«Extrem bitter für uns als Mannschaft»
Espen-Captain Görtler redet erstmals über den FCSG-Machtkampf

Der Machtkampf unmittelbar nach dem Cupsieg steckt den Akteuren beim FC St. Gallen noch in den Knochen. Captain Lukas Görtler redet erstmals über die schwierige Phase gleich nach dem Triumph.
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Der Cupsieg der St. Galler wurde durch einen Machtkampf überschattet.
Foto: keystone-sda.ch

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Stefan KreisReporter Fussball

Bei brütender Mittagssonne zu trainieren wie die FCSG-Profis am Donnerstag ist hart. Noch härter ist es, die Nachwehen einer Cup-Feier zu spüren. «Mein Schlaf war nicht schlecht. Weil ich gar nicht geschlafen habe», sagt FCSG-Captain Lukas Görtler (32) mit einem Schmunzeln. Coach Enrico Maassen sagt: «Wir haben den Abend nach dem Cupsieg genossen. Und in meinem Alter ist man das nicht mehr so gewohnt. Der nächste Tag war schon ziemlich hart.»

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Der Cupsieg der St. Galler wurde durch einen Machtkampf überschattet.
Foto: keystone-sda.ch

Am härtesten aber war der Kater wohl für die Espen-Fans. Weil der Klub von einem Machtkampf erschüttert wurde. Und man nur 24 Stunden nach dem Sieg in Wankdorf damit rechnen musste, dass der komplette Verwaltungsrat um Präsident Matthias Hüppi ausgetauscht werden wird.

Die Namen der neuen VR-Mitglieder wurden bereits publiziert, der langjährige Regierungsrat Stefan Kölliker inszenierte sich in einem SRF-Interview als neuer FCSG-Präsident. Statt sich über den ersten Kübel seit 26 Jahren zu freuen, schlugen sich die Anhänger und Spieler mit einem hollywoodreifen Führungszoff herum.

Görtler findets bitter für die Mannschaft

«Extrem bitter für uns als Mannschaft» sei das gewesen, sagt Lukas Görtler weiter. «Wir spielen eine der besten Saisons der Vereinsgeschichte. Normalerweise wird die ganze Woche in den Zeitungen darüber berichtet. Aber ab Montagnachmittag hat sich niemand mehr für den Cupsieg interessiert.»

«Normalerweise ist die ganze Woche voll mit Bildern»
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FCSG-Görtler über Machtkampf:«Normalerweise ist die ganze Woche voll mit Bildern»

Gleichzeitig sei er aber glücklich, dass in der Führungsetage alles beim Alten – sprich: Matthias Hüppi am Ruder – bleibe. «Wir haben eine Führung, die den Laden gut zusammenhält», sagt Görtler. Gegenüber den abtrünnigen Grossaktionären, die ihre Anteile mittlerweile verkauft haben, will der Oberfranke aber kein schlechtes Wort verlieren: «Ich will nix Böses sagen, ich hatte zu allen Aktionären immer ein gutes Verhältnis. Und ich war in die Prozesse nicht eingeweiht.» Wichtig sei, dass der Klub ein «stabiles Umfeld» habe. Und der Verein so weiterarbeiten könne wie bisher. 

So stabil wie das Umfeld ist auch die Mannschaft, die in grossen Teilen zusammenbleiben wird. Mit den Führungsspielern Jozo Stanic und Carlo Boukhalfa haben die Espen vor Kurzem verlängert, Behar Neziri ist auf dem Weg zurück, die Achse steht. Einzig hinter der Zukunft von Lawrence Ati Zigi und Aliou Baldé stehen noch Fragezeichen. Erstgenannter hat seinen im Juni 2027 auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert und ist aktuell mit Ghana an der WM. Für Baldé müssten die Espen einen kleinen siebenstelligen Betrag nach Nizza überweisen, um die Kaufoption zu ziehen. Obs klappt, will Maassen nicht verraten. Dass er den Wirbelwind gerne behalten würde, steht aber ausser Frage: «Wir sind aktuell in guten Gesprächen und ich hoffe, dass es gut kommt.»

So gut wie der Ausgang des Machtkampfs, wie Maassen sagt: «Matthias und seine Crew haben das über Jahre hinweg toll gemacht und deshalb bin ich glücklich, dass es in dieser Besetzung weitergeht.» 

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