Darum gehts
- Ditaji Kambundji startet hungrig bei Hallen-WM in Torun, Polen
- Sie ist heuer die zweitschnellste Frau über 60 m Hürden weltweit
- Quartett in Favoritenrolle – Weltrekord im Visier
Wer sich den jüngsten, amüsanten Vlog von Ditaji Kambundji (23) ansieht, der lernt: Die Hürden-Königin fliegt Holzklasse, rennt ständig Kaffee hinterher, tippt für den Renntag einen minutiösen Zeitplan in ihr Handy (im Berner Dialekt) – und sie ist vor der heute startenden Hallen-WM in Torun richtig «hungrig». Aufgenommen hat sie den Videobeitrag Anfang März in Berlin, im Rahmen ihres letzten Wettkampfs vor dem Grossanlass in Polen. Das Fazit bei der Hauptprobe: mittelmässig. Auch ihr Trainer Florian Clivaz bestätigt dies mit einem entsprechenden Gesichtsausdruck. Beide wissen aber: Erstens war der Lauf von Berlin in 7,82 Sekunden nicht schön rund – und zweitens ist da noch viel mehr im Tank bei der Hürden-Weltmeisterin vom letzten September in Tokio.
Keine der vier Top-Favoritinnen für die Hallen-WM wird ihr Pulver zuletzt schon verschossen haben: Auf Kambundji, die erstmals mit dem Standing einer Freiluft-WM-Titelhalterin an den Hallen-Event reist, wartet in Torun eine ganz enge Kiste. Sie selbst ist über 60 m Hürden die zweitschnellste Frau des Jahres. Ihre beim Vorbereitungsmeeting in Torun vor einem Monat aufgestellte Zeit von 7,78 Sekunden wurde heuer nur von Bahamas-Star Devynne Charlton (30) unterboten. Und zwar um gerade mal 1 Hundertstel. Die Holländerin Nadine Visser (31) sowie die nun an der Hallen-WM Heimvorteil geniessende Polin Pia Skrzyszowska (24) weisen 2026 dieselbe Zeitmarke wie Kambundji auf.
Hat sie ihre Bombenzeit wieder aufgespart?
Will die Bernerin nach Tokio mit dem nächsten WM-Titel nachdoppeln, brauchts einen weiteren grossen Exploit. Wie letztes Jahr, als sie rechtzeitig für die Hallen-EM in Apeldoorn (Ho) zeitmässig einen Riesensprung machte und neben Gold auch noch den Europarekord holte – in 7,67 Sekunden. Also bloss 2 Hundertstel über dem Weltrekord von Charlton, der nun auch in Torun wackelt.
Entscheidungen mit möglichen Schweizer Teilnehmenden:
Samstag
18.52 Uhr: 1000 m Männer Siebenkampf (Simon Ehammer)
21.02 Uhr: 60 m Hürden Männer Final (Favio Kobelt)
21.20 Uhr: 60 m Frauen Final (Ajla del Ponte, Léonie Pointet)
Sonntag
10.20 Uhr: Weitsprung Frauen Final (Annik Kälin)
17.55 Uhr: Stabhochsprung Frauen (Angelica Moser)
19.22 Uhr: 1500 m Männer Final (Delia Sclabas, Joceline Wind)
19.38 Uhr: 800 m Männer Final (Ivan Pelizza)
19.53 Uhr: 800 m Frauen Final (Audrey Werro, Valentina Rosamilia)
20.13 Uhr: 60 m Hürden Frauen Final (Ditaji Kambundji, Larissa Bertényi)
Entscheidungen mit möglichen Schweizer Teilnehmenden:
Samstag
18.52 Uhr: 1000 m Männer Siebenkampf (Simon Ehammer)
21.02 Uhr: 60 m Hürden Männer Final (Favio Kobelt)
21.20 Uhr: 60 m Frauen Final (Ajla del Ponte, Léonie Pointet)
Sonntag
10.20 Uhr: Weitsprung Frauen Final (Annik Kälin)
17.55 Uhr: Stabhochsprung Frauen (Angelica Moser)
19.22 Uhr: 1500 m Männer Final (Delia Sclabas, Joceline Wind)
19.38 Uhr: 800 m Männer Final (Ivan Pelizza)
19.53 Uhr: 800 m Frauen Final (Audrey Werro, Valentina Rosamilia)
20.13 Uhr: 60 m Hürden Frauen Final (Ditaji Kambundji, Larissa Bertényi)
Ditaji Kambundji, Doppel-Weltmeisterin und Weltrekordhalterin? Was für sie vor einem Jahr noch wie ein Traum geklungen haben dürfte, ist mittlerweile ein realistisches Szenario. Bevor sie allerdings am Sonntag ins Geschehen eingreift, halten ab Freitag Simon Ehammer und Co. das Schweizer Fähnchen hoch.
Übrigens: Kambundji hat zwar bereits ihre neuen, zusammen mit On ertüftelten Raketen-Sprintschuhe getestet, für Torun aber greift sie auf die glorreichen Treter von Tokio zurück. Wie man mit diesen Gold holt, weiss sie also ganz genau.