Zu Besuch bei Nati-Goalie Kobel
«Viele sehen nur den verbissenen Fussballer»

Er reist erstmals als Nummer 1 der Schweizer Fussball-Nati an eine WM: Wie Gregor Kobel mit seiner Jugendliebe Anna Wagner und ihrer gemeinsamen Tochter in Dortmund lebt – und welche Seite des BVB-Stars Fussballfans kaum zu sehen bekommen.
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Darum gehts

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Vanessa Nyfeler
Schweizer Illustrierte

«Fangsch?» Gregor Kobel (28) rollt seinem Töchterchen einen Mini-Fussball über den Wohnzimmerboden zu. Die Kleine strahlt und krabbelt ihrem Papi entgegen. Noch landet nicht jeder Ball in ihren Händen, aber das Interesse ist da. «Sie hat Megafreude an Bällen», sagt der Goalie stolz. Seine Verlobte Anna Wagner (28) schiebt den Ball zurück in Richtung Kobel. Seit vergangenem August sind sie Eltern – und blühen in dieser Rolle auf.

Seine wichtigste Mannschaft: Nati-Goalie Gregor Kobel mit Verlobter Anna, Tochter und Familienhund Odens in ihrem Zuhause bei Dortmund.
Foto: Fabienne Bühler

Die junge Familie lebt etwas ausserhalb von Dortmund in einer modernen, zweistöckigen Villa mit hohen Fensterfronten, eigenem Fitnessraum und Blick ins Grüne. Wenn Kobel nicht gerade Stürmer zur Verzweiflung treibt oder den Alltag mit seiner Familie geniesst, schlägt er im Garten Golfbälle, perfektioniert seine Latte-Art oder vertieft sich in Biografien. Auch für Uhren und Sportautos kann er sich begeistern.

Spielen, lachen, zusammen sein: «Greg war schon immer ein Familienmensch», erzählt Anna Wagner.
Foto: Fabienne Bühler


Am Esstisch herrscht Hochspannung. Kobel und Wagner lieben Gesellschaftsspiele – und schenken sich dabei nichts. «Das ist das Einzige, worüber wir wirklich streiten», sagt Wagner und lacht. «Der einzige denkbare Trennungsgrund, gell, Schatz?», wirft Kobel grinsend ein. «Wir verlieren halt nicht gern.»

Die Wachablösung

Kobels Siegeswille zeigt sich besonders auf dem Fussballplatz. Dort wird aus dem heiteren Familienmenschen ein Goalie, der keine Niederlage akzeptieren will. Einer, der auch mal laut ausruft und sich ärgert, wenn er den Ball aus dem Netz holen muss. Genau diese Mentalität hat ihn an die Spitze gebracht. Nach zehn Jahren mit Yann Sommer im Tor beginnt bei der Schweizer Nationalmannschaft eine neue Ära: Gregor Kobel reist erstmals als Nummer 1 an ein grosses Turnier. «Ich freue mich extrem», sagt er bei unserem Besuch kurz vor dem Abflug an die WM in Amerika. «Für die Schweiz zu spielen, ist immer eine riesige Ehre.»

196 Zentimeter Grösse verschaffen dem Zürcher im Goal einen Vorteil. Noch wichtiger seien aber seine Reaktionsschnelligkeit – «und der Kopf!», betont Kobel.
Foto: Keystone

Mit seinem Verein Borussia Dortmund blickt Kobel auf eine starke Saison zurück: Er weist unter den Stammgoalies die beste Paradenquote der Bundesliga auf. Sein Marktwert wird auf rund 40 Millionen Franken geschätzt. Seit 2021 steht er beim BVB unter Vertrag, bis 2028 läuft dieser noch.

Angefangen hat seine Karriere beim FC Seefeld, später wechselte Gregor Kobel zu GC. Weil sich in Zürich keine passende Perspektive bot, wagte er mit nur 16 Jahren den Schritt nach Deutschland und wechselte ins Nachwuchsleistungszentrum von Hoffenheim.

Kilometer für die Liebe

Während Kobel Hunderte Kilometer entfernt um seinen Traum vom Profifussball kämpft, hört Anna Wagner in Zürich schon lange Geschichten über ihn. Ihre KV-Lehre macht sie bei der NZZ, wo seine Mutter Barbara Stolba ihre Ausbildnerin ist. Und wenn Kobel aus Deutschland anruft, weil er wieder einmal etwas vergessen hat, entgehen Wagner diese Telefonate nicht. Später begegnen sich die beiden zufällig an einem Geburtstag. «Wir verstanden uns sofort, blieben zunächst aber Freunde», erzählt Wagner. Bis daraus Liebe wird.

Ein Stück Zürich im Ruhrgebiet: Kissen mit den Koordinaten von Zürich Seefeld erinnern Wagner und Kobel an ihre Heimat.
Foto: Fabienne Bühler

Als Gregor Kobels Karriere ihn von Hoffenheim über Augsburg nach Stuttgart führt, beginnt Wagner ein Studium in Immobilienmanagement in Luzern. Dazwischen pendelt sie unzählige Stunden zwischen der Schweiz und Deutschland. Erst in Dortmund wird aus der Fernbeziehung ein gemeinsamer Alltag. Inzwischen sind die beiden seit zwei Jahren verlobt. Nächstes Jahr wollen sie sich in Zürich das Jawort geben.

