Darum gehts
Die Zusammenfassung von Blick+-Artikeln ist unseren Nutzern mit Abo vorbehalten. Melde dich bitte an, falls du ein Abo hast.
Verlierer: Daniel Carr
Nicht gerade als Raubein oder Prügelknabe bekannt, hat es Daniel Carr im Spiel gegen Biel die Sicherungen rausgehauen. Dabei hätte der Kanadier am Freitag gar keinen Grund gehabt, dermassen frustriert zu sein. Zum Zeitpunkt der Eskalation führt sein Ajoie gegen Biel 4:2 und hat das Geschehen im Griff. Trotzdem löst Valentin Pilet (29), der Bösewicht der Jurassier, eine Schlägerei aus, er geht auf Lias Andersson (28) los. Daneben kriegen sich Carr und Biel-Captain Gaëtan Haas (34) in die Haare. Da kommt es zur feigen Attacke: Carr schlägt dem Seeländer die Faust ins Gesicht, als dieser schon geschlagen auf dem Eis kniet.
Dafür kassiert der 34-Jährige zweimal eine Fünf-Minuten- plus Spieldauer-Disziplinarstrafe. Insgesamt werden nach dieser Rauferei 145 Strafminuten ausgesprochen. Die Szene von Carr geht viral, die Empörung ist riesig, die Meinungen klar, die Beschimpfungen böse. Das Verfahren gegen den vorsorglich gesperrten Kanadier läuft, er muss für mehrere weitere Partien aus dem Verkehr gezogen werden. Und Haas, der schon in der Vergangenheit regelmässig mit Gehirnerschütterungen kämpft? Der ist am Samstag in Rappi auf der Verletztenliste.
Gewinner: Tommaso De Luca
Vor dem Saisonstart erstaunt die Captain-Wahl von Ambri-Trainer Jussi Tapola noch: Der Finne pflanzt das C auf die Brust des erst 21-jährigen Tommaso De Luca. Weil er in ihm wichtige Eigenschaften wie Einsatz, Intensität und Professionalität ausgemacht hat. Der Italiener mit Schweizer Lizenz nimmt die Verantwortung mehr als wahr, sie scheint ihn zu beflügeln. Im Ambri-Hoch (5:0 gegen Kloten, 6:3 gegen Servette) sorgt auch er für das perfekte Offensiv-Donnerwetter. Er komplettiert den Paradesturm mit Roby Järventie (24, Fi) und Nathan Schnarr (27, Ka). Das Trio schiesst Kloten praktisch im Alleingang ab, gegen Genf ist es für zwei Treffer verantwortlich. De Luca ist ein Kreativ-Element mit Vorwärtsdrang.
Verlierer: Daniel Olsson
Klar, das Eis ist glatt. Aber Schlittschuhlaufen gehört zu seinen Kernkompetenzen. Nur nicht in jenem Moment im Spiel gegen Davos (17. Minute), als sich Luganos Daniel Olsson (21) ohne Einwirkung der Länge nach hinlegt, als er den verspringenden Puck wieder unter Kontrolle bringen will. Kein Bündner stört ihn dabei – trotzdem hebt Headschiri Michaël Tscherrig sofort den Arm und verhängt eine Strafe. Er macht HCD-Verteidiger Frédéric Allard (28) als Sünder aus und schickt ihn in die Kühlbox. Dort sitzt der Kanadier lachend und kopfschüttelnd ob dem Entscheid des Refs.
Im Zusammenhang mit Davos klingelt doch was bei einer solchen Aktion? Genau, im Januar 2024 fällt HCD-Verteidiger Enzo Guebey (27) ohne gegnerischen Kontakt hin, damals wird der Berner Thierry Schild (21) wegen Beinstellens bestraft. Doch Guebey, ganz Fairplay, eilt sofort zum Schiri und stellt klar, dass er selbst gestürzt ist. Die Strafe wird aufgehoben. Guebey erklärt sein Handeln mit den Worten: «Ich möchte nicht bescheissen.» Olsson offenbar schon, der Däne mit Schweizer Lizenz behält für sich, dass er einfach gestolpert ist, obwohl es jeder gesehen hat. Ausser Tscherrig.
Gewinner: Claude Julien
Nun also die Nummer zwölf. Die ZSC Lions sind in dieser Saison noch ungeschlagen. Ihr neuer Trainer, Ex-NHL-Grösse und Stanley-Cup-Gewinner Claude Julien, weiss also noch überhaupt nicht, wie sich Verlieren anfühlt. Der Kanadier streicht aber Zürichs immer wieder neuen Liga-Rekord nicht sonderlich heraus, weil er sich persönlich nicht viel daraus mache. Er nimmt die Bestmarken lieber mit Humor. «Solche Zahlen kann ich irgendwann mal analysieren, wenn ich im Schaukelstuhl sitze – jetzt lebe ich im Moment», sagte der 66-Jährige nach der Nummer zehn.
Verlierer: Rappi und Kloten
Ganz anders als in Zürich ist die Gefühlslage bei Kantonsrivale Kloten und am anderen Ende des Zürichsees. Die Lakers verlieren zu Hause den Krisengipfel gegen Biel, es ist die vierte Pleite in Folge. Von den letzten zehn Spielen hat Rappi nur gerade drei gewonnen. Zuletzt ist die vermeintliche Attraktion Kevin Labanc (30) nur noch als 13. Stürmer geführt. Ein Denkzettel? Am Dienstag kommt es zum erneuten Duell mit den Seeländern, da muss sich bei den Lakers sowas wie Entschlossenheit regen.
Noch schlechter ist Kloten dran. Die Ausfälle sind zwar nicht alle namhaft – aber zahlreich. Das hievt junge Spieler in Positionen, die noch etwas oberhalb ihres Verantwortungsbereichs liegen. Die Defensive ist fragil und lässt Goalie Berra im Stich, die Offensive gehemmt, die Krise handfest mit nur einem Sieg aus den letzten zehn Partien.
Gewinner: Bern
Dafür setzt Berns vierter Sieg in Folge Gedankenspiele in Gang. Wann ist der immer mal wieder strauchelnde SCB zuletzt viermal in Serie als Gewinner vom Eis? Das Bauchgefühl sagt, dass es schon lange her sein muss. Doch es spielt uns einen Streich: Erst im Januar 2026 reihen die Mutzen zuletzt vier Siege aneinander. Gelingt es ihnen, auch am Dienstag im Tatzenderby gegen die Tigers erfolgreich zu sein, müsste man in den Resultatelisten etwas weiter zurückblättern, bis man fünf Siege in Serie findet: Dieses Hoch erlebt der SCB im Oktober 2022 – einen Monat vor der Trainer-Entlassung (Lundskog, jetzt Rappi).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 12 | 25 | 33 | |
2 | Genève-Servette HC | 13 | 3 | 24 | |
3 | HC Ambri-Piotta | 12 | 2 | 21 | |
4 | HC Fribourg-Gottéron | 12 | 14 | 21 | |
5 | Lausanne HC | 14 | 1 | 21 | |
6 | SC Bern | 11 | 4 | 20 | |
7 | SCL Tigers | 13 | 3 | 19 | |
8 | HC Ajoie | 14 | -4 | 19 | |
9 | EV Zug | 8 | 11 | 16 | |
10 | HC Davos | 13 | -7 | 16 | |
11 | HC Lugano | 12 | -3 | 15 | |
12 | EHC Biel | 12 | -6 | 13 | |
13 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 13 | -18 | 11 | |
14 | EHC Kloten | 13 | -25 | 9 |