Tore von der Mittellinie bleiben in Erinnerung. David Beckham hat mal eins gemacht. Bei seinem Debüt für Manchester United. Vor 30 Jahren gegen Wimbledon. Herthas Alex Alves traf mal direkt nach dem Anpfiff. Fabian Schär hat für den FC Wil mal aus knapp 60 Metern getroffen – und wurde kurz darauf vom FC Basel verpflichtet.
Es sind Momente, die für gewöhnlich nur einmal im Leben gelingen. Patrice Baumann aber hat gleich vier solche Traumtore erzielt (siehe Video). Das letzte am Sonntag in der 1. Cup-Runde auf dem Sportplatz Gesa in Altstätten SG.
Kurz vor der Mittellinie schnappt sich der Innenverteidiger des FC Rorschach-Goldach den Ball, legt ihn ein bisschen vor und drischt mit seinem linken Fuss praktisch aus dem Stand einfach mal drauf. Der Ball wird lang und länger, der Rorschach-Trainer schreit «die chunt guet, die chunt guet». Wie gut, weiss der Altstätten-Goalie am besten. Der wird wohl noch lange vom Wunderschützen Baumann träumen.
«Anrecht auf fünf weitere Versuche»
Der könnte sich selbst auf die Schulter klopfen, will sich aber nicht zu wichtig nehmen. «Wenn solch ein Versuch nicht klappt, dann ist es lächerlich», sagt der Innenverteidiger. Weil er aber getroffen hat, habe er Anrecht auf fünf weitere Versuche. «Meine Teamkollegen müssen sich in den nächsten Wochen was anhören von mir», so Baumann mit einem herzhaften Lachen.
Für den 34-Jährigen ists die wohl letzte Saison seiner Amateurkarriere. Zum Abschluss wünscht sich der 2.-Liga-inter-Kicker im Schweizer Cup einen richtigen Brocken. Schon zweimal durfte Baumann gegen einen Super-Ligisten ran. Vor fünf Jahren schlug man sich gegen den FC Basel wacker, verlor bloss 0:3. Richtig aufs Dach gabs vor vier Jahren, als man gegen humorlose St. Galler auf dem Espenmoos gleich mit 0:15 in die Röhre guckte.
«Bis jetzt habe ich die Zusammenfassung von diesem Spiel noch nie geschaut», sagt Baumann. Der Stachel sitzt noch immer tief. «Umso grösser ist die Genugtuung, es wieder in die Cup-Hauptrunde geschafft zu haben.»
Dank ihm und seinem Wundertor.



