«Nie gedacht, dass ich den Entscheid jemals treffen werde»
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Sutter über Scheiblehner-Aus:«Nie gedacht, dass ich den Entscheid jemals treffen werde»

Auf dem Campus herrscht Panik
GC hat diese Saison schon im Sommer in die Tonne getreten

Sportchef Alain Sutter ist zum Saisonstart eine Hochrisiko-Strategie gefahren. Spätestens die Ohrfeige in Genf legt schonungslos alle Probleme bei den Grasshoppers offen.
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Da waren sie noch ein Herz und eine Seele: GC-Sportchef Alain Sutter (l.) und sein inzwischen entlassener Trainer Gerald Scheiblehner.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die GC-Wintertransfers sind Eingeständnis der Versäumnisse im Sommer
  • Die Zugänge haben die Teamchemie verändert
  • Die Scheiblehner-Entlassung ist Zeichen für Panik auf dem GC-Campus
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Florian RazReporter Fussball

Der Anfang war richtig lustig. Als Gerald Scheiblehner (49) seine ersten Trainings der Grasshoppers leitete, lief noch die Frauen-EM. Der Österreicher erzählte vom Preisschock, den er in den Zürcher Restaurants erlebt hatte und meinte mit Humor: «Wir haben uns schon angepasst und die letzten zwei Tage Vollkornbrot und Käse im Hotel gegessen.»

Blöd nur, dass in jenem Sommer noch etwas absoluter Käse war: die Transfers. GC hat eingekauft wie beim Besuch im Ein-Euro-Shop: hier einen 16-jährigen Italiener, dort einen in der Super League ausrangierten Verteidiger und da noch einen vertragslosen Österreicher – Hauptsache, es kostet praktisch nix.

Die Kaderzusammenstellung war fahrlässig

Bis zum Herbst hatte Sportchef Alain Sutter (56) zwölf neue Fussballer auf den Campus geholt. Bloss zwei von ihnen hoben das Niveau des Kaders: Jonathan Asp Jensen (20) und Lovro Zvonarek (20), weil die Bayern diesmal zum Glück zwei ambitionierte Jungfussballer nach Zürich geschickt haben anstelle des Ego-Projekts Nestory Irankunda (20).

Möglich, dass die Transferpolitik darunter gelitten hat, dass nicht jeder Wunschspieler den unbändigen Wunsch verspürt hat, zu GC zu wechseln. Aber dieses Problem haben die Grasshoppers in der Super League wahrlich nicht exklusiv. Nein, diese Kaderzusammenstellung war fahrlässig – auch unter erschwerten Umständen.

Schon in der letzten Saison hatte nur ein desolates Yverdon den direkten GC-Abstieg verhindert. Doch obwohl danach die meisten der sowieso schon raren Führungsspieler den Klub verliessen, taten die Verantwortlichen, als könnten sie weiterwursteln wie bisher. Als werde das Kader ohne jede Investition in die Qualität der Spieler besser. Vielleicht durch Handauflegen oder auch Achtstunden-Tage auf dem Campus.

Welch eine Fehleinschätzung in Niederhasli, Los Angeles und München. Eigentlich hat GC seine Saison bereits vor dem Anpfiff des ersten Spiels in die Tonne getreten. Unter dem Deckmantel, man wolle erst einmal den Jungen eine Chance geben und das Kader bis zur Saisonpause analysieren. Die hektische Transferaktivität im Winter war dann das Eingeständnis für die kolossalen Versäumnisse im Sommer.

Teuer sind die Winterzugänge noch dazu. Was zur absurden Situation führt, dass Kapitän Sutter nun doch Geld mit beiden Händen ausgegeben hat. Einfach zu einem Zeitpunkt, als sein GC-Bötchen bereits mit schwerer Schlagseite auf dem Riff lag.

Der letzte Beweis für die Panik auf dem Campus

Wintertransfers gelten als notorisch schwierig und überteuert. Bei GC haben sie auch noch die Chemie im Team durcheinandergebracht, das Kader aufgebläht – und am Ende mit dazu geführt, dass Scheiblehner die Kontrolle entglitten ist.

Dass dann auch noch der Trainer gehen musste, ist bloss der letzte Beweis für die Panik, die auf dem Campus herrscht. Ende November hat Sutter Scheiblehner noch als «absolut brillant» bezeichnet. Jetzt hält er bei dessen Entlassung nicht mal einen Ersatzmann bereit, der Erfahrung im Abstiegskampf mitbringt. Oder wenigstens mal ein Spiel in einer höchsten Liga gewonnen hat.

Aber wie soll der vielzitierte Ruck durch die Mannschaft gehen, wenn der Cheftrainer einfach durch eine etwas günstigere Kopie ersetzt wird? Interimstrainer Gernot Messner (45) ist nur wegen Scheiblehner als U21-Trainer bei GC gelandet. Die beiden waren beim Gespräch über Fussball auf Anhieb ein Herz und eine Seele.

Messner steht für Scheiblehner-Fussball, einfach ohne Scheiblehner. Und bislang auch ohne den Witz seines Vorgängers. Zumindest das ist allerdings stimmig. Zu lachen gibt es bei GC derzeit nämlich überhaupt nichts.

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
31
37
71
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
31
23
56
3
FC Basel
FC Basel
31
8
52
4
FC Lugano
FC Lugano
31
10
51
5
FC Sion
FC Sion
31
9
46
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
31
5
46
7
FC Luzern
FC Luzern
31
6
39
8
Servette FC
Servette FC
31
-3
36
9
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
31
-8
36
10
FC Zürich
FC Zürich
31
-16
34
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
31
-23
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
31
-48
19
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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