Benfica-Coup auf Platz 2
Das sind die grössten Espen-Erfolge in Europa

Internationale Scheinwerfer sind für den FCSG fast so selten wie Titel. Umso historischer ist der Sieg gegen Benfica. Nur einmal haben die Espen einen noch grösseren Husarenritt hingelegt, wie ein Blick auf die Top-5 der europäischen Auftritte zeigt.
Kommentieren
1/6
Vor 26 Jahren: Charles Amoah trifft gegen Chelsea und macht die Sensation perfekt.
Foto: Eric Lafargue

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Blick lässt die grössten internationalen Erfolge des FC St. Gallen Revue passieren
  • 1997 in Zürich: FCSG schlägt Chelsea 2:0 im Uefa-Cup
  • Weitere Höhepunkte: Unentschieden gegen Inter Mailand, Sieg gegen Benfica
RMS_Portrait_AUTOR_1196.JPG
Stefan KreisReporter Fussball
1

Platz: 2:0 gegen Chelsea

Weil das Espenmoos die Anforderungen nicht erfüllt, muss der FCSG in den verhassten Hardturm und darf noch nicht mal eigene Würste mitbringen. Ein entsprechender Vorstoss wird von den humorlosen Hoppers abgeschmettert. Den über 15'000 Ostschweizern, die nach Zürich pilgern, ists egal. Weil sie Zeugen einer magischen Nacht werden. Sascha Müller und Charles Amoah sorgen mit ihren Toren für einen 2:0-Sieg. Und für das Weiterkommen im Uefa-Cup. Natürlich, beim haushohen Favoriten war an diesem Septemberabend vor 26 Jahren nicht alles im Lot. Zwei Tage vor dem Hinspiel hatte sich der Klub von Coach Gianluca Vialli getrennt. Und mit dem französischen Welt- und Europameister Marcel Desailly fehlte der wichtigste Spieler verletzt. Und doch ist der 2:0-Sieg der St. Galler eine Sensation. Von einer «taktischen Meisterleistung» schreiben die Zeitungen, weil der damalige Coach Marcel Koller überraschend offensiv agieren lässt und die Londoner überrascht. Die reagieren geschockt. Auch, weil Mittelfeldhirn Roberto di Matteo mit einem Schien- und Wadenbeinbruch ausgewechselt werden muss. 

2

Platz: 2:1 gegen Benfica

Hätte vor dem Europa-League-Quali-Spiel jemand einen kleinen dreistelligen Betrag auf den FCSG gewettet, er hätte sich die Reise zum Rückspiel nach Lissabon und ein sauteures Hotel leisten können. Klar, der portugiesische Rekordmeister tritt ohne die WM-Fahrer Lukebakio, Aursnes, Schjelderup, Ricardo Ríos, Amar Dedic und Tomás Araújo in der Startelf an. Trotzdem ist das, was auf dem Rasen steht, massiv teurer als jene elf Spieler, die das grün-weisse Trikot tragen. Die aber rennen, als hinge ihr Leben davon ab und kaufen den Portugiesen gleich zu Beginn den Schneid ab. Von der «besten Halbzeit, seit ich hier bin», spricht Captain Lukas Görtler. Und er hat damit wohl recht. Treten die Espen auch im Rückspiel so beherzt auf, ist ein Weiterkommen kein Ding der Unmöglichkeit. 

3

Platz: 0:0 gegen Inter Mailand

Im Oktober 1985 empfangen die Espen im Uefa-Cup das grosse Inter Mailand. Bei den Nerazzurri steht Walter Zenga im Tor. Auf dem Platz: Giuseppe Bergomi, Alessandro Altobelli, Karl-Heinz Rummenigge, Marco Tardelli und viele mehr. Beim FCSG steht Bruno Huwyler zwischen den Pfosten. Und der aktuelle Verwaltungsrat Peter Germann in der Verteidigung. 0:0 stehts am Ende. Angesichts der Klasse des Gegners ein sensationelles Resultat. Ach ja, der Vollständigkeit halber: Auswärts im San Siro gibts mit 1:5 aufs Dach. 

4

Platz: 4:2 gegen Spartak Moskau

Wir schreiben den 29. August 2013, als Goran Karanovic den FCSG auswärts im Chimki-Stadion mit einem Doppelpack in Führung bringt und Roberto Rodríguez und Dejan Janjatovic den Sieg eintüten. Zuvor hatten die Russen bereits nach einer Minute getroffen und sich in Gedanken wohl bereits in der Gruppenphase der Europa League gewähnt. Weil die Espen unter Coach Jeff Saibene nach dem 1:1 im Hinspiel aber auswärts siegen, wird der FCSG unter anderem mit zwei Spielen gegen Valencia belohnt. 

5

Platz: 5:4 nach Elfmeterschiessen gegen Trabzon

Beim Namen Stephan Ambrosius werden die Espen-Fans noch in zehn Jahren an den No-Look-Penalty denken, den der Innenverteidiger auswärts im Hexenkessel gegen Trabzonspor verwandelt hat. Der Sieg gegen die hochdotierten Türken ist gleichbedeutend mit dem Einzug in die Gruppenphase der Conference League. Und er kommt auch deswegen zustande, weil Zigi zuvor beim 0:0 im Hinspiel eine Weltklasse-Leistung zeigt.

Die brauchts auch nächsten Donnerstag auswärts gegen Benfica, will man nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel vom Weiterkommen träumen.

In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen