Lugano: Rang 1, 11:2 Tore, 9 Punkte
Das macht Hoffnung: Der Saisonstart und die AIL Arena. Lugano hat losgelegt wie die Feuerwehr: sechs Siege aus sechs Pflichtspielen und ein beeindruckendes Torverhältnis von 19:3. Das macht Lust auf mehr. Zumal die neu eröffnete Arena bereits jetzt zu einem echten Faktor werden könnte. Die Tessiner fühlen sich in ihrer neuen Heimstätte sichtlich wohl – und die Energie von den Rängen scheint sich direkt auf die Mannschaft zu übertragen.
Das sorgt für Sorgenfalten: Die Mannschaft ist praktisch noch die gleiche wie in der vergangenen Saison. Gleichzeitig ist es kein Geheimnis, dass mit Papadopoulos, Zanotti und Bislimi gleich mehrere Leistungsträger den Klub noch verlassen könnten. Was passiert mit dem Teamgefüge, wenn eine oder gar mehrere dieser Stützen wegbrechen? Dazu kommt: Im Sturm braucht es noch einen adäquaten Backup für Kevin Behrens. Es gibt also noch Baustellen im Kader.
YB: Rang 2, 12:4, 7 Punkte
Das macht Hoffnung: Der frische Geist, der im Team herrscht. Da ist viel Positivität zu spüren. Auch bei jenen, die nicht immer erste Wahl sind wie Captain Loris Benito. Bislang schiesst YB auch alles kurz und klein mit 12 erzielten Toren. Weshalb es nicht erstaunt, dass YB auch am meisten Schüsse abgegeben hat, bei denen kein Gegenspieler zwischen Schütze und Goalie war. 12-mal Torjubel, das setzt ganz viele Glückshormone frei! Aber: Den besten Sturm hatte YB auch in der total verkorksten letzten Saison – 80 Tore (gleich viele wie Meister Thun). Damit allein gewinnt man keine Meisterschaften.
Das sorgt für Sorgenfalten: Der unfertige Mercato abgangsseitig. Lewin Blum macht bisher eine tadellose Saison, spielen soll aber eigentlich Isaac Schmidt. Doch ausgerechnet dieser ist in Lausanne an beiden Toren mitschuldig, als er für Blum kommt. Kastriot Imeri ist wie Alan Virginius nun verletzt. Ist ein Transfer damit geplatzt? Im Fall Jaouen Hadjam ist es bislang sehr ruhig. Ebenso um Joël Monteiro, der in Anbetracht der Verletzungen von Imeri und Virginius im Moment ohnehin kaum gehen dürfte. Für Rhodri Smith findet man bislang keinen Leih-Abnehmer.
St. Gallen: Rang 3, 7:5 Tore, 7 Punkte
Das macht Hoffnung: Mental sind die St. Galler brutal! In allen drei Super-League-Spielen liegt die Maassen-Elf im Rückstand. Sowohl gegen den FCZ (2:1) als auch gegen Vaduz (3:2) und Luzern (2:2) gabs am Ende Punkte. Und das trotz Doppelbelastung. Die war vor zwei Jahren noch ein Problem, als die Espen den Einzug in die Gruppenphase der Conference League mit einer schwachen Liga-Platzierung bezahlten. Nun scheint man die Lehren daraus gezogen zu haben. Nur ein einziger Spieler stand in bislang allen sechs Pflichtspielen auf dem Platz: Chima Okoroji. Ansonsten wird munter rotiert. Das Kader ist breiter als noch vor zwei Jahren, hinzu kommen Eigengewächse wie Ruiz und Besio, die den Unterschied machen können. Auch die Neuen, Andrin Hunziker und Leon Frokaj, haben bereits Ausrufezeichen gesetzt. Mit dem FCSG ist in dieser Saison definitiv zu rechnen.
Das sorgt für Sorgenfalten: Die Verletzungshexe wütet im Sitterstadion schon seit Wochen. Marathon-Mann Carlo Boukhalfa, der in der letzten Saison praktisch jedes Spiel absolvierte, schlägt sich mit hartnäckigen muskulären Problemen herum. Mit Tom Gaal fehlt eine weitere wichtige Stütze, Jozo Stanic beisst seit dem Saisonstart auf die Zähne. Mit Ambrosius, May, Efekele, Neziri, Scherrer und Weibel fehlen sechs weitere Profis. Immerhin sind Lawrence Ati Zigi und Colin Kleine-Bekel zurück. Auch die zuvor lange verletzten Owusu und Fazliji spielen plötzlich eine Rolle – und sind wichtiger denn je.
