Darum gehts
- Fribourg und die SCRJ Lakers spielen am Mittwoch das entscheidende Spiel 7
- Die Lakers siegten diese Saison viermal in fünf Spielen in Fribourg
- Fribourgs Trainer Rönnberg hat sieben Spiel-7-Erfahrungen: 4 Siege, 3 Niederlagen
Es ist angerichtet. Am Mittwochabend gibt es kein Wenn und Aber mehr. Die Serie zwischen Fribourg und den SCRJ Lakers erreicht den Siedepunkt. Die Entscheidung muss im Spiel 7 fallen. «Ein siebtes Spiel in einer Serie ist DAS Spiel», sagt Rappi-Trainer Johan Lundskog voller Vorfreude und startet Psycho-Spielchen. «Der ganze Druck liegt auf der Seite von Fribourg. Dort redet man ja schon seit Mai vom Titel. Wir sehen nur unsere Chancen. Wir fahren nach Fribourg, um dort Herzen zu brechen.»
Der 41-Jährige wirkt dabei extrem ruhig, obwohl sein Team eben zu Hause 1:3 verloren hat. Was ihm diese Zuversicht verleiht? «Unsere positive Bilanz in Fribourg.» Die Lakers haben in dieser Saison vier von fünf Spielen in der FKB-Arena gewonnen. Eindrücklich, vor allem wenn man bedenkt, dass Gottéron ansonsten in 24 Heimspielen nur dreimal verloren hat.
«Wir haben nichts zu verlieren», betont auch Abwehrchef Jacob Larsson. Reichen die Kräfte bei den St. Gallern im elften Play-In-Playoff-Spiel innert 20 Tagen noch? «Das kann mental schon hart werden», sagt der Schwede, «aber langsam haben wir uns an diesen Rhythmus gewöhnt.»
Rönnberg sorgte selbst für mehr Druck
Während Lundskog sich der psychologischen Kriegsführung bedient, macht sich auch Roger Rönnberg, sein ehemaliger Lehrmeister bei Frölunda, Gedanken über den mentalen Zustand seines Teams. Der Druck lastet bleischwer auf den Schultern des Quali-Zweiten. Seinen Beitrag dazu hat auch der neue Fribourg-Trainer geleistet. Bereits Monate vor seinem Amtsantritt sprach er vom Meistertitel und sagte, er habe den Platz, wo die Feier stattfinden soll, schon auf Google Maps gefunden.
Der Druck scheint dem Favoriten zuweilen zuzusetzen. «Es sind die Emotionen der Jungs. Sie wollen das Spiel unbedingt gewinnen. Ich glaube, die ganze Region ist im gleichen Modus. Ich spüre das überall», sagt der 54-Jährige. «Meine Aufgabe besteht also eher darin, die Spieler zu beruhigen und dafür zu sorgen, dass sie einfach den nächsten Shift spielen und gutes Eishockey zeigen.»
Deshalb will Rönnberg auch nicht den Umstand, dass Captain Julien Sprunger (40) vor dem Karriereende steht, als zusätzlichen Motivationsfaktor nutzen. Im Gegenteil, er wolle das Thema intern um jeden Preis vermeiden. «Es ist so, wie wenn man eine Wasserflasche füllt. Wenn sie voll ist, ist sie voll. Die Spieler wollen bereits zu hundert Prozent gewinnen.» Und wenn man eine volle Flasche noch mehr fülle, sprudle sie über. Genau das sei mit seinem Team am Samstag beim letzten Heimspiel geschehen. Damals hatten die Fans mit einer fantastischen 360-Grad-Choreo den Captain vorsorglich verabschiedet.
Der Schwede weiss, dass die Spieler auch für Sprunger oder Goalie Reto Berra, der den Klub Richtung Kloten verlassen wird, spielen wollen. «Aber ich glaube, es ist noch zu früh für diese Emotionen. Denn ich habe den Plan, dass wir hier einen langen, langen Frühling haben werden. So weit sind wir also noch lange nicht.»
Während es für Lundskog das erste Spiel 7 seiner Karriere als Headcoach ist, hat Rönnberg, der auf den vorsorglich gesperrten Patrik Nemeth verzichten muss, schon deren sieben hinter sich. Seine Bilanz: 4 Siege, 3 Niederlagen.


