Mama Evelyne weint bei Rede von Géraldine Reuteler
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Zum «MVP» gekürt:Mama Evelyne weint bei Rede von Géraldine Reuteler

Aufregung nach Sport Awards
MVP? Andere hätten es mehr verdient als Nati-Star Reuteler

An den Sport Awards wurde Fussballerin Géraldine Reuteler als MVP, als wertvollste Teamsportlerin, des Jahres 2025 ausgezeichnet. Dabei hatten andere mehr Argumente. Und zwar handfeste, glänzende, findet stv. Eishockey-Chef Stephan Roth.
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MVP Géraldine Reuteler posiert bei den Sport Awards mit den Vertretern der Hockey-Nati Christian Marti, Lars Weibel, Patrick Fischer, Leonardo Genoni (hinten v.l.n.r.) –und mit Marco Odermatt und Ditaji Kambundji.
Foto: keystone-sda.ch
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Während der knackige Playoff-Viertelfinal zwischen Servette und Lausanne tobt, erreicht uns am Sonntagabend die Meldung, dass Géraldine Reuteler an den Sport Awards als MVP des Jahres 2025 gewählt wurde.

Schön für die 26-jährige Nidwaldner Fussballerin, die letztes Jahr viel zum Sommer-Märchen der Nati beigetragen hatte und in allen drei Gruppenspielen zur besten Spielerin gewählt wurde. Die Auftritte gegen Norwegen (1:2), Island (2:0), Finnland (1:1) sowie Spanien (0:2) sorgten für eine Welle der Begeisterung, beeindruckende Fanmärsche und zu einer erhöhten Akzeptanz des Frauensports. Das verdient Anerkennung.

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Aber die Spielerin von Eintracht Frankfurt als MVP, most valuable player, also wertvollste Schweizer Mannschaftssportlerin des Jahres, zu wählen, schiesst daneben. Ausschlaggebend waren die vielen Stimmen der Medien. Da hat sich die Experten-Jury einen Affront geleistet gegenüber jenen Sportlern und Sportlerinnen, die mit ihren Teams erfolgreich waren.

Während Reuteler & Co. lediglich eines von vier EM-Spielen gewannen und im Viertelfinal gegen Spanien ehrenvoll ausschieden, holten andere Edelmetall. Im Unihockey etablierten sich die Frauen mit der Bündner MVP-Kandidatin Lara Heini im Tor an der Weltspitze. Ex-Nati-Goalie Yann Sommer hexte Inter in den Champions-League-Final, stand am Schluss aber ohne Titel da, weil die Mailänder im Final gegen PSG untergingen und in der Liga noch von Napoli überflügelt wurden. Und dann ist da noch die Eishockey-Nati, die sich im WM-Final erst in der Verlängerung den USA 0:1 geschlagen geben musste.

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Die Schweizer gewannen in Herning und Stockholm acht von zehn Spielen und verloren nur zweimal in der Overtime. Goalie Leonardo Genoni wurde dabei als MVP ausgezeichnet. Bei der Frauen-EM dachte niemand ernsthaft daran, eine Spielerin, die im Viertelfinal ausgeschieden war, zum MVP zu wählen. Da wurde die spanische Weltklassespielerin Aitana Bonmati geehrt.

Doch nicht nur Genoni hatte mehr Argumente als Reuteler, bei den Sport Awards als MVP ausgezeichnet zu werden. Auch Sven Andrighetto leistete Grosses: Neben WM-Silber führte er die ZSC Lions als Topskorer zum Meistertitel und zum Gewinn der Champions League.

Man kann geteilter Meinung sein, ob man Genoni, Andrighetto oder Unihockey-Star Heini, die als Champions-Cup-Siegerin mit Pixbo Wallenstam (Sd) zur zweitbesten Spielerin der Welt gewählt wurde, zum MVP hätte küren sollen.

Doch alle drei hätten es mehr verdient als Reuteler. In einem Jahr, in dem Schweizer Teamsportler derart erfolgreich waren, darf das Erreichen eines EM-Viertelfinals dafür nicht reichen. Die Sport Awards sollen reale Leistungen im Spitzensport auszeichnen. Und keine (Sommer-)Märchen.

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