Darum gehts
- Paolo Duca und Luca Cereda schmissen ihren Job im Oktober hin.
- Paolo Duca wurde im Juni 2026 neuer CEO des EV Zug.
- Grossprojekt: Ausbau der «OYM hall» zählt zu Ducas Hauptaufgaben.
Für Ambri lief die vergangene Saison wahrlich nicht nach Wunsch. Sportlich musste das Team bis zum Playout-Final gegen Ajoie nachsitzen. Und auch neben dem Eis gab man zwischenzeitlich eine miese Figur ab.
Mitte Oktober 2025 hatte der damalige Präsident Filippo Lombardi (70) mit Christian Dubé (49) Gespräche über einen neuen Trainerjob geführt – und das hinter dem Rücken von Sportchef Paolo Duca (45) und dem damaligen Headcoach Luca Cereda (44). Dabei hatte das Duo von Lombardi zuvor noch vollen Support versprochen bekommen: «Macht weiter, das kommt gut», hiess es.
Es folgte der grosse Knall. Cereda und Duca schmissen ihren Job hin. Seither sprach Duca nicht mehr über das Vorgefallene. Bis jetzt. Gegenüber dem Tessiner Portal HeShootsHeScores schildert der Ex-Sportchef erstmals seine Gefühlswelt, redet über seine Vergangenheit und die Pläne für die Zukunft.
«Fühlte mich noch als Teil davon»
Dass er sich nach dem schmerzhaften Ambri-Aus so rargemacht hat, sei eine bewusste Entscheidung gewesen, sagt Duca. Der Schnitt sei hart gewesen. «Cereda und ich fühlten uns auch danach noch als Teil des Projekts, auch wenn wir das gar nicht mehr waren.» Er habe sich zurückgezogen und wollte den Nachfolgern nicht dreinreden, erklärt er weiter, gibt aber auch zu: «Mir hat der tägliche Kontakt mit der Mannschaft, den Mitarbeitern und der ganzen Eishockeywelt gefehlt.»
Böses Blut gebe es mit den Leventinern nicht, beteuert Duca, der neun Jahre als HCAP-Captain auflief. «Ich werde im Herzen immer ein riesiger Ambri-Fan bleiben. Ich wünsche den Biancoblu alles Gute. Meine Kinder spielen in der Jugendakademie, und ich hoffe, dass auch sie ihren Traum, das Trikot der ersten Mannschaft zu tragen, verwirklichen können.»
Duca will sich nicht mit Vorgänger vergleichen
Neu ist Paolo Duca der CEO beim EV Zug, wo er von 2002 bis 2007 spielte. Ruhig beginnt der neue Job aber auch dort nicht. Duca beerbt beim EVZ Patrick Lengwiler, der den Klub nach 29 Jahren verlassen hat. Zudem musste in diesem Sommer auch Sportchef Reto Kläy gehen. Duca dazu: «Die Veränderungen waren auch hier ziemlich abrupt und emotional. Aber ich habe schon in Ambri gesagt: Es geht weniger um die Menschen und viel mehr um den Klub.»
Mit seinem Vorgänger Lengwiler, der in Zug in den letzten Jahren eine erfolgreiche Ära geprägt hatte, möchte sich Duca nicht vergleichen. «Ich bin hier, weil der Klub jemanden gesucht hat, der die Dinge sofort wieder in die Hand nimmt.» Er wolle den EVZ weiterentwickeln – auch mit der Unterstützung von Lengwiler. Ein Grossprojekt für den neuen CEO wird der geplante Ausbau der «OYM Hall» sein, an dessen Planung Lengwiler bereits intensiv mitgewirkt hatte.
