Nach WM-Dämpfer für unsere Sprint-Königin
Ditaji Kambundji will «liefere statt lafere»

Überraschung in Torun: Ditaji Kambundji verpasst über 60 Meter Hürden überraschend das Podest – doch die Weltmeisterin strahlt kurz nach dem Rennen wieder.
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Bitter! In Torun erhält Hürdensprinterin Ditaji Kambundji die Ledermedaille.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ditaji Kambundji aus Bern wird an Hallen-WM in Torun Vierte
  • Mit 7,75 Sekunden verpasst sie das Podest knapp um Hundertstelsekunden
  • Weltrekord von Devynne Charlton mit 7,65 Sekunden, Kambundji fokussiert auf EM
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Yara VettigerRedaktorin Sport

Alle Augen waren auf Ditaji Kambundji (23) gerichtet. Die Bernerin hatte im September in Tokio Schweizer Geschichte geschrieben: Gold über 100 Meter Hürden, erste Weltmeisterin der Schweiz in der Leichtathletik. Die Erwartungen an die Hallen-WM in Polen waren entsprechend hoch – und auch Kambundji selbst träumte von einer Medaille – und leise sogar vom Weltrekord.

Zu Recht: Die Zeiten, in denen schon ein Hallen-WM-Halbfinal als Erfolg für die Schweiz gefeiert wurde, sind längst vorbei. Kambundji und Co. träumen gross. Doch im Final läuft es für die Bernerin anders als erhofft. Mit 7,75 Sekunden verpasste sie das Podest und belegte überraschend Rang vier. Keine Medaille für die Weltmeisterin. Alles andere als eine Niederlage, aber eben trotzdem ein Dämpfer.

Kambundji geschlagen – ein bitterer Moment für die grosse Schweizer Hürden-Hoffnung. «Klar, ich wollte mehr. Aber ich muss es akzeptieren. Das gehört zum Sport.»

Nicht das, was Kambundji sich vorgenommen hat

Technisch läuft am Sonntagabend nicht alles rund. Kambundji selbst analysiert nüchtern: Sie kam nicht richtig in die Frequenz, ihr Rennen war nicht das, was sie sich vorgenommen hatte. Hundertstel-Entscheidungen prägen die kurze 60-Meter-Distanz, und diesmal fehlten genau diese Hundertstel, um aufs Podest zu springen. «Ich bin einfach nicht richtig auf Touren gekommen, und es war nicht das, wovon ich weiss, dass ich es eigentlich könnte. Aber man muss es schlussendlich nicht nur sagen, man muss es machen», sagt Kambundji danach. «Liefere statt lafere» also.

Schnellere Läuferinnen waren Hallen-Weltmeisterin Devynne Charlton (30) von den Bahamas, die in 7,65 Sekunden Weltrekord lief, Nadine Visser (30) aus Holland und die polnische Lokalmatadorin Pia Skrzyszowska (24), die beide 7,73 Sekunden erzielten. 

Trotz dem Dämpfer strahlt die Viertplatzierte kurz nach dem Rennen wieder. Ihr Name «Ditaji» bedeutet Sonne in einer Landessprache ihres Vaters, der aus dem Kongo stammt. Und sie macht ihrem Namen alle Ehre. Ob sie das Resultat erst einmal verdauen muss? Bei dieser Frage von Blick lacht sie und sagt: «Ich nehme diesen vierten Platz nicht so schwer.»

Auch an der Freiluft-EM wartet viel Konkurrenz

Eher erkenne sie die Lerneffekte und richte den Blick nach vorne. «Ich bin dankbar für jeden Grossanlass, egal ob es gut oder nicht gut herauskommt. So kann ich etwas mitnehmen für die nächsten Rennen. Dieses Mal muss ich halt etwas mitnehmen, was nicht so gut geklappt hat.» 

Sie blickt nun bereits auf den Sommer und die Freiluft-EM in Birmingham. Die Konkurrenz schläft nicht, immerhin waren mit Visser und Skrzyszowska zwei Europäerinnen vor Kambundji. «Das wird im August sicher eine sehr spannende EM, wie man gesehen hat!» Der vierte Platz ist damit abgehakt – und es bleibt viel Raum für Neues im Sommer.

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