Spielt er im Viertelfinal?
Grünes Licht für NHL-Star Pius Suter

Die Schweden wollen «den Schweizern die Party zu verderben» und die Fans zum «Schweigen bringen». Hier kommt das neue Nati-Inside am Tag des Viertelfinal-Knüllers.
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Suter hat grünes Licht zum Spielen

Die letzten vier Partien verpasste NHL-Star Pius Suter (29) verletzt. Und auch beim Warmup am Donnerstagmittag fehlt der Stürmer der St. Louis, der am Vortag im Training noch auf dem Eis stand. Der Mann aus Wallisellen ZH hat allerdings das grüne Licht von der medizinischen Abteilung erhalten, wieder zu spielen. Gibt Suter am Abend beim Viertelfinal-Kracher gegen Schweden sein Comeback, nachdem er sich bei einer Charge des Deutschen Kai Wissmann verletzt hatte?

Pius Suter schoss das erste Tor der Schweizer an der Heim-WM.
Foto: keystone-sda.ch

Genoni als Erster vom Eis …

Dass Leonardo Genoni (38) gegen Schweden im Tor stehen wird, konnte man erwarten. Falls es noch Zweifel gegeben haben sollte, wurden diese zum Ende des Warmups ausgeräumt. Der Keeper aus Kilchberg ZH verliess das Eis als Erster der drei Goalies, womit er nach einer ungeschriebenen Hockey-Regel am Abend spielen wird.

Nati-Assistenzcoach Rikard Franzén spricht beim Warmup vor dem Viertelfinal gegen Schweden mit dem Team.
Foto: Stephan Roth

Haben NHL-Teams Rochette im Auge?

Wie der kanadische Eishockey-Reporter und -Insider Eliotte Friedman im Podcast «32 Thoughts» ein wenig überraschend berichtete, sollen mehrere NHL-Klubs ein Auge auf den nicht eben zweikampfstarken Théo Rochette (24) geworfen haben. Der Lausanne-Goalgetter war zuletzt gegen Finnland (4:2) nur 13. Stürmer und kam primär im Powerplay zum Einsatz, wobei er sich bei Ken Jägers 3:2 einen Assist gutschreiben liess. Beim Warmup vor dem Schweden-Spiel trainierte er wieder im Powerplay mit den NHL-Stars Roman Josi, Nico Hischier und Timo Meier sowie Jäger. Die andere Überzahl-Formation bildeten das ZSC-Trio Dean Kukan, Sven Andrighetto und Denis Malgin sowie Nino Niederreiter und Damien Riat.

Ist Théo Rochette ein Thema bei NHL-Klubs?
Foto: keystone-sda.ch

Trainer sahen sich letzte Pleite an

Wie bereitet der Trainer-Staff die Spieler auf das Duell gegen Schweden vor? Zunächst befasste sich Benoit Pont, Videocoach und Analyst der Nati, mit dem Scouting des Gegners. Am Mittwochnachmittag hat sich der Trainer-Staff dann nochmals zwei Spiele von Schweden am Video angeschaut, eines von dieser WM, dazu den letzten Auftritt der Nati an der Euro Hockey Tour, den man am 9. Mai in Ängelholm mit 0:3 verloren hat. Anschliessend fand dann am Mittwochabend das Meeting mit den Spielern statt. Dabei wollte Jan Cadieux und sein Staff «alles tun, damit wir am Donnerstagabend bereit sind», so der Nati-Trainer.

Benoit Pont hat die Schweden unter die Lupe genommen.
Foto: Christian Merz

«Angstgegner» ist tabu

«Angstgegner» ist das meistgehörte (Un-)Wort in den Medien und bei den Fans in Zusammenhang mit Viertelfinal-Gegner Schweden. Nachdem die Schweiz die letzten neun Spiele an grossen Turnieren gegen die Nordländer verloren hat. Doch bei der Nati existiert dieses (Un-)Wort nicht, wie Captain Roman Josi betont: «Jede WM hat ihre eigene Geschichte, es sind auch immer wieder andere Teams. Daher mache ich mir nicht zu viele Gedanken über die Vergangenheit.» 

