VA Andorra-Spieler bricht bei Schweigeminute in Tränen aus
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Nach Tod von Gegenspieler:Andorra-Spieler bricht bei Schweigeminute in Tränen aus

«Fällt uns schwer, zu berichten»
Spanische Journalistin über Tod von Jesus de Miguel (†30)

Nach dem Tod von Jesus de Miguel hat Blick mit einer Journalistin aus Teneriffa gesprochen. Sie erzählt, was auf der Insel aktuell abgeht und warum die Tragödie auch die Medien hart trifft. Zudem erklärt sie, was Übeltäter Owono nun droht.
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Journalistin Susana Nasser Heikkilä aus Teneriffa erlebt die Tragödie um Jesus de Miguel hautnah mit.
Foto: zVg
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Björn LindroosRedaktor Sport

Der tragische Todesfall von Jesus de Miguel (†30) schockiert weit über die spanischen Landesgrenzen hinaus. Weltweit gedenken Klubs und Spieler des Fussballers. Die Champions League steht diese Woche ganz im Zeichen von de Miguel.

Doch wie sieht es eigentlich dort aus, wo das Unglück passiert ist? Blick hat mit der Sportjournalistin Susana Nasser Heikkilä, die auf Teneriffa lebt und unter anderem für die «Marca» schreibt, gesprochen.

«Der Tod von Jesus de Miguel hat Fans und Menschen auf der ganzen Insel zutiefst schockiert und tief getroffen», erzählt sie. «Viele haben schon mit Blumen und weiteren Gesten ihre Trauer ausgedrückt. Rayco García, Mehrheitseigentümer des CD Teneriffa, hat jetzt die gesamte Insel dazu aufgerufen, sich an diesem Samstag im Stadion zu versammeln, um dem Spieler die letzte Ehre zu erweisen.»

Beliebt bei Journalisten

Den Journalisten, die regelmässig über den Klub berichtet haben, falle es schwer, darüber zu berichten: «Auch wir Medien sind zutiefst betrübt und schockiert. Für uns ist es besonders persönlich. Denn de Miguel war unter Journalisten ein sehr beliebter Spieler. Viele meiner Berufskollegen von lokalen Medien sprechen offen darüber, wie schwer es ihnen fällt, über diese Tragödie zu berichten. Jesus de Miguel hinterlässt einen unauslöschlichen Eindruck in den Herzen der Fussballgemeinschaft Teneriffas. Möge er in Frieden ruhen und im Himmel weiterhin Tore schiessen.»

In den letzten Tagen habe man eine unfassbare Solidarität in Fussball-Spanien erlebt, findet Heikkilä: «Der Vorfall hat den spanischen Fussball erschüttert. Die Tragödie reicht weit über den Fussballplatz hinaus und hat im ganzen Land eine überwältigende Welle der Solidarität ausgelöst. Vereine wie Las Palmas, Teneriffas grösster Rivale, sowie Real Madrid und Barcelona haben in den sozialen Medien ihr Beileid ausgedrückt. Die Tragödie hat die spanische Fussballgemeinschaft zusammengeschweisst: Rivalitäten wurden beiseitegeschoben, und es wurde deutlich, dass es beim Fussball eben auch vor allem um Menschlichkeit, Respekt und Solidarität geht.»

Team reist zur Beerdigung

Der CD Teneriffa hat sechs Tage offizielle Trauer ausgerufen und alle Fussballaktivitäten ausgesetzt. Einschliesslich aller Trainingseinheiten der aktiven Teams sowie aller Jugendmannschaften. Die Tragödie habe den ganzen Verein zutiefst erschüttert. Das für diesen Samstag angesetzte Ligaspiel gegen Granada wurde ebenfalls verschoben.

«Das gesamte Kader der ersten Mannschaft sowie der Trainerstab und die Vereinsführung werden voraussichtlich nach Navahermosa in der Provinz Toledo reisen, um an der Beerdigung teilzunehmen und ihm die letzte Ehre zu erweisen. Ein Datum oder eine Uhrzeit wurden noch nicht bestätigt», so die Spanierin.

Was Goalie Owono droht – und was nicht

Im Fokus steht auch Jesus Owono. Der Goalie des FC Andorra traf de Miguel voll mit dem Knie im Brustkorb. Laut Heikkilä geht es ihm aktuell nicht gut: «Es gibt Sorgen um das psychische Wohlbefinden des Spielers, da Medienberichte darauf hindeuten, dass ihn das Geschehene tief getroffen hat. Nach Angaben des spanischen Radiosenders ‹Cadena COPE› hat Owono zudem versucht, Kontakt zur Familie von de Miguel aufzunehmen, um persönlich sein Beileid auszusprechen und sich zu entschuldigen.» Seine Social-Media-Konten hat Owono deaktiviert, nachdem er dort übel angefeindet wurde.

Vor dem Spiel am Montag sei der Goalie aus Äquatorialguinea nie wirklich aufgefallen. Er sei laut der spanischen Journalistin nicht als harter oder unfairer Spieler bekannt gewesen.

Nach dem Foul kennt ihn nun die ganze Welt. Und ihm droht eine lange Sperre. «Einige Berichte deuten darauf hin, dass Owono mit einer Sperre von acht bis zwölf Spielen rechnen muss, aber es ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen», berichtet Heikkilä.

Derweil ermittelt auch die spanische Polizei. Dabei handle es sich aber um ein Standardverfahren bei unnatürlichen Todesfällen, das nicht zwangsläufig eine strafrechtliche Haftung impliziere. «Tatsächlich erklärte José Luis Sánchez-Jáuregui, der Generalstaatsanwalt in Santa Cruz, Teneriffa, bereits, dass er ein Strafverfahren gegen Owono für höchst unwahrscheinlich halte, da sich der Vorfall im Rahmen einer Spielszene ereignet habe.»

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