Portugiesische Medien schockiert über Pleite in St. Gallen
«Schrecklich wäre noch ein Kompliment für Benfica»

Nach dem blamablen Benfica-Auftritt im Sitterstadion packen die portugiesischen Journalisten den Zweihänder aus. Und die Fans gehen auf den wechselwilligen Innenverteidiger Antonio Silva (22) los.
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Gaal ganz gross: Tom Gaal wird gegen Benfica zum Matchwinner.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Benfica verliert 1:2 gegen den FC St. Gallen in Quali
  • Trainer Silva kritisiert schwache Leistung und kurze Vorbereitung als Ursache
  • 40-Millionen-Mann Schjelderup und 5 weitere Spieler fehlten nach WM
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Stefan KreisReporter Fussball

Benfica-Trainer Marco Silva (49) dürfte in der Nacht auf Freitag ziemlich schlecht geschlafen haben. Weil die 1:2-Niederlage in der Europa-League-Quali gegen den FC St. Gallen eine der grössten Pleiten in der Vereinsgeschichte ist. Und weil der neue Benfica-Trainer mit seiner Vergangenheit bei Sporting eh schon einen schwierigen Stand beim erfolgsverwöhnten Anhang hat.

Dass Silva sein erstes Spiel als Benfica-Trainer ausgerechnet gegen einen Klub verliert, der dieselben Farben wie der verhasste Stadtrivale trägt, dürfte die heissblütigen Anhänger nicht unbedingt besänftigt haben. Nach Abpfiff tun Tausende ihren Unmut lautstark kund. 

Dabei gibts erklärbare Gründe für die Pleite. Die kurze Vorbereitung zum Beispiel. Und dass der Klub bloss vier Tage nach dem Ende der Weltmeisterschaft bereits in die Hosen und auf fünf WM-Fahrer verzichten muss. Unter anderem auf 40-Millionen-Mann Andreas Schjelderup (22). 

«Skandalöse Niederlage»

Das hält die portugiesischen Medien aber nicht davon ab, auf die Mannschaft draufzuknüppeln. «A Bola», die auflagenstärkste Sportzeitung des Landes, schreibt von einer «skandalösen Niederlage» und reagiert mit einer Mischung aus Häme und Spott: «Zu sagen, es sei schrecklich gewesen, wäre noch ein Kompliment für Benfica!»

Das Sportmagazin «Record» titelt mit einer Frage: «Wissen Sie eigentlich, dass die Saison bereits begonnen hat?» Weiter wird über eine unruhige Stimmung im Team berichtet. Und dass der wechselwillige Innenverteidiger Antonio Silva, der wohl zu Bournemouth gehen wird, von den Fans massiv beleidigt wurde. 

Im Zentrum der Kritik aber steht Coach Silva. Auf die Frage, was schiefgelaufen sei, antwortet der 49-Jährige: «Vieles! Wir waren zu wenig dominant, hatten zig Ballverluste. Der Gegner hat uns viele Probleme bereitet.»

Vor allem mit dem Pressing der Ostschweizer kam Benfica überhaupt nicht klar. «Wir wussten, dass der Gegner praktisch auf dem gesamten Spielfeld Manndeckung spielte. In solchen Situationen müssen wir in der Lage sein, die Positionen zu tauschen und Pässe untereinander zu spielen, um das Spiel zu öffnen. Wir wussten, dass der Ball jedes Mal, wenn wir die erste Pressingzone durchbrechen, ins letzte Drittel gelangen würde. Das ist uns nur selten gelungen.»

Hoffnung stirbt zuletzt

Er wolle die kurze Vorbereitungszeit nicht als Ausrede benutzen, sagte Silva hinterher. Tat es dann aber doch: «Körperlich sind wir noch nicht so weit. Deshalb müssen wir vorsichtiger mit dem Ball umgehen, um ihn besser zu kontrollieren. Das haben wir nicht getan. Wir haben inakzeptable Gegentore kassiert – die Art und Weise, wie wir beim ersten den Ball verloren haben, und dann bei einem Standardsituationsball beim zweiten.»

Dinge, die man im Rückspiel in einer Woche verbessern wolle, so Silva: «Wir haben noch ein Spiel vor uns und im Estadio da Luz unsere Pflicht zu erfüllen. Und genau das werden wir tun.» 

Wenn nicht, dann dürften weitere unruhige Nächte auf den Trainer zukommen. 

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