Darum gehts
- St. Gallen erreicht Cupfinal mit 2:0-Sieg gegen Yverdon
- Lukas Görtler feierte mit Bier, träumt vom ersten Cup-Sieg seit 1969
- Über 2500 Fans aus der Ostschweiz beim Halbfinal im Stade Municipal
Minuten nach Abpfiff erscheint Lukas Görtler mit einem Bier in der Hand zum Interview. Wie schmeckts? «Gut, richtig gut», antwortet der St. Galler Leitwolf und strahlt heller als die Waadtländer Frühlingssonne. «Da ist viel Erleichterung dabei, weil die zweite Halbzeit Nerven gekostet hat. Wir hatten plötzlich Angst, etwas zu verlieren. Ich hätte mir lieber ein Heimspiel gegen einen Super-Ligisten gewünscht im Halbfinal.»
Im Final wartet mit SLO erneut ein Gegner aus der Challenge League. Der FCSG hat eine Hand und drei Finger am ersten Cupsieg seit 1969. «Wir haben die Möglichkeit, etwas Grosses zu erreichen. Ich hoffe, der Cup meinte es irgendwann mal gut mit mir», sagt Görtler und spricht die beiden bisherigen Cupfinals gegen Luzern und Lugano an. Beide Spiele wurden verloren, nun spricht viel dafür, dass die Ostschweiz an Pfingsten eine riesige Cup-Party feiern darf.
«Ich bin guter Dinge, dass wir es schaffen werden. Wir sind stabiler als noch vor ein paar Jahren und haben in diesem Jahr erst ein Spiel verloren», sagt Görtler. «Ich habe der Mannschaft vor Anpfiff im Kreis gesagt, dass wir auf alles vorbereitet sind. Dass wir in der ersten halben Stunde alles klar machen können, aber auch bis zur letzten Minute kämpfen werden.»
Hätten Vogt und Co. in der ersten Halbzeit nicht im Abschluss gesündigt, der FCSG wäre bereits nach 45 Minuten als Finalteilnehmer festgestanden, nach Wiederanpfiff aber bekommt der Underdog aus Yverdon plötzlich Oberwasser. Und hat die grosse Chance zum Ausgleich.
Maassen lobt Finalgegner SLO
Weil von den Waadtländern offensiv aber insgesamt zu wenig kommt, bleibt es bis zur Schlussphase beim 1:0. Dann erlöst Vogt eine ganze Region. Nach dem Treffer brechen alle Dämme, Görtler klettert auf den Zaun hinter dem Tor und lässt sich feiern: «Das war ein überragender Moment. Wenn du zwei Minuten vor Schluss den zweiten Treffer schiesst, dann weisst du, dass jetzt eigentlich nichts mehr passieren kann.»
Über Finalgegner SLO will Görtler nicht gross sprechen. Vom Halbfinal gegen GC hat er bloss die letzte halbe Stunde gesehen. Coach Enrico Maassen sagt: «Das ist eine spielstarke Mannschaft mit guten Dribblern. Es wird ein Fifty-fifty-Spiel. Wie immer in einem Final.»
In Sachen Zuschaueraufmarsch ist der Fall klar: Das Wankdorf wird am 24. Mai in grün-weisser Farbe erstrahlen, bereits zum Halbfinal gegen Yverdon ist das Stade Municipal fest in St. Galler Hand, weit mehr als die Hälfte der 5000 Zuschauerinnen und Zuschauer stammt aus der Ostschweiz.
Und alle träumen vom ersten Titel seit 26 Jahren, vom «Kübel». So wird in St. Gallen ein Pokal genannt. Und es ist gleichzeitig der Name für ein grosses Bier. Lukas Görtler wird das wissen, als er mit Bier in der Hand zum Interview erscheint.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 33 | 38 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 33 | 24 | 60 | |
3 | FC Lugano | 33 | 12 | 57 | |
4 | FC Basel | 33 | 6 | 53 | |
5 | FC Sion | 33 | 16 | 52 | |
6 | BSC Young Boys | 33 | 5 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 33 | 3 | 40 | |
2 | Servette FC | 33 | 0 | 40 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 33 | -10 | 39 | |
4 | FC Zürich | 33 | -18 | 34 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 33 | -25 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 33 | -51 | 19 |
