Darum gehts
- PSG besiegt Bayern 5:4 im torreichsten Champions-League-Halbfinal aller Zeiten
- Ex-Spieler kritisieren schwache Defensivleistungen, trotz Spektakel und neun Toren
- Clarence Seedorf favorisiert Arsenal als Champions-League-Titelanwärter 2026
«Das war das beste Spiel, bei dem ich als Trainer dabei war, ohne Zweifel», schwärmte PSG-Trainer Luis Enrique (55) nach dem spektakulären 5:4-Hinspielsieg seines Teams gegen den FC Bayern am Dienstagabend. Kein Wunder, war es doch der torreichste Champions-League-Halbfinal aller Zeiten.
Doch nicht alle waren vom Offensiv-Spektakel der beiden Teams so begeistert. Alessandro Melli (56), ehemaliger italienischer Nationalspieler, lässt bei Facebook seinen Frust raus: «Ich schwimme gegen den Strom, aber zwischen VAR und einem Spiel, in dem es weder um Verteidigung noch um Manndeckung oder einen Mittelfeldblock geht, wird mir von diesem Fussball regelrecht übel.»
Damit aber noch nicht genug. «Wisst ihr, wer diesen Fussball liebt?», so Melli weiter. «Die Fernsehsender, die Kommentatoren und die Fans, die sich über Tore freuen, aber nichts von diesem Spiel verstehen. Der heutige Fussball ist die neue NBA.» Da werden doch gleich Erinnerungen an Star-Trainer José Mourinho (63) wach, der bereits im Jahr 2004 sagte: «5:4 ist ein Eishockey-Ergebnis, kein Fussball-Ergebnis.»
«Kultur des Verteidigens geht verloren»
Laut Melli sind solche Resultate früher auch noch gar nicht möglich gewesen – da sei Toreschiessen noch «anstrengend, schwierig und kompliziert» gewesen. «Und doch gab es zu meiner Zeit sicherlich keinen Mangel an Champions, im Gegenteil. Aber um ein Tor zu erzielen, musste man hart dafür arbeiten, selbst die Champions mussten sich enorm anstrengen. Heute herrscht die Idee, dass jede Aktion ein potenzielles Tor sein kann.»
Dass der Italiener die Partie dennoch genossen hat, bestreitet er indes nicht. Wenn er zwischen Milan gegen Juve und PSG gegen Bayern wählen müsse, bevorzuge er «tausendmal Letzteres». «Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass wir mit diesem Trend, bei dem die Kultur des Verteidigens praktisch verloren geht, sowie Regeln und der VAR Spielsituationen verändern, am Ende Spiele sehen werden, die 7:5 oder 6:6 oder noch höher enden.»
Kane nimmt Abwehr in Schutz – Rooney kritisiert
Kritik an der Abwehr der beiden Teams äussert auch ManUtd-Legende Wayne Rooney (40), der beim Spiel als Experte für Prime Video im Einsatz war. «Ich kann nicht verstehen, sei es als Spieler oder Trainer, wie man heute in die Kabine gehen kann, nachdem man vier oder fünf Tore kassiert hat, und damit glücklich ist», so der Engländer.
Er hat deshalb wenig Verständnis für die Aussage von Bayern-Torjäger Harry Kane (32), der nach Schlusspfiff seine Abwehr in Schutz nahm: «Obwohl heute neun Tore gefallen sind, finde ich, dass die Verteidigung das ganze Spiel über fantastisch war. Natürlich kommen die Angreifer manchmal durch und zeigen ihre Qualität, aber den Verteidigern gebührt Respekt. Sie waren überragend.»
«Ich liebe Harry Kane. Aber es kann nicht sein, dass er seine Verteidiger lobt», lautet das Fazit von Rooney. «Einige Tore, die wir gesehen haben, waren Schuljungen-Tore. Wir haben Brillanz gesehen, aber auch fehlende Reife beim Verteidigen, was verrückt ist.»
Arsenal Favorit auf den Titel?
Experten-Kollege und Milan-Legende Clarence Seedorf (50) legt nach und spricht den beiden Teams die «Basics des Verteidigens, die jeder kennen sollte» ab. «Zu viele schlechte individuelle Entscheidungen wurden getroffen und das ist die Konsequenz.»
Und der Holländer warnt PSG: «Stell dir vor, du hast fünf Tore gegen eines der besten Teams der Welt geschossen und du wirst zu Hause sitzen und dir das Finale anschauen, weil du zu offen warst und zu viele einfache Chancen zugelassen hast. Das wird niederschmetternd sein.»
Aus diesem Grund glaubt Seedorf auch, dass der Sieger der Königsklasse nicht aus diesem Halbfinal kommen wird. Arsenal und Atlético würden mit der Offensivpower von PSG und Bayern zwar nicht mithalten können, bräuchten aber «nur ein Tor, weil sie die Null verteidigen können». Er kommt deshalb zum Schluss: «Wenn ich mich jetzt für eine Mannschaft entscheiden müsste, die den Titel gewinnt, wäre es Arsenal.»
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