Darum gehts
- FC Thun gewinnt 3:0 gegen Vikingur Reykjavik im Europa-League-Hinspiel
- Erreichen der Ligaphase sichert Einnahmen von mindestens 3,17 Millionen Franken
- Servette-Spiel verschoben, um Doppelbelastung zu minimieren und Kräfte zu schonen
Der FC Thun zeigt derweil zwei Gesichter. Das enttäuschte, wenn man in der Liga mit der B-Elf unzählige Gegentore kassiert. So schossen YB und Basel gleich zehn Tore, der Schweizer Meister nur deren zwei.
Der Grund dafür ist das andere, das strahlende Gesicht. Die Thuner sind drauf und dran, sich für eine europäische Ligaphase zu qualifizieren. Zwar hat man sich gegen Dinamo Zagreb bereits frühzeitig aus der Champions-League-Quali verabschiedet, doch in der Europa League gab es im Hinspiel einen 3:0-Sieg gegen Vikingur Reykjavik.
Gibt man diesen Vorsprung am Donnerstagabend (19.30 Uhr) nicht mehr aus der Hand, würden die Thuner mindestens in der Conference League spielen. Damit einher geht, dass man mindestens 3,17 Millionen Franken einnimmt. Diesen Betrag gibt es für das Erreichen der Ligaphase. Dazu kommen noch Einnahmen von Ticketverkäufen, der Gastronomie und und und.
Ziel wäre erreicht
Durch den Topf voll Geld würden die Thuner gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen haben die Berner Oberländer dann das gesetzte Ziel erreicht. «Wir wollen nach Europa», sagte etwa Trainer Gian-Luca Privitelli (48) bereits vor dem Hinspiel gegen die Isländer. Zwar weiss auch er, dass es dazu noch eine konzentrierte Leistung braucht, wie er gegenüber Blick bestätigt: «Vikingur Reykjavik spielt sehr kämpferisch und taktisch gut. Wir werden intensiv spielen müssen.» Ein kleiner Faktor können auch die kühleren Temperaturen im hohen Norden sein: «Die Bedingungen sind angenehm, sicher etwas kühler als die letzten Wochen bei uns. Entscheidend ist für uns aber vor allem, dass wir unsere Leistung auf den Platz bringen und unser Spiel durchziehen.»
Mit dem Weiterkommen und Erreichen des Ziels würden sich die Thuner auch etwas Luft in der Liga verschaffen. Denn das Geld fliesst und Privitelli müsste nicht mehr ganz so viel rotieren, wie der Trainer das jetzt tut. Trotzdem will er nicht zu weit in die Zukunft blicken: «Für uns zählt immer das nächste Spiel, egal in welchem Wettbewerb wir im Einsatz stehen.»
Neo-Sportchef hat Arbeit vor sich
Hilfreich für die Bewältigung der Doppelbelastung ist auch, dass der Spielplan die nächsten Wochen nicht ganz so brutal ist wie während der Qualiphase. Zuerst steht diesen Sonntag das Cupspiel im Wallis gegen Saxon Sports an, wo die Thuner trotz einer B-Elf die Runde überstehen sollten. Ebenfalls wurde das Super-League-Spiel gegen Servette wegen der Playoffs im Europa Cup bereits verschoben.
Trotzdem dürfen und werden die Thuner die Doppelbelastung nicht unterschätzen. So kommt auf Neo-Sportchef Simone Rapp, der für Dominik Albrecht übernommen hat, weil dieser sich eine Familienauszeit nimmt, einiges an Arbeit zu. Einen ersten Transfer hat Rapp mit Riccardo Braschi bereits getätigt. Allerdings muss er das Kader noch deutlich breiter aufstellen, da man sonst in der Liga nicht viel zu melden hat.
So würde auch ihm der Batzen, den es fürs Weiterkommen gibt, enorme Planungssicherheit verschaffen. Rapp hätte plötzlich mehr Budget zur Verfügung, als geplant. Das Geld wollen die Thuner laut Privitelli nicht einfach so ausgeben: «Die Millionen wären für den Klub natürlich schön. Für uns als Team zählt aktuell aber nur das Fussballerische. Alles Weitere wird sich zeigen. Wir machen nichts anders als bisher und halten bewusst nach Spielern Ausschau, die zu uns passen.»