Roman Josi (rechts) hat gegen die Schweden keine Komplexe.
Foto: Sven Thomann

Schweden wollen Party crashen

Die Schweden sind am Mittwoch von Fribourg nach Zürich disloziert und absolvierten gleichentags um 16 Uhr in der Swiss Life Arena ein Training. Allerdings nicht mit der ganzen Mannschaft, von den 25 gemeldeten Spielern zeigten sich 18 auf dem Eis. Begleitet werden sie von zahlreichen schwedischen Journalisten, die bislang wenig Freude von ihrem Team hatten. «Die Spieler sehen sich als Underdog und wollen versuchen, den Schweizern die Party zu verderben», sagt der schwedische Journalist Mattias Ek, der die Nationalmannschaft für den «Expressen» seit vielen Jahren begleitet.

Erst am letzten Vorrunden-Tag zitterten sich die Schweden (vorne Jakob Silfverberg) noch in die Viertelfinals.
Foto: keystone-sda.ch

Goalie will Fans zum Schweigen bringen

Bester Skorer der Schweden ist bisher Detroit-Star Lucas Raymond mit neun Punkten. «Ich hoffe, der Druck wird enorm sein», sagt er gegenüber SVT. «Wir hatten letztes Jahr die WM im eigenen Land und wissen, wie es ist und wie viel die Unterstützung der Fans bedeutet. Das werden wir uns zunutze machen. Und jedes Mal, egal ob die Fans für oder gegen uns sind, gibt uns die Stimmung im Stadion Energie. Es wird ein Riesenspass.» Trainer Sam Hallam, der ab nächster Saison Servette coachen wird, fügt an: «Es motiviert uns zusätzlich, wenn es in der Arena etwas ruhiger wird.» Und Goalie-Routinier Magnus Hellberg (35) sagt, von «Aftonbladet» darauf angesprochen, dass man vor 10'000 verrückten Schweizer Fans spielen werde: «Es wäre schön, sie in ihrem eigenen Stadion zum Schweigen zu bringen.» In einem Leserkommentar heisst es dazu: «Schweden tritt heute Abend besser mit zwei Torhütern an, die Pucks kommen nur so angeflogen und das Flugzeug nach Hause ist betankt und startbereit.»

Schweden-Goalie Magnus Hellberg will die Schweizer Fans zum Schweigen bringen.
Foto: Getty Images

2013 war der letzte WM-Sieg

Von den Spielen, die unsere Nati gegen die Schweden verloren hat, soll hier nicht mehr die Rede sein. Der Blick richtet sich auf den letzten Sieg an einer WM. Tatort: Stockholm. Datum: 3. Mai 2013. Unter Sean Simpson schockte die Nati zum Auftakt den Gastgeber. Im Mitteldrittel legten die Schweizer durch Tore von Matthias Bieber und Nino Niederreiter mit 2:0 vor. Und Ryan Gardner war es, der mit dem 3:1 ins leere Tor in der Schlussminute für klare Verhältnisse sorgte, obwohl den Schweden darauf noch ein Treffer gelang. Im Tor der Schweizer stand damals Martin Gerber. Vom Team von damals sind nur noch Niederreiter, Roman Josi und Reto Berra aktiv. Die Schweden holten sich danach Gold und die Schweiz überraschend die erste von vier Silbermedaillen in zwölf Jahren.

Nino Niederreiter traf 2013 beim letzten WM-Sieg gegen Schweden.
Foto: AFP

Supertalent träumt von Gold

Im Anschluss an ihr Training standen die schwedischen Spieler den Medien für kurze Interviews zur Verfügung. Die meisten stürzten sich auf Viggo Björck, das 18-jährige schwedische Supertalent. «Wir haben zwar einige Spiele verloren, aber jetzt sind wir in den Viertelfinals und es fehlen nur noch drei Siege, um die Goldmedaille zu gewinnen», sagt der Stürmer voller Selbstbewusstsein. Dass die Schweizer Fans die Swiss Life Arena jeweils in ein Tollhaus verwandeln, hat der Teenager auch in Fribourg mitbekommen: «Das wird eine supercoole Erfahrung.» Derweil betont sein Teamkollege Jakob Silfverberg: «Wir brauchen einen guten Start, bislang waren wir in dieser Hinsicht etwas schläfrig unterwegs.» Dass die Ergebnisse der Vergangenheit klar für Schweden sprechen, hängt der Stürmer nicht allzu hoch: «Daran denken wir nicht, vielmehr sind wir uns bewusst, dass es ein sehr schwieriges Spiel wird.»

Das schwedische Supertalent Viggo Björck sorgt für einen Grossauflauf der Journalisten.
Foto: Marcel Allemann


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