erfolgreich sind.» Dabei würde dem FCZ nebst Captain Kamberi eine weitere Leaderfigur guttun. Scort Emmanuel weiterhin so zuverlässig, dürfte ihm diese Rolle wohl früher oder später vor die Füsse fallen – und wer weiss: Vielleicht klappt es so auch mit der Erfüllung seiner Träume.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 7 | 13 | 19 | |
2 | BSC Young Boys | 8 | 12 | 16 | |
3 | FC Sion | 7 | 6 | 15 | |
4 | FC Basel | 8 | 2 | 13 | |
5 | FC St. Gallen | 7 | -2 | 10 | |
6 | FC Zürich | 8 | -6 | 10 | |
7 | FC Luzern | 8 | -5 | 9 | |
8 | Grasshopper Club Zürich | 7 | -4 | 8 | |
9 | Servette FC | 7 | -3 | 7 | |
10 | FC Thun | 7 | -7 | 7 | |
11 | FC Vaduz | 8 | -2 | 6 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 8 | -4 | 6 |
