Darum gehts
- Dieses Spiel sorgt in Thun schon jetzt für Aufregung
- Dieses selbstbewusste Ziel formuliert Lustrinelli
- Bertone wird zum Philosophen – er spricht über seinen Weg
Ein Mittwochmittag im nasskalten November. Ein Szenario, bei dem sich eigentlich nur wenige Menschen freiwillig ausserhalb der Stadt Thun im Durchzug zwischen Stockhorn Arena und Einkaufszentrum aufhalten. Doch diese Woche wimmelte es auf dem Vorplatz des Stadions von Leuten. Zwei riesige, über 50 Meter lange Schlangen hatten sich bei Wind und Wetter gebildet. Es lockten die letzten Tickets für ein Spiel, das erst in zwei Monaten stattfindet – das langersehnte Derby gegen Kantonsrivale YB am 25. Januar! Die Saisonabobesitzer hatten Vorrang für den Kauf eines zusätzlichen Tickets, die restlichen 800 gingen am Mittwoch weg wie warme Semmeln. Thun führte den Verkauf dieser restlichen Tickets nur physisch vor Ort durch. Die ehrliche Begründung: «Wir wollen möglichst viele Thun-Fans im Stadion – deshalb haben wir uns für diesen Vorgang entschieden.» So konnten die YB-Fans nicht online zuschlagen, lokale Fans wurden bevorzugt. Für die, die nicht kommen konnten, gibts am 13. Januar voraussichtlich eine kleine, letzte Chance. Dann sollen restliche Tickets aus ungebrauchten Kontingenten auf den Markt kommen. Das Derby sorgt schon jetzt für eine riesige Ticket-Euphorie im Berner Oberland.
Wird die Luft an der Spitze dünn? Vor kurzem hatte Thun als Leader ein 9-Punkte-Polster. Weil die letzte Runde verloren ging (0:1 gegen Lugano) und St. Gallen das Nachholspiel im Tessin am Mittwoch gewonnen hat (3:1), ist der Vorsprung auf vier Punkte geschmolzen. Dennoch: Egal, was passiert, Thun wird auch nächste Woche als Leader in die Runde steigen.
«Wir hätten einfach sagen können, in der Super League bleiben und gegen den Abstieg kämpfen zu wollen. Aber das ist für mich kein Ziel, bei dem ich wow sage. Deshalb haben wir die Vision, in den nächsten Jahren in den Top 6 präsent zu sein.» Das sagt Trainer Mauro Lustrinelli, nachdem er bei einem Treffen mit Blue ein Risotto zubereitet hat.
Lustrinellis Zielformulierung deckt sich mit jener von Präsident Andres Gerber, der vor Saisonstart zu Blick sagte: «Es macht keinen Sinn, den Nicht-Abstieg als Ziel zu formulieren. Dass wir das wollen, ist logisch. Selbstbewusst formuliert ist das Ziel die Top 6.»
Steffen; Dähler, Bamert, Bürki, Heule; Bertone, Roth; Reichmuth, Meichtry; Ibayi, Rastoder.
Käit, Ziswiler (beide verletzt).
Leonardo Bertone (31) wird in der aktuellen Ausgabe des Fussball-Magazins «Zwölf» zum Philosophen. «Ich hatte lange Mühe, Dinge zu akzeptieren, zum Beispiel, wenn ich auf der Bank sass oder dass ich abgestiegen bin mit Thun und Waasland. Ich hatte lange das Gefühl, besser zu sein, als ich tatsächlich war.» Einen entscheidenden Impuls gegeben habe in der Versenkung in seiner Zeit bei Waasland in Belgien dann ein Spruch, der ihn nicht mehr losgelassen hatte. «In der Akzeptanz liegt die Kraft», lautete dieser. Bertone musste akzeptieren: «Ich bin jetzt ein Zweitligaspieler, nicht mehr und nicht weniger. Das hat mir solch eine Ruhe gegeben.» Mittlerweile darf er sich Schlüsselspieler und Vizecaptain beim Super-League-Leader nennen.
... in dieser Saison bisher fünf Freistösse direkt verwandelt wurden und drei davon auf das Konto von Thun gehen? Standardspezialist Bertone hat schon zwei direkte Freistosstore erzielt, Königstransfer Kastriot Imeri eines.
Fabio Fehr (25). Kippt das Momentum auf der Rechtsverteidiger-Position wieder? Den Stammplatz, den Fehr zum Saisonstart innehatte, hat er trotz guter Leistungen an Lucien Dähler verloren, der dann Spiel für Spiel in einer Super-Form war. Die Formkurve beim Fribourger hat sich zuletzt etwas abgeflacht. Ausserdem spielte Fehr beim Test gegen Nyon in der Natipause (5:0) ansprechend. Zuletzt gegen Lugano kam erneut Dähler zum Zug. Wie siehts nun aus?
Blick-Notenschnitt nach 14 Runden:
1. Franke 5,0 (nur 1 Bewertung)
2. Bertone 4,8
3. Dähler, Bamert, Montolio 4,5
Hier gehts zu allen Thuner Noten.
Marijan Drmic.
Die Lausanner Künstler treffen nicht mehr. Beunruhigung im Waadtland? Hier erscheint das Lausanne-Inside.
Sa., Lugano – Sion, 18 Uhr
Sa., FCZ – GC, 18 Uhr
Sa., Luzern – Winterthur, 20.30 Uhr
So., Servette – YB, 14 Uhr
So., Basel – St. Gallen, 16.30 Uhr
So., Lausanne – Thun, 16.30 Uhr
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | 14 | 11 | 31 | ||
2 | 14 | 12 | 27 | ||
3 | 14 | 7 | 25 | ||
4 | 14 | 6 | 23 | ||
5 | 14 | -1 | 22 | ||
6 | 14 | 3 | 20 | ||
7 | 14 | 4 | 18 | ||
8 | 14 | -6 | 17 | ||
9 | 14 | 3 | 16 | ||
10 | 14 | -5 | 15 | ||
11 | 14 | -9 | 14 | ||
12 | 14 | -25 | 6 |