Sion: Rang 4, 8:6 Tore, 6 Punkte
Das macht Hoffnung: Die mentale Stärke. 0:2-Rückstand gegen YB aufgeholt (auch wenn es am Ende dann doch eine Niederlage gab), zwei Rückstände gegen Vaduz in einen Sieg umgemünzt. Zweimal im Rückstand in Aserbaidschan gegen Bate Borissow und in Armenien beim FC Noah – und doch zweimal ein Remis geholt. Da stimmt vieles im Kopf. Und natürlich ist die Ersatzbank hochkarätig besetzt. Vor allem, wenn Didier Tholot mit der offensiven B-Elf startet wie gegen Vaduz. Und für all das braucht Sion nicht mal stehende Bälle. Denn nicht nur kreieren die Walliser die meisten Chancen in der Super League aus dem Spiel, auch alle elf Saisontore kamen bisher aus dem Spiel heraus. Erstaunlich!
Das sorgt für Sorgenfalten: Die Abwehr. Die beste Defensive der letzten Saison ist nun mit sechs Gegentreffern die schlechteste der aktuellen Top 6. Und auch europäisch gabs in den beiden Auswärtsspielen gegen zwei schwächere Klubs drei Gegentore. Macht total neun in fünf Spielen. Zu viel! Der Ausfall von Abwehrchef Kreshnik Hajrizi wiegt tonnenschwer. Noé Sow ist kein gleichwertiger Ersatz, und der für diese Situation verpflichtete Lorenzo Villa von Juve soll gemäss Trainer Didier Tholot noch nicht so weit sein. Doch auch Nias Hefti (dämliches Gelb-Rot in Armenien inklusive) und Numa Lavanchy sind auf den Seiten keine Sicherheitsgaranten. Ebenso wenig wie Goalie Anthony Racioppi, der beide Gegentore im Vaduz-Spiel auf seine Kappe nehmen muss.
Basel: Rang 5, 5:3 Tore, 6 Punkte
Das macht Hoffnung: Die Neuzugänge. Hinten haben die Basler mit Akpe Victory ein vielversprechendes Abwehrtalent eingekauft. Im Zentrum ist mit Ludwig Malachowski ein junger Kreativspieler dazugekommen. Und in der Offensive haben Asane Sow und Zan Celar (beide 2 Saisontore) gegen Thun ihre Abschlussqualitäten unter Beweis gestellt. Dem slowenischen Mittelstürmer fehlen nach seinen ersten drei Einsätzen noch zwei Tore, um Albian Ajetis Marke aus der kompletten letzten Saison einzustellen.
Das sorgt für Sorgenfalten: Die vier Tore gegen Thun täuschen über einiges hinweg. Nimmt man den Penalty im Startspiel gegen Servette aus der Rechnung, kommt der FCB nach drei Spielen auf einen Expected-Goals-Wert von 3,7. Nur GC, Lausanne und Thun sind in dieser Kategorie noch schlechter unterwegs. Eine Effizienz wie gegen die Berner Oberländer (1,54 xG für vier Tore) wird man nicht über die ganze Saison an den Tag legen können.
Lausanne: Rang 6, 4:3 Tore, 5 Punkte
Das macht Hoffnung: Die defensive Stabilität, auch wenn diese gegen YB auf eine harte Probe gestellt wurde. Lausanne ist hinten stark, und Torhüter Melvin Mastil überzeugt bei seinem Debüt in der Super League. Luka Elsner hat Strenge und Disziplin reingebracht. Die Überraschung: Routinier Florent Mollet (34, Ex-Schalke) hat bereits zwei Tore erzielt und scheint nach einer insgesamt enttäuschenden ersten Saison endlich sein Niveau zu steigern.
Das sorgt für Sorgenfalten: Der Angriff. Omar Janneh ist kaum wiederzuerkennen im Vergleich mit dem Mittelstürmer, der nach Weihnachten bei seiner Ankunft die Liga in Aufruhr versetzte. Luka Elsner hat alle Hände voll zu tun, ein Offensivspiel zu kreieren, das ihn zur Geltung bringt. Dieser Mannschaft fehlen ein Spielmacher und ein Flügelspieler.
