Darum gehts
- PSG trifft heute in Salzburg auf Aston Villa im Uefa-Supercup
- Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia erstmals für Europacup-Final nominiert
- Den Zuschlag erhielt er nach verweigerter WM-Einreise
Es ist das erste grosse Spiel der neuen Europacup-Saison: Am Mittwochabend treffen sich PSG und Aston Villa in Salzburg zum Uefa-Supercup. Ein Duell zweier Top-Teams – und doch liegt der Fokus im Vorfeld der Partie für einmal eher auf dem Schiedsrichter.
Omar Artan (34) ist der erste Nicht-Europäer, der dieses Duell zwischen Champions-League- und Europa-League-Sieger leiten wird. Seine Nominierung ist alles andere als ein Zufall, sondern kann vielmehr als Seitenhieb des europäischen Fussballverbands gegen die Fifa verstanden werden.
Keine Einreise in die USA
Denn den Zuschlag für diese Partie erteilte die Uefa nur wenige Tage, nachdem Artan im Vorfeld der WM in Nordamerika Anfang Juni die Einreise in die USA verweigert worden war. Im Umfeld der US-Regierung war von «Verbindungen zu mutmasslichen Mitgliedern von Terrororganisationen» die Rede – Belege dafür liegen bis heute nicht vor. Sicher ist aber: Artans Heimatland Somalia steht auf der Einreiseverbotsliste der USA. Gegen diese Bestimmungen konnte auch die Fifa nichts ausrichten.
In Österreich ist der Empfang nun deutlich wärmer: Am Flughafen von Salzburg wird Artan von einigen Selfiejägern begrüsst. Auch ein Kamerateam der Uefa ist da, um die (übrigens problemlos abgelaufene) Einreise des somalischen Referees zu dokumentieren. Vom europäischen Verband eingefangen und auf Social Media verbreitet wird später auch Artans Ankunft im Salzburger Stadion.
Eine eher ungewöhnliche Inszenierung für einen Schiedsrichter vonseiten der Uefa also – überraschend kommt sie aufgrund der Vorgeschichte und des sich auch wegen der WM-Verkaufspläne der Fifa weiter zuspitzenden Machtkampfs zwischen Welt- und europäischem Fussballverband aber nicht.
Kein Aston-Villa-Debüt für Nati-Juwel
Und klar, Fussball wird in Salzburg auch gespielt. Sowohl für PSG als auch für Aston Villa, das auf das nach wie vor angeschlagene Nati-Juwel Johan Manzambi (20) verzichten muss, ist der Supercup im ersten Pflichtspiel der neuen Saison gleich auch die erste Chance auf einen Titelgewinn.
Die Pariser sind dabei mit ihrem Milliardenkader in der Favoritenrolle, wobei auch die jüngere Geschichte für sie spricht: In den letzten sieben Jahren ging das Duell zwischen den Gewinnern der beiden wichtigsten europäischen Klubwettbewerbe immer an den Champions-League-Sieger.



