Darum gehts
- WM 2026: Einreiseprobleme für Teams und Fans in die USA
- Somalischer Schiedsrichter trotz Visum abgewiesen, Iran nur an Spieltagen zugelassen
- Einige Nationen betroffen, jordanische Fans erhalten keine Visa, Frustration wächst
«Es ist offensichtlich, dass alle Teams, Funktionäre und Fans Zugang zum Ausrichterland haben müssen. Sonst gibt es keine WM», erklärte Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) 2017 kurz vor der Vergabe der WM-Endrunde 2026 an die USA, Mexiko und Kanada.
Nun, neun Jahre später und wenige Tage vor Turnierbeginn entpuppt sich Infantinos Aussage mehr und mehr als Illusion. Denn: Bei der Einreise in die USA werden Delegationen und Fans teils grosse Steine in den Weg gelegt.
Oder sie kommen gar nicht erst rein, wie das Beispiel von Omar Artan (34) zeigt: Der somalische Schiedsrichter ist nach seiner Landung am Flughafen von Miami abgewiesen worden. Somalia steht auf der Einreiseverbotsliste der US-Regierung – es ist naheliegend, dass Artans verweigerte Einreise trotz offenbar gültigem Visum damit zu tun hat.
«ich bin sehr, sehr enttäuscht», sagt Artan der «New York Times». Er sei nur ein Schiedsrichter, der versuche, «seinen Traum zu leben – den grössten Traum meines Lebens.» Artan, der bei seiner Einreise 11 Stunden lang befragt worden sei, habe alle Papiere, die es benötigte, gehabt. Und doch darf er bei der WM nicht pfeifen. Weil es eine Trainingsbasis in Miami gibt, kann Artan auch nicht bei Spielen eingesetzt werden, die in Mexiko und Kanada stattfinden. «Ich glaube, sie haben ein Problem mit meinem Land», so der Somalier.
Strenge Auflagen für den Iran
Auf dieser schwarzen Liste stehen mit dem Iran, der sich mit den USA aktuell in einem bewaffneten Konflikt befindet, und Haiti auch zwei WM-Teilnehmer. So war lange nicht sicher, ob der Iran zu seinen drei Gruppenspielen in den USA überhaupt zugelassen würde. Nun ist klar: Die Mannschaft darf nur an den Spieltagen selbst in den USA sein, zudem muss sie aufgrund von fehlenden Visa wohl auf einige Funktionäre verzichten.
Schwierigkeiten bei der Einreise haben aber nicht nur Vertreter aus den Ländern auf der Verbotsliste. So ist der irakische Stürmer Aymen Hussein (30) laut einem Mitglied des Olympischen Komitees des Irak sieben Stunden lang am Flughafen Chicago festgehalten und befragt worden, ehe er US-Boden betreten durfte. Und die senegalesischen Spieler wurden nach der Landung direkt auf dem Rollfeld einer intensiven Personenkontrolle unterzogen. Für den Senegal gilt wie für die ebenfalls für die WM qualifizierte Elfenbeinküste ein eingeschränktes Einreiseverbot in die USA.
Frustrierte jordanische Fans
Auch auf Fan-Seite häufen sich die Geschichten über Probleme vor der geplanten WM-Reise: Wie die britische BBC berichtet, hat bei einigen schottischen Anhängern – ähnlich wie bei Nati-Stürmer Breel Embolo (29) – der Status der bereits erhaltenen Einreisegenehmigung «aus dem Nichts» im letzten Moment auf «nicht genehmigt» gewechselt. Eine Anreise ist somit fraglich.
So weit kommen viele Fans aus anderen Ländern gar nicht erst: Auch wenn ihre Nationen nicht auf der Einreiseverbotsliste der US-Regierung stehen, beklagen sich etwa Personen aus dem Irak und Jordanien gegenüber der BBC über umständliche Visa-Prozesse oder hohe Rückweisungsraten ihrer Anträge. Der Vorsitzende der Fan-Vereinigung Jordaniens gibt an, keinen einzigen Anhänger aus seinem Land zu kennen, der ein Visum erhalten hat – und zeigt sich frustriert: «Diese WM ist nicht für uns Araber. Wenn der Chef der Fan-Vereinigung abgelehnt wird, wer sollte dann akzeptiert werden?»
