Darum gehts
Wer vom Flughafen her zum GC-Campus fährt, kommt an Oberhasli vorbei und an Mettmenhasli, an Niederhasli. Jonathan Asp Jensen (20) muss sich wie zu Hause fühlen. Er stammt aus Andkaer, einer 360-Seelen-Gemeinde mitten in der mitteldänischen Provinz. «Es ist hier ein bisschen wie bei uns», sagt Asp Jensen. «Es läuft nicht viel.» Was er macht, wenn er nicht gegen einen Ball tritt? «Mit Freunden Playstation spielen und relaxen.» Eine nicht untypische Antwort für einen 20-jährigen Profifussballer, der seit seiner Jugend nichts anderes kennt, als von Fussballplatz zu Fussballplatz zu eilen.
Mit sieben wechselt er vom Nachbardorfclub Gauerslund IF in die Nachbarstadt Vejle. Via FC Midtjylland gehts für den Hochbegabten mit 16 zum grossen FC Bayern München. Seither fehlt ihm die Familie an fast jedem Tag. Papa, Mama und die zwei jüngeren Schwestern. «Ich vermisse sie sehr, ich bin nun schon vier Jahre weg von ihnen, zum Glück gibt es Facetime.»
Bayern-Fan seit der Kindheit
Dass sein Papa, ein Flugzeugmechaniker, zusammen mit der Familie nach München zieht und dort einen Job annimmt, sei nie Thema gewesen. Weil Andkaer der Fixpunkt der Asp Jensens ist und auch bleiben wird. Dass die Familie ihren Spross regelmässig besucht, versteht sich von selbst. Jonathans Vater ist ein grosser Fan des FC Bayern und platzte fast vor Stolz, als sein Sohn beim deutschen Rekordmeister unterschrieb. «Bayern war schon als Kind immer mein Lieblingsverein», sagt Jonathan. Vor knapp einem Jahr stand der offensive Mittelfeldspieler zum ersten Mal im Kader der ersten Mannschaft. Im Champions-League-Viertelfinal gegen Inter Mailand. «Goose bumps!», sagt Asp Jensen. «Gänsehaut!»
Knapp zwölf Monate später kickt der Edelfuss im Letzigrund vor gefühlt leeren Rängen und steckt im Abstiegskampf einer Liga, die vom Niveau her viel zu schlecht für ihn ist. Hadern aber will der schüchterne junge Mann mit der schwierigen Situation nicht. Stattdessen streicht er das Positive heraus: «Ich fühle die Qualität in unserer Mannschaft. Wir sind gut vorbereitet und haben eine Taktik, an die wir glauben.»
Die Resultate sprechen eine andere Sprache. Sieben Punkte Rückstand aufs rettende Ufer und von 29 Spielen bloss fünf gewonnen. Negativer Höhepunkt zuletzt ist das verlorene Derby gegen den FCZ, als man bis auf drei Punkte an den Stadtrivalen hätte herankommen können, das Spiel aber mit 1:2 verliert. Auch deshalb, weil FCZ-Goalie Silas Huber einen fast perfekten Schuss von Asp Jensen in Weltklasse-Manier noch um den Pfosten lenkt. «Manchmal triffst du den Pfosten, dann geht er rein oder raus. Das kannst du nicht ändern. Du musst es einfach weiterprobieren», so die Nummer 10 von GC. Auf diese Nummer angesprochen, beginnen die Augen von Asp Jensen ein erstes Mal so richtig zu leuchten. «Magisch» sei sie, so der Offensivkünstler. In seiner Jugend war er erst Verteidiger, dann Sechser, dann Achter, ehe er seine wahre Berufung gefunden hat.
Asp Jensen ist Messi-Fan
Die grösste Nummer 10 der Fussballgeschichte? «Messi», sagt Asp Jensen so schnell, als würde er gleich zu einem Sprint ansetzen. Vor drei Jahren sieht er sein Idol live in der Allianz-Arena, als der FC Bayern auf PSG trifft. «Ich habe damals die Champions-League-Fahne im Mittelpunkt gehalten», erinnert sich Asp Jensen. Goose bumps! Der damals 17-Jährige weiss: «Hier will ich irgendwann auf dem Rasen stehen.»
Der Weg aber ist steinig. Die Bayern spielen aktuell eine der besten Saisons der Klubgeschichte und sind offensiv so gut besetzt wie noch selten. Zwar hat Asp Jensen an der Säbener Strasse noch einen Vertrag bis Juni 2028, trotzdem ist eine Rückkehr eher unrealistisch.
Auf Fragen zu seiner Zukunft will Asp Jensen aber nicht eingehen. Wichtig sei, im Moment zu leben. Spiel für Spiel zu schauen. Er ist heiss auf das Duell gegen den Leader – doch am Tag vor dem Spiel erleidet Asp Jensen eine Rückenverletzung. Er ist für den Samstagabend verletzt gemeldet.
Was mit GC in dieser Saison noch möglich ist? «In den Cupfinal einzuziehen», sagt Asp Jensen. Den Abstiegskampf erwähnt er in seiner Antwort erst gar nicht. Würde auch nicht zum «Mia-san-Mia-Gefühl» passen, das sie ihm beim deutschen Rekordmeister eingeimpft haben.
In der Schweiz trägt GC diesen Titel. Asp Jensen weiss das. Ob er auch gewusst hat, dass die Hoppers so weit vom Glanz früherer Tage entfernt sind wie sein Heimatort Andkaer von einer Metropole?
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 29 | 34 | 68 | |
2 | FC St. Gallen | 29 | 23 | 54 | |
3 | FC Lugano | 29 | 10 | 49 | |
4 | FC Basel | 29 | 4 | 46 | |
5 | FC Sion | 29 | 8 | 42 | |
6 | BSC Young Boys | 29 | 3 | 42 | |
7 | FC Luzern | 29 | 3 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 29 | -2 | 36 | |
9 | Servette FC | 29 | -6 | 33 | |
10 | FC Zürich | 29 | -16 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 29 | -14 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 29 | -47 | 16 |


