Heikles Thema in der Leventina
Ambri-Kultfigur Pestoni musste zuschauen – bis er fit genug ist

Weil er geforderte Fitness-Werte nicht erreichte, wurde Inti Pestoni von Trainer Tapola lange nicht eingesetzt. Es ist nicht das erste Mal, dass der Leventiner mit seiner fehlenden Form konfrontiert wurde. Der 35-Jährige, dessen Vertrag ausläