Christian Witzig über seine Liebe zum FCSG, Transfers und Zweifel
«Ein Wechsel zu Xamax wäre auch noch möglich»

Statt im Ausland kickt Christian Witzig weiterhin im Sitterstadion. Was er zum geplatzten Holland-Deal sagt. Welche Klub-Legende er bald überholen wird – und weshalb Xamax der einzige Schweizer Verein ist, zu dem er wechseln würde.
Kommentieren

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
Die Zusammenfassung von Blick+-Artikeln ist unseren Nutzern mit Abo vorbehalten. Melde dich bitte an, falls du ein Abo hast.
RMS_Portrait_AUTOR_1196.JPG
Stefan KreisReporter Fussball

Es gibt Fussballer, die küssen das Klub-Logo, um nur kurze Zeit später den Verein zu verlassen. Und dann gibts Typen wie Christian Witzig (25). Die bleiben sich und ihren Farben treu. Grün-Weiss im Herzen. Wohl wissend, dass er im Joggeli, im Wankdorf oder in der AIL-Arena ein Vielfaches mehr verdienen könnte als im Berit Sitterstadion.

Geld aber hat für den 25-Jährigen nicht erste Priorität. Das Fussballgeschäft ausserhalb des Spielfelds ist allgemein nicht die Welt des bodenständigen Thurgauers: «In diesem Business könnte ich, glaube ich, nicht arbeiten. Das ist nicht so meins.»

1/6
Grün-Weiss im Herz: Seit 11 Jahren trägt Christian Witzig das Espen-Trikot.
Foto: Sven Thomann

Roberto Cannellino, der seit Jahr und Tag Witzigs Berater ist, sagt: «Mit Christian zu arbeiten, ist ein Privileg. Weil er ein Spieler ist, der nicht dem Geld nachrennt. Sondern über den Tellerrand hinausblickt. Und in erster Linie Freude am Fussball hat.» In seiner Agentur stehe der Spieler im Mittelpunkt, fügt Cannellino noch an. «Und nicht die eigenen Interessen.»

Schulterverletzung lässt Wechsel platzen

Was nicht heisst, dass sein Klient nicht gerne ins Ausland gewechselt wäre. Vor kurzem buhlte AZ Alkmaar heftig um den beidfüssig Begabten, am Ende aber scheiterte der Deal, weil die Holländer bei der Ablöse knauserten. «Das war schon nicht so toll», sagt Witzig. «Man denkt einen Monat lang daran, dass der Wechsel über die Bühne gehen könnte. Man bereitet sich mental und physisch darauf vor und dann kommt er nicht zustande.»

So wie vor einem Jahr, als die ganze Fussballschweiz mit einem Transfer rechnete, unter anderem waren der HSV, Como, Bristol, Norwich und Toulouse interessiert. Aber Witzig verletzte sich mitten in der Transferperiode schwer an der Schulter. Oder vor zwei Jahren, als der Thurgauer seine bislang beste Saison der Karriere spielte, aber ein Auslandstransfer kein Thema war. Weil er mit dem FCSG Geschichte schreiben, sprich: in der Gruppenphase der Conference League spielen wollte.

«Das hat es zum letzten Mal elf Jahre zuvor gegeben», sagt Witzig. Wohl wissend, dass er diese Sternstunde verpasst hätte, wäre er zu einem anderen Verein gegangen. Und er hätte wohl auch den Cupsieg verpasst, wo er mit seinem ersten Ballkontakt den dritten Treffer erzielte.

Nach seinem Treffer setzt Witzig oben ohne zu einem legendären Jubellauf an und feiert ausgelassen vor dem eigenen Anhang. Dort, wo er sich zu Hause fühlt, seit er im Alter von 14 Jahren aus dem Nachwuchs des FC Wil zu den Espen stösst. Und elf Jahre später auf bestem Weg ist, eine Klub-Legende zu werden. 170 Pflichtspiele hat Witzig bislang für seinen FCSG absolviert, gleich viele wie Meisterheld Pascal Thüler (56). Hinzu kommen rekordverdächtige 53 Einsätze für die St. Galler U21. Drei Jahre lang steht das Espengewächs auf dem Sprung in die erste Mannschaft, aber erst mit 20 gelingt der endgültige Durchbruch.

Witzig hat gezweifelt

Hat Witzig in jenen Momenten nie gezweifelt? «Doch, sicher. Es wäre nicht menschlich, wenn ich nicht gezweifelt hätte. Das macht jeder. Ich wusste aber immer, dass ich ein guter Fussballer bin.» Wieder aber wird das Top-Talent vom Pech verfolgt. Kurz nach Unterzeichnung seines ersten Profivertrags erwischt ihn das Pfeiffersche Drüsenfieber: «Ich war schon früher immer anfälliger auf Krankheiten und Erkältungen und lag drei Wochen lang flach. Das war nicht einfach.»

Witzig aber, der während seiner Juniorenzeit nebenbei noch eine Lehre als Konstrukteur absolvierte, ist ein Kämpfer. Und wird in der Saison darauf mit dem Durchbruch belohnt. Unter Peter Zeidler überzeugte der vielseitig Einsetzbare im Rauten-System als Achter, noch heute ist es die bevorzugte Position des Mittelfeldspielers.

Nicht auf seiner Lieblingsposition

Unter Enrico Maassen aber muss der 25-Jährige meist als linker Schienenspieler oder als Stürmer in die Hosen. Bei Alkmaar hätte Witzig auf seiner Lieblingsposition spielen können, weil die Holländer einen Achter gesucht haben.

In Tränen bricht Witzig aber nicht aus, weil daraus nichts wurde. Weil er weiter beim einzigen Verein spielen darf, für den er in der Schweiz auflaufen möchte. «Xamax wäre auch noch möglich, weil der Klub eine Fan-Freundschaft mit St. Gallen pflegt», sagt Witzig mit einem Schmunzeln.

Ernst gemeint ist diese Aussage aber nicht. Weils für ihn in der Schweiz bloss einen Verein gibt. 

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
7
13
19
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
8
12
16
3
FC Sion
FC Sion
7
6
15
4
FC Basel
FC Basel
8
2
13
5
FC St. Gallen
FC St. Gallen
7
-2
10
6
FC Zürich
FC Zürich
8
-6
10
7
FC Luzern
FC Luzern
8
-5
9
8
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
7
-4
8
9
Servette FC
Servette FC
7
-3
7
10
FC Thun
FC Thun
7
-7
7
11
FC Vaduz
FC Vaduz
8
-2
6
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
8
-4
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Liebe Leserin, Lieber Leser
Der Kommentarbereich von Blick+-Artikeln ist unseren Nutzern mit Abo vorbehalten. Melde dich bitte an, falls du ein Abo hast. Noch kein Blick+-Abo? Finde unsere Angebote hier:
Hast du bereits ein Abo?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen