«Beim FCB hätte er mit Ajeti um Stürmerplatz 4 gekämpft»
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Nach Hunzikers Traum-Einstand:«Beim FCB hätte er mit Ajeti um Stürmerplatz 4 gekämpft»

Basler im Espen-Sturm haben Tradition
Führt Hunziker die FCSG-Erfolgsstory fort?

Statt beim FCB die zweite Geige zu spielen, steht Andrin Hunziker (23) beim FCSG im internationalen Scheinwerferlicht. Ob die Bebbi es noch bereuen werden, nicht auf ihr Eigengewächs gesetzt zu haben?
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Andrin Hunziker bejubelt seinen Siegtreffer gegen den FCZ.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

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  • Andrin Hunziker glänzt beim FCSG, trifft gegen den FCZ und jubelt ausgelassen
  • Sein Jugendklub FCB bot ihm keine Perspektiven, der FCSG gab ihm einen Vierjahresvertrag
  • Hunziker bisher in der Joker-Rolle: Einwechslung nach 60 Minuten, Siegtor erzielt
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Stefan KreisReporter Fussball

Würde Andrin Hunziker nicht breites Baseldytsch sprechen, ginge er glatt als Ostschweizer durch. Nach seinem Siegtreffer gegen den FCZ jubelt er derart ausgelassen vor dem Espenblock, als habe er in grün-weisser Bettwäsche geschlafen. Captain Lukas Görtler sagt: «Der Junge wirkt, als sei er schon ewig hier.» Und Hunziker meint: «Ich wurde super aufgenommen und fühle mich sehr wohl.»

Wie wohl, wird auf der Reise nach Lissabon deutlich. Hunziker wirkt nach kurzer Zeit schon bestens integriert. Beim Abschlusstraining im Estádio Da Luz witzelt er mit Tom Gaal und Hugo Vandermersch herum und kringelt sich nach einem Fehlpass vor Lachen. 

Dass er seit Kindesbeinen ein rot-blaues Herz hat, ist trotzdem Fakt. Dass er als Kind die magischen FCB-Nächte in der Champions League miterlebte, ebenfalls. Dass er nun ausgerechnet im Dress des FC St. Gallen zum ersten Mal im europäischen Scheinwerferlicht steht, ist Ironie des Schicksals. Und die Schuld seines Stammvereins. Weil dieser ihm keine Perspektiven bieten konnte.

Als der 23-Jährige nach seinem Siegtreffer gegen den FCZ am Sonntag darauf angesprochen wird, warum er beim FCSG und nicht bei seiner Jugendliebe spiele, antwortet Hunziker: «Die Überzeugung hat in allen Belangen gefehlt. Ich hatte noch ein Jahr Vertrag, aber da ist nichts gekommen.» 

Wertschätzung nur vom FCSG

Vom FCSG hingegen kommt ein Vierjahresvertrag. Und Wertschätzung pur. Sportchef Roger Stilz spricht von einem «dynamischen und physisch robusten Stürmer» und von einem «Typen, der anschieben und Energie geben» wolle. Hat er getan. Und am Sonntag mit seinem beidarmigen Jubel den kompletten Espenblock angezündet. 

Jahrelang wurden Basler Stürmer in der Ostschweiz gnadenlos ausgepfiffen, Marco Streller und Alex Frei lassen grüssen. Seit Albian Ajeti und Cédric Itten aber hat sich das geändert, beide wurden zu Publikumslieblingen. Erstgenannter war in 38 Pflichtspielen für die Espen an 20 Toren direkt beteiligt und brachte dem FCSG bei seiner Rückkehr ins Joggeli gar eine schöne Ablösesumme.

Itten war an insgesamt 50 Treffern für die Ostschweizer beteiligt. Fünf davon erzielte der mittlerweile zum WM-Fahrer und Bundesligaspieler gereifte Itten gegen «seinen» FCB, der ihn damals als zu leicht befunden hatte. So wie Hunziker, der am 20. September zum ersten Mal im Espen-Dress auf Basel treffen und es seiner alten Liebe zeigen will.

Zuvor aber wartet mit dem Auswärtsspiel eine Sternstunde in der noch jungen Karriere des Stürmers. Obs für einen Startelfeinsatz reichen wird, ist aber ungewiss. Weil der FCSG mit Christian Witzig eine pfeilschnelle Alternative hat. Und Hunziker als Joker wertvoller sein könnte. 

So wie am Sonntag gegen den FCZ, als er nach einer Stunde eingewechselt wird. Und nach seinem Siegtreffer wirkt, als habe er schon immer in der Ostschweiz gekickt.

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