«Mittlere Katastrophe, wenn man das Resultat anschaut»
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Einschätzung nach WM-Auftakt:«Mittlere Katastrophe, wenn man das Resultat anschaut»

Defensive ist anfällig
Nati-Blamage zum Start ins WM-Turnier – und jetzt?

Die Schweiz spielt im ersten Gruppenspiel gegen Katar nur 1:1. Droht jetzt bereits das vorzeitige WM-Aus? Ein Blick in die Vergangenheit gibt Hoffnung.
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Die Nati startet mit einem Dämpfer ins WM-Turnier.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

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Lucas WerderReporter Fussball

Es ist eine der grössten Sensationen der WM-Geschichte, die sich am 22. November 2022 im Lusail Stadium von Doha ereignet. Die als einer der grossen Favoriten gehandelten Argentinier um Superstar Lionel Messi müssen sich im Startspiel trotz Führung völlig überraschend Saudi-Arabien mit 1:2 geschlagen geben. Eine Blamage für die Albiceleste, die aber vier Wochen später niemanden mehr interessiert: Weil sich Argentinien trotz Fehlstart zum dritten Mal zum Weltmeister krönt. In jenem Land, das der Schweiz dreieinhalb Jahre später ihren WM-Fehlstart einbrockt: Die KATARstrophe ist perfekt.

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1:32
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Nun ist das Katar von 2026 vermutlich noch einmal schwächer einzuschätzen als das Saudi-Team von 2022. Und auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Nati am 19. Juli in New York den WM-Pokal in Empfang nehmen kann, ist gering. Trotzdem lassen sich die beiden missglückten Auftaktspiele irgendwie vergleichen.

26 Nati-Abschlüsse

Argentinien legt damals einen offensiv überzeugenden Auftritt hin, scheitert aber an der eigenen Effizienz. Auch die Schweizer kommen in San Francisco zu einer Vielzahl an Möglichkeiten. In 90 Minuten kommt die Nati auf 26 Abschlüsse, bei sämtlichen Datenanbietern beträgt der Wert für erwartbare Nati-Goals deutlich über 3 Tore. Murat Yakin (51) sagt darum: «Meine Mannschaft hat dominanten Fussball gezeigt. Wir haben den Ball laufen lassen und uns gute Chancen erarbeitet. Aber wir waren zu wenig präzis im Abschluss.»

Die Wahrheit ist aber auch: Die mangelnde Schweizer Chancenauswertung lässt sich genau so wenig wegreden wie die weiterhin anfällige Defensive. Schon vor dem Gegentor tauchen die Katarer mehrfach gefährlich vor dem Nati-Tor auf, Gregor Kobel muss mehrmals eingreifen. «Wir kennen mittlerweile unseren Spielstil. Wenn wir so offensiv spielen, gehen wir bewusst ein Risiko ein und stehen auch mal offen. Wenn du dann nur knapp führst, kann das gefährlich werden», erklärt Yakin.

Das hatte sein Team schon in den letzten beiden Testspielen vor der WM unter Beweis gestellt. Gegen Jordanien (1:4) und Australien (1:1) reichte jeweils ein langer Ball, um die gesamte Abwehr auszuhebeln. In den verbleibenden Tagen bis zum Turnierstart ist es aber offenbar nicht gelungen, dieses Problem zu lösen. Oder man geht dieses Risiko weiterhin bewusst ein.

«Wenn man auf die Chancen schaut, könnten sie zwei, drei Tore schiessen», sagt auch Manuel Akanji (30). «Aber wir wiederum könnten acht schiessen. Dieses Spiel müssen wir trotzdem klar gewinnen. Wenn man aber nur eines macht, lässt du den Gegner im Spiel.»

Setzt Yakin weiterhin aufs Risiko?

Genau das darf der Nati in den kommenden beiden Spielen gegen Bosnien und Kanada nicht mehr passieren. Setzt Yakin weiterhin auf seine riskante Spielweise, muss pro Spiel ein Gegentor einbudgetiert werden. So wie es in sechs der letzten sieben Spielen der Fall gewesen ist. Nicht die einzige Tendenz, die den Schweizern etwas zu denken geben sollte: Das 4:1 im Testspiel gegen Jordanien ist der einzige Nati-Sieg aus den letzten sechs Spielen.

Um den Einzug in die K.o.-Phase nicht zu gefährden, müssen die Schweizer mindestens einen weiteren einfahren. Und aufgrund der Anfälligkeit auf Gegentore wohl mindestens zwei Tore schiessen. Die Effizienz – zuletzt eigentlich eine der grossen Schweizer Stärken – muss sofort wiedergefunden werden. Yakin zumindest zeigt sich zuversichtlich: «Ich bin überzeugt, dass es in den nächsten beiden Spielen besser kommt. Wir werden gestärkt daraus hervorgehen.»

Das ist in der Vergangenheit nicht nur den Argentiniern, sondern auch schon der Nati selbst gelungen. 2021 starteten die Schweizer mit einem 1:1 gegen Wales in die EM und spielten am Ende nach einem Achtelfinal-Coup gegen Frankreich die erfolgreichste Endrunde ihrer Geschichte. Das ist trotz der Start-KATARstrophe auch an dieser WM weiterhin das grosse Ziel.

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
1
2
3
2
Südkorea
Südkorea
1
1
3
3
Tschechien
Tschechien
1
-1
0
4
Südafrika
Südafrika
1
-2
0
K.o.-Phase
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
1
0
1
2
Kanada
Kanada
1
0
1
3
Katar
Katar
1
0
1
4
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
1
0
1
K.o.-Phase
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schottland
Schottland
1
1
3
2
Marokko
Marokko
1
0
1
3
Brasilien
Brasilien
1
0
1
4
Haiti
Haiti
1
-1
0
K.o.-Phase
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
1
3
3
2
Australien
Australien
1
2
3
3
Türkei
Türkei
1
-2
0
4
Paraguay
Paraguay
1
-3
0
K.o.-Phase
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
0
0
0
2
Curacao
Curacao
0
0
0
3
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
0
0
0
4
Ecuador
Ecuador
0
0
0
K.o.-Phase
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
0
0
0
2
Japan
Japan
0
0
0
3
Schweden
Schweden
0
0
0
4
Tunesien
Tunesien
0
0
0
K.o.-Phase
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
0
0
0
2
Ägypten
Ägypten
0
0
0
3
Iran
Iran
0
0
0
4
Neuseeland
Neuseeland
0
0
0
K.o.-Phase
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
0
0
0
2
Kap Verde
Kap Verde
0
0
0
3
Saudi Arabien
Saudi Arabien
0
0
0
4
Uruguay
Uruguay
0
0
0
K.o.-Phase
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
0
0
0
2
Senegal
Senegal
0
0
0
3
Irak
Irak
0
0
0
4
Norwegen
Norwegen
0
0
0
K.o.-Phase
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
0
0
0
2
Algerien
Algerien
0
0
0
3
Österreich
Österreich
0
0
0
4
Jordanien
Jordanien
0
0
0
K.o.-Phase
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Portugal
Portugal
0
0
0
2
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
0
0
0
3
Usbekistan
Usbekistan
0
0
0
4
Kolumbien
Kolumbien
0
0
0
K.o.-Phase
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
0
0
0
2
Kroatien
Kroatien
0
0
0
3
Ghana
Ghana
0
0
0
4
Panama
Panama
0
0
0
K.o.-Phase
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