Die wichtigste Mannschaft

Zu Kobels Füssen hat sich inzwischen Familienhund Odens niedergelassen. Immer wieder stupst der Dobermann sein Herrchen an. «Er ist spielsüchtig», erklärt Wagner. «Sobald Greg aufsteht, hofft er, dass es losgeht.» Bevor der Vierbeiner zum Zug kommt, meldet sich das jüngste Familienmitglied. Kobel nimmt seine Tochter auf den Arm.

Cardio-Training im Doppelpack: Gregor Kobel arbeitet auf dem Heimtrainer an seiner Fitness, Odens an seiner Geduld.
Foto: Fabienne Bühler

Viel verändert habe das Vatersein Gregor Kobel nicht, findet Wagner. «Er hat schon immer geschaut, dass er möglichst oft zu Hause ist. Wenn möglich, fährt er nach Auswärtsspielen direkt nach Hause, statt irgendwo zu übernachten.» Auch seine zärtliche Art überrascht sie nicht. «Die hatte er schon immer. Jetzt darf sie einfach noch jemand Neues spüren.»

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Das würden viele dem Nati-Goalie wohl kaum zutrauen. Kobel schmunzelt. «Es wird immer so dargestellt, als wäre ich bloss dieser verbissene Fussballer», sagt er. «Klar gehört der Ehrgeiz zu mir. Aber das ist längst nicht alles.» Genauso gern verbringt er Zeit mit Freunden und geniesst auch mal ein Glas Wein. «Wenn man nur noch mit Scheuklappen durchs Leben geht, verliert man irgendwann die Freude.»

15 Mal blieb Gregor Kobel in 34 Bundesliga-Spielen ohne Gegentor – so oft wie kein BVB-Goalie vor ihm in einer Saison.
Foto: Fabienne Bühler


Und die Freude kommt auch in der Liebesbeziehung nicht zu kurz: «Wir haben es extrem gut miteinander», so Kobel. Besonders schätzt er Wagners Wärme und Herzlichkeit. «Sie schafft ein Zuhause, in dem wir uns wohlfühlen.» Ihn beeindrucke, wie sie stets das Gute in Menschen sehe. Sie wiederum bewundere, wie unterstützend Kobel sei. «Er will immer das Beste für alle.»

Wie im Tor setzt Gregor Kobel auch im Alltag auf Routine und die richtigen Handgriffe.
Foto: Fabienne Bühler

Selbstverständlich auch für seine Tochter. Welchen Weg sie einmal einschlägt, wollen die Eltern offenlassen. Sportliche Vorbilder hätte sie jedenfalls genug: Kobels Vater Peter spielte als Hockey-Stürmer unter anderem für die ZSC Lions.

An der WM reisen Anna Wagner und die Kleine mit. Kobel gibt sich ambitioniert: «Wir wollen so erfolgreich wie möglich sein. Wenn wir als Team mit Selbstvertrauen auftreten, können wir einiges erreichen.» Auch für Wagner bedeutet das Turnier viel: «Ich habe Gregs Weg so lange begleitet. Dass er jetzt dort steht, macht mich so stolz.» Mit einem Lachen fügt sie an: «Meine Nummer 1 ist er sowieso!»

Noch näher dran an der Schweizer Nati

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
1
2
3
2
Südkorea
Südkorea
1
1
3
3
Tschechien
Tschechien
1
-1
0
4
Südafrika
Südafrika
1
-2
0
K.o.-Phase
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
1
0
1
2
Kanada
Kanada
1
0
1
3
Katar
Katar
1
0
1
4
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
1
0
1
K.o.-Phase
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schottland
Schottland
1
1
3
2
Marokko
Marokko
1
0
1
3
Brasilien
Brasilien
1
0
1
4
Haiti
Haiti
1
-1
0
K.o.-Phase
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
1
3
3
2
Australien
Australien
1
2
3
3
Türkei
Türkei
1
-2
0
4
Paraguay
Paraguay
1
-3
0
K.o.-Phase
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
1
6
3
2
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
1
1
3
3
Ecuador
Ecuador
1
-1
0
4
Curacao
Curacao
1
-6
0
K.o.-Phase
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweden
Schweden
1
4
3
2
Japan
Japan
1
0
1
3
Niederlande
Niederlande
1
0
1
4
Tunesien
Tunesien
1
-4
0
K.o.-Phase
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Neuseeland
Neuseeland
1
0
1
2
Iran
Iran
1
0
1
3
Belgien
Belgien
1
0
1
4
Ägypten
Ägypten
1
0
1
K.o.-Phase
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Uruguay
Uruguay
1
0
1
2
Saudi Arabien
Saudi Arabien
1
0
1
3
Spanien
Spanien
1
0
1
4
Kap Verde
Kap Verde
1
0
1
K.o.-Phase
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
0
0
0
2
Senegal
Senegal
0
0
0
3
Irak
Irak
0
0
0
4
Norwegen
Norwegen
0
0
0
K.o.-Phase
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
0
0
0
2
Algerien
Algerien
0
0
0
3
Österreich
Österreich
0
0
0
4
Jordanien
Jordanien
0
0
0
K.o.-Phase
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Portugal
Portugal
0
0
0
2
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
0
0
0
3
Usbekistan
Usbekistan
0
0
0
4
Kolumbien
Kolumbien
0
0
0
K.o.-Phase
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
0
0
0
2
Kroatien
Kroatien
0
0
0
3
Ghana
Ghana
0
0
0
4
Panama
Panama
0
0
0
K.o.-Phase
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