Servette: Rang 7, 3:4 Tore, 3 Punkte
Das macht Hoffnung: Die Spielqualität, denn Servette hat seine ersten drei Gegner der Saison (Basel, Zürich und GC) dominiert. Die Grenats verfügen in jeder Reihe über Qualität, und das dürfte sich letztendlich auszahlen. Timothé Cognat, dessen Zukunft nach wie vor ungewiss ist, lieferte am Samstag gegen die Hoppers zwei Vorlagen, eine davon war genial.
Das sorgt für Sorgenfalten: Die mangelnde Effizienz. Florian Ayé braucht lange, um wieder in Form zu kommen, Junior Kadile fehlt weiterhin, und Servette benötigt viel zu viele Chancen, um ein Tor zu erzielen. Und da die Genfer mindestens ein Gegentor pro Spiel kassieren, müssen sie vorne liefern, um Spiele zu gewinnen. Der neue Torhüter Edvinas Gertmonas, der wenig Vertrauen erweckt, hat bislang mehr Punkte gekostet, als er einbrachte.
Zürich: Rang 8, 3:8, 3 Punkte
Das macht Hoffnung: Beim FCZ gilt: «In Marcel Koller we trust.» Alle Hoffnung ruht auf den Schultern des erfahrenen Trainers, der ein stattliches Mitarbeiterteam mitbringen durfte. In den ersten beiden Spielen der Saison wirkte das Team bereits sehr kolleresk. Passend zur Stadt Zürich entsteht da ein zwinglianischer Nutzfussball, der auf guter Organisation beruht und auf alle unnötigen Schnörkel verzichtet. Das 0:5 in Lugano ist aus FCZ-Sicht hoffentlich die Ausnahme, die die Regel bestätigt.
Das sorgt für Sorgenfalten: Die fehlende Tiefe im Kader. Gegen Lugano standen fünf Spieler in der Startformation, die beim Anpfiff weniger als 30 Einsätze in einer höchsten Liga in den Beinen und im Kopf hatten. Weitere sechs Frischlinge sassen auf der Bank. Kein Wunder, dass Trainer Marcel Koller trotz einer 0:5-Klatsche nicht einmal sein ganzes Wechselkontingent ausgenutzt hat. Noch immer wartet man auf den Ersatz für Millionen-Abgang Cheveyo Tsawa. Wird nicht investiert, könnte eine weitere Saison in den Tiefen der Tabelle folgen.
Thun: Rang 9, 5:11, 3 Punkte
Das macht Hoffnung: Die Standards der Thuner funktionieren hervorragend. Wettbewerbsübergreifend haben sie acht ihrer elf Tore nach Standards oder nach der zweiten Welle geschossen. Das geht so weit, dass Trainer Gian-Luca Privitelli (48) ein Sonderlob an Klub-Legende und Standardtrainer Nelson Ferreira ausgesprochen hat. Zudem können sich die Fans der Berner Oberländer höchstwahrscheinlich auf viele weitere europäische Nächte freuen: Verteidigt man gegen Vikingur Reykjavik einen 3:0-Vorsprung, steht man mindestens in der Ligaphase der Conference League.
Das sorgt für Sorgenfalten: Genau diese Ligaphase könnte ein Problem werden. Die Doppelbelastung ist deutlich spürbar bei den Thunern. Während man europäisch mit fokussierten und energischen Auftritten auf sich aufmerksam gemacht hat, lässt Thun dies in der Liga vermissen. Nur gegen Luzern gab es zum Auftakt mit der B-Elf einen Sieg – dazu kommen eine 0:6-Klatsche gegen YB und ein 2:4 gegen Basel. Dass die Thuner mit Dominik Albrecht (40) ihren Sportchef verloren haben, weil dieser sich eine Familienauszeit nimmt, hilft ebenfalls nicht. Simone Rapp, der Albrechts Amt übernahm, hat einiges an Arbeit vor sich und muss das Kader wesentlich breiter aufstellen.
GC: Rang 10, 3:7 Tore, 1 Punkt
Das macht Hoffnung: Zum einen, dass das Transferfenster in der Super League noch rund einen Monat geöffnet ist und die Hoffnung zuletzt stirbt, dass die neuen Besitzer noch dringend benötigte Verstärkung einkaufen. «Die Verantwortlichen arbeiten auf Hochtouren. Es wird ziemlich sicher noch etwas passieren», sagte Peter Zeidler gegenüber Blick, als er auf mögliche Transfers angesprochen wurde. Zum anderen, dass man mit Leitwolf Amir Abrashi sowie Talent Samuel Krasniqi zwei Spieler hat, die sich zu Saisonbeginn in sehr guter Form zeigen.
Das sorgt für Sorgenfalten: Das aktuell zusammengestellte Kader hätte es wohl selbst in der Challenge League schwer, um die vorderen Plätze zu spielen. In fast allen Mannschaftsbereichen braucht es dringend Verstärkungen. Peter Zeidlers Pressingfussball funktioniert bisher knapp 60 Minuten, dann fehlt es an qualitativer Breite auf der Ersatzbank – und einem Plan B oder C.
Luzern: Rang 11, 3:5 Tore, 1 Punkt
Das macht Hoffnung: Keine Mannschaft passt so häufig im gegnerischen Strafraum wie der FCL. Nur: Bislang haben die Luzerner daraus gerade einmal drei Tore gemacht. Umso besser, ist seit wenigen Tagen Daniel Mikolajewski da. Eine Minute braucht der Pole, um in der Super League erstmals zu treffen. Doch sein Debüt gegen St. Gallen bietet noch weit mehr Grund zur Hoffnung. Bei fast jeder Ballberührung des Neuzugangs hat man das Gefühl, dass etwas Gefährliches passieren könnte. Bestätigt das polnische Sturmtalent seinen ersten Eindruck, dürfte er dem FCL noch viel Freude bereiten – und die Luzerner ziemlich schnell aus dem Tabellenkeller schiessen.
Das sorgt für Sorgenfalten: Drei Spiele, drei Patzer – schlimmer könnte ein Saisonstart für einen Goalie kaum laufen. Schon bei seiner Verpflichtung gab es Fragezeichen, ob Simon Simoni tatsächlich der richtige Nachfolger von Pascal Loretz ist. Nach den ersten drei Partien sind diese nicht kleiner geworden. Zwar zeigt Simoni immer wieder, dass er zu starken Paraden fähig ist. Und auch seine Vorderleute machen es ihm nicht gerade einfach. Doch am Ende bleibt bei einem Goalie vor allem eines hängen: die Fehler. Und davon hat sich der Albaner bislang zu viele geleistet.
Vaduz: Rang 12, 5:8 Tore, 0 Punkte
Das macht Hoffnung: Die Ländle-Kicker sind bislang eine Bereicherung für die Liga! Weil die Elf von Marc Schneider mutig nach vorne spielt, statt den Bus vor dem eigenen Tor zu parkieren. In der Schuss-Statistik liegt der FC Vaduz hinter YB, Lugano und Sion auf dem vierten Rang, sowohl beim 1:2 gegen Lugano wie beim 2:3 gegen St. Gallen und beim 2:3 gegen Sion hätte man das Spiel auch gewinnen können. «Wir müssen vorne effizienter werden und hinten konsequenter verteidigen», sagt Sportchef Franz Burgmeier. Bislang ist das noch nicht gelungen. Die ersten drei Spiele aber zeigen: Trotz Mini-Mini-Budget von bloss sechs Millionen Franken sind die Liechtensteiner kein Kanonenfutter.
Das sorgt für Sorgenfalten: Die Chancenverwertung! Sinnbild ist die Hundertprozentige, die Marcel Monsberger im Heimspiel gegen den FC St. Gallen versiebt. Sorgen bereiten zudem die verletzten Spieler, mit Akhalaia, Eberhard, Neelakandan, Öhri und Seiler fehlen aktuell gleich fünf Profis. Für das eh schon kleine Kader der Liechtensteiner ein empfindlicher Verlust. Zumal der Klub unter der Doppelbelastung ätzt und im Vergleich mit anderen Super-League-Vereinen schon doppelt so viel Pflichtspiele absolviert hat. Reisen nach Andorra und Turku in Finnland inklusive.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 3 | 9 | 9 | |
2 | BSC Young Boys | 3 | 8 | 7 | |
3 | FC St. Gallen | 3 | 2 | 7 | |
4 | FC Sion | 3 | 2 | 6 | |
5 | FC Basel | 3 | 2 | 6 | |
6 | FC Lausanne-Sport | 3 | 1 | 5 | |
7 | Servette FC | 3 | -1 | 3 | |
8 | FC Zürich | 3 | -5 | 3 | |
9 | FC Thun | 3 | -6 | 3 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 3 | -4 | 1 | |
11 | FC Luzern | 3 | -5 | 1 | |
12 | FC Vaduz | 3 | -3 | 0 |












