Darum gehts
- Waldbrände erzwingen Flugumleitung von Zürich nach Portugal
- Landung auf Militärflughafen führt zu zweistündiger Busfahrt nach Lissabon
- Uefa-Besuchsverbot wegen Zündung von Feuerwerk: In Lissabon werden nur 68 FCSG-Fans zugelassen
Um 19:45 Uhr am Dienstagabend sind vom Flugzeug-Fenster aus plötzlich der Eiffelturm und Notre Dame zu sehen. Was einigermassen überraschend ist, denn die Route von Zürich nach Lissabon führt nicht über Paris. Weil aber die Waldbrände wüten und aus diesem Grund massives Flugchaos herrscht, wird der Espen-Flieger kurzerhand umgeleitet.
Mit einer rund einstündigen Verspätung landet der Charter in Portugal. Aber nicht in Lissabon, sondern auf einem zivil genutzten Militärflughafen rund zwei Stunden von der Hauptstadt entfernt. Mit einer Busfahrt durch die «wunderschöne Region Alentejo» bewirbt der Veranstalter den Trip. Dumm nur, dass es bei der Ankunft bereits stockfinstere Nacht ist, nur der Vollmond zu sehen ist und auch der Car Verspätung hat, weil er wegen eines Unfalls umgeleitet werden muss.
FCSG-Fans dürfen nicht nach Lissabon
Der Stimmung im Espen-Tross aber tut das Ganze keinen Abbruch. Präsident Matthias Hüppi versprüht nach der Landung gewohnt gute Laune, Innenverteidiger Jozo Stanic guckt sich auf dem iPad an, wie Thun in der Verlängerung gegen Zagreb verliert und die mitgereisten Fans warten am Gepäckband erwartungsfroh auf ihre Koffer.
Insgesamt 68 Edelfans, die als FCSG-Delegation angemeldet sind, sitzen im Flieger und am Donnerstag im Stadion. Für alle anderen Espen-Fans gilt ein Besuchsverbot. Dies, weil man im Dezember 2024 beim Auswärtsspiel in Heidenheim (!) ein Feuerwerk zündete, obwohl man bereits eine Verwarnung kassierte – und die Uefa in solchen Fällen keinen Spass versteht. Heisst: Statt eines der grössten Spiele der Vereinsgeschichte live in einem der schönsten Stadien Europas zu erleben, sitzt der grün-weisse Anhang zu Hause vor dem TV.
Ebenfalls daheim sitzt Stammgoalie Lawrence Ati Zigi, der sich beim Saisonauftakt gegen den FCZ (2:1) eine Zerrung im Oberschenkel zugezogen hat. Das ist zwar bitter für den Ghanaer. Aber immerhin bleibt ihm die stockfinstere Fahrt durch die «wunderschöne» Region Alentejo erspart.

