VA Lia Kamber nach Doppelpack gegen Israel
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Kamber nach Israel-Doppelpack:«Bin eine aggressive Spielerin und gebe immer Vollgas»

Die nächste Lia Wälti?
Nati-Spielerin ist die grosse Aufsteigerin unter Navarro

Lia Wälti hat die Nati als Mittelfeldspielerin und Captain ein Jahrzehnt lang geprägt. Im Schatten der Bernerin reift mit Lia Kamber eine potenzielle Nachfolgerin heran, die aber auch in der Offensive ihre Qualitäten hat, wie sie mit ihrem Doppelpack gegen Israel beweist.
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Die Nati-Kolleginnen beglückwünschen Kamber zu ihren ersten Toren in der Nati.
Foto: Pal Gollner/freshfocus
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Dass die Nati mit einem beruhigenden Vier-Tore-Vorsprung ins WM-Playoff-Rückspiel am Dienstag in Sitten gegen Israel steigen kann, hat sie ihr zu verdanken: Lia Kamber. Die eingewechselte Mittelfeldspielerin erzielte am Freitag in Mezokövesd in der Nachspielzeit zwei Weitschusstore, wobei beide leicht abgelenkt worden waren. Doch das nötige Quäntchen Glück hat sich die 20-Jährige aus Cham mit ihren Leistungen in den letzten Monaten redlich verdient. In ihrem zehnten Länderspiel trifft sie erstmals – und dabei gleich doppelt.

Es sei mega befreiend gewesen, «einfach ein schönes Gefühl», so Kamber. Für sie ist es der vorläufige Höhepunkt eines persönlich sehr guten Jahres. In der letzten Winterpause wechselte sie von Basel in die Bundesliga zu Union Berlin, wo sie trotz ihres Alters keine Anlaufzeit brauchte und sofort Stammspielerin wurde. «Neben dem Platz bin ich sehr aufgestellt, fröhlich und immer positiv. Auf dem Platz bin ich aggressiv und gebe immer Vollgas», so Kamber. Wegbegleiter nennen hohe Professionalität und die Adaptionsfähigkeit als ihre grössten Stärken. Und den Willen und die Offenheit, sich stetig zu verbessern.

Wegen ihres Vornamens und ihres Talents wurde Kamber schon früh als mögliche Nachfolgerin von Lia Wälti (33) gehandelt. Im Gegensatz zum Nati-Captain hat Kamber aber auch Stärken in der Offensive: «Ich bin eine Box-to-Box-Spielerin.» Eine, die das Spiel zwischen den beiden Strafräumen abdeckt, «aber auch den Torhunger hat», wie Wälti über die Namensvetterin sagt. Dies bewies Kamber nicht nur am Freitag, sondern auch in ihrem Alltag in Deutschland. Für Union hat sie in 19 Pflichtspielen schon fünf Mal getroffen.

Kaum neue Gesichter unter Navarro

Bald ein Jahr ist es her, seit der Schweizerische Fussballverband Rafel Navarro als neuen Nati-Trainer und Nachfolger von Pia Sundhage verpflichtet hat. Doch der Jugendwahn ist in der Nati unter dem früheren Assistenten des FC Barcelona noch nicht ausgebrochen – im Gegenteil. Der Katalane setzt auch in der entscheidenden Phase der WM-Quali auf Bewährtes und praktisch auf jenes Team, das bereits an der Heim-EM 2025 auf dem Platz gestanden ist.

Kamber ist neben Aurélie Csillag, die aber bereits 23 ist, die einzige von all den vielen Talenten, die der SFV angeblich in der Pipeline hat, die sich unter Navarro etabliert hat. Womöglich wäre sie schon Stammspielerin, wenn nicht ausgerechnet Wälti, Géraldine Reuteler und Sydney Schertenleib ihr vor der Sonne stehen würden. «Im Mittelfeld sind wir sehr gut besetzt», sagt Navarro. «Aber Lia bringt immer sehr viel Energie ins Team rein.»

Ihre Minuten in der Nati muss sich Kamber deshalb hart erarbeiten. Nach ihren beiden Toren hat sie nun aber durchaus gute Chancen, dass sie am Dienstag im Rückspiel gegen Israel in der Startelf stehen wird. An ihrer Einstellung würde dies nichts ändern. «Egal ob ich von Anfang an auf dem Platz stehe oder von der Bank komme, ich versuche einfach immer mein Bestes zu geben.»

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