«So sehen meine Haare natürlich aus!»
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Monteiro bei den Jackson 5?«So sehen meine Haare natürlich aus!»

«Er darf gern wieder so auflaufen»
YB-Monteiro sorgt für Spektakel – mit Assists und Frisur

Natürlich ist Armin Gigovic mit seinen beiden Toren der Matchwinner beim 3:2 von YB gegen Slovan Bratislava. Doch noch auffälliger ist der Mann mit zwei Assists: Joël Monteiro. Was an seiner neuen Frisur liegt – einem klassischen Afrolook.
Publiziert: 12:20 Uhr
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Die Jackson Five mit Michael Jackson (Mitte) als kleiner Junge in den 70er-Jahren. Fünfmal Afrolook, bitte!
Foto: zVg

Darum gehts

  • YB hat gegen Slovan Bratislava gleich zwei Spieler mit Afrolook auf dem Platz
  • Joël Monteiro erzielt erste Skorerpunkte der Saison mit neuer Frisur
  • Trainer Giorgio Contini erinnern Monteiro und Virginius an die Jackson Five
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Alain KunzReporter Fussball

«Als Afrolook bezeichnet man eine Frisur mit stark gekrausten, nach allen Seiten abstehenden, dichten Locken. Die Frisur hat ihre Ursprünge unter anderem in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Schwarze Menschen sollten ihr Haar nicht dem Geschmack der weissen Mehrheitsbevölkerung anpassen müssen.» So weiss Wikipedia.

Nicht mit Virginius abgestimmt

Bei YB treten im Europa-League-Playoffs-Rückspiel gleich zwei Spieler mit einer solchen Frisur an: die beiden Flügel Alan Virginius (22) und Joël Monteiro (26). Vielleicht nach dem Motto eines Getränkeherstellers: Afrolook verleiht Flüüügel …

Während Virginius schon länger so aufläuft, hat Monteiro den Afrolook erstmals für ein Spiel montiert. «Ich habe eine Wette verloren», sagt der Walliser breit über beide Backen grinsend. «Nein, stimmt nicht. Alan und ich haben uns nicht abgestimmt. So mussten wir laut lachen, als wir beide am Morgen mit derselben Frisur eingerückt sind. Es ist einfach lustig.»

Joëls natürliche Haarpracht

Eine einmalige Sache? Monteiro zögert. «Mal schauen. Vielleicht werde ich weitere Spiele machen. Im Moment war es nur für den Match gegen Slovan angedacht.» Einen grossen Aufwand bedeutete die Frisur aber nicht. «Ich habe bloss meine Zöpfchen entfernt. Das ist dann das natürliche Resultat, wenn ich nichts an meinen Haaren mache. So einfach ist das.»

Fakt ist: Man findet Unterschiedsspieler Monteiro so noch einfacher auf dem Spielfeld. Der Mann mit kapverdischen Wurzeln lacht wieder: «Ich weiss nicht … Aber es scheint, dass es Glück gebracht hat.»

Weshalb auch Trainer Giorgio Contini den Steilpass sofort aufnimmt. Der Coach mit Jahrgang 1974 sagt: «Wir hatten heute mit Virginius und Monteiro zwei der Jackson Five* im Team. Unter der Woche sieht man Joël ab und zu vor den Coiffeurterminen so. Aber dass er so bei einem Spiel auflaufen würde, das haben wir nicht erwartet. Vielleicht war auch der Gegner überrascht und hat ihn nicht erkannt …»

Endlich ist Monteiro auf dem Scoreboard

Fakt ist, dass sich Monteiro im siebten Anlauf endlich die beiden ersten Skorerpunkte in dieser Saison gutschreiben lassen konnte. «Vielleicht lags tatsächlich an der Frisur», sagt der YB-Coach denn auch lächelnd. Um dann, ernsthafter, fortzufahren: «Ich sehe Joël jeden Tag im Training. Sein grösster Kritiker ist er selbst. Er möchte die Dinge gut machen. Er arbeitet viel, und das zielstrebig. Er war zuletzt ein bisschen in einem Laufrad gefangen, dass er viel Aufwand betreibt und dann schlechte Entscheidungen trifft oder den Ball nicht so spielt, wie er es gern hätte. All das führt bei Offensivspielern in eine negative Spirale. Aber ich habe ihm - wie auch den anderen Spielern - gesagt: Es geht nicht nur um das Ziel, sondern um die Reise. Dass man jeden Tag Opfer bringt. Dass man versucht, sich jeden Tag besser zu machen. Er hat sich heute dafür belohnt.»

Lags auch am Aufgebot für die Nationalmannschaft? «Ich freue mich für ihn über das Aufgebot, das sicher eine Zusatzmotivation war. Er hat entscheidend zum Sieg gegen Bratislava beigetragen.»

Contini ist erst am 1. September um 18 Uhr beruhigt

Gerüchte um einen Abgang von Monteiro gibts seit geraumer Zeit. Contini sagt dazu gelassen: «Fragt mich danach, wenn das Transferfenster zu ist.» Eine ausweichende Antwort, die nur so gedeutet werden kann: Es kann in letzter Sekunde, also bis 1. September um 18 Uhr, immer was passieren. Continis Quintessenz: «Wenn Joël solche Leistungen bringt, kann er gern wieder mit dieser Frisur auflaufen.»

(* Die 1964 gegründeten Jackson Five waren die erste Band des späteren Weltstars Michael Jackson, die ihre grössten Erfolge in den 70er-Jahren feierte. Alle fünf Mitglieder trugen einen Afrolook.) 

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