Darum gehts
- Die europäischen Ligen stellen sich gegen Gianni Infantino
- Gemäss Claudius Schäfer wird seine Eignung als Präsident infrage gestellt
- Schäfer fordert, dass die Rolle und Aufgaben des Präsidenten neu definiert werden
Der Gegenwind für Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) wird immer stärker. Nach kontinentalen wie nationalen Verbänden und ehemaligen Spielern stellen sich nun auch alle 53 Mitgliedsligen aus 34 europäischen Ländern – darunter die grossen fünf: Deutschland, England, Spanien, Italien und Frankreich – gegen den Walliser.
Claudius Schäfer, Präsident der European Leagues sowie CEO der Swiss Football League, sagt in einem Interview mit «The Athletic»: «Wir sind zutiefst besorgt über seine Führung.» Er geht sogar noch weiter: «Wir stellen seine Eignung für das Amt des Präsidenten infrage.»
Die U20-WM der Frauen (ab 5.9.) und alle nachfolgenden Fifa-Turnieren werden doch mit europäischen Teams stattfinden. Wie englische Medien berichten, zieht die Uefa ihre Boykott-Drohung zurück. Der europäische Verband hat demnach von der Fifa eine Garantie erhalten, dass die Fifa keine Pläne mit privaten Investoren mehr verfolgt. Trotz dieser Zusicherung hält die Uefa an ihrer Forderung fest, dass Gianni Infantino als Präsident des Weltverbands abtreten muss.
Die U20-WM der Frauen (ab 5.9.) und alle nachfolgenden Fifa-Turnieren werden doch mit europäischen Teams stattfinden. Wie englische Medien berichten, zieht die Uefa ihre Boykott-Drohung zurück. Der europäische Verband hat demnach von der Fifa eine Garantie erhalten, dass die Fifa keine Pläne mit privaten Investoren mehr verfolgt. Trotz dieser Zusicherung hält die Uefa an ihrer Forderung fest, dass Gianni Infantino als Präsident des Weltverbands abtreten muss.
Infantinos Einfluss sei in den letzten Jahren immer mehr gewachsen. Wichtige Entscheidungen seien ohne sinnvolle Rücksprache mit den betroffenen Parteien getroffen worden. Etwa die Einführung einer erweiterten Klub-WM trotz bereits überfülltem Kalender. «Deshalb haben wir bei der Europäischen Kommission unsere Beschwerde bezüglich des internationalen Spielkalenders eingereicht.»
«Ein echter Skandal»
Jurist Schäfer betont, dass die Fifa gemäss schweizerischem Recht ein Verein sei. Und in einem solchen gebe es Regeln. In den Plänen, kommerzielle Rechte an Weltmeisterschaften zu verkaufen, oder dem letztes Jahr an US-Präsident Donald Trump verliehenen Friedenspreis – alles Entscheide, die ohne Rücksprache gefällt wurden – sieht er deswegen einen Rechtsverstoss.
Auch die aufgehobene Rot-Sperre an der WM gegen US-Stürmer Folarin Balogun stösst bei Schäfer auf Unverständnis. «Das war ein echter Skandal», sagt er. Eine solche politische Einmischung habe es noch nie gegeben. «Das stellt die Integrität des Spiels infrage.»
Neue Rollen-Definition des Präsidenten
Noch gibt es niemanden, der Infantino kommenden März bei der Fifa-Präsidentenwahl herausfordern will. Zuletzt hat etwa Uefa-Präsident Aleksander Ceferin klargestellt, dass er kein Interesse hat.
Dennoch ist Schäfer zuversichtlich, dass sich noch jemand finden wird. Wichtiger sei aber, dass nach der Wahl «die Rolle und die Aufgaben des Fifa-Präsidenten neu definiert werden». Denn: «Wir wollen nie wieder einen Präsidenten, der so mächtig ist wie dieser.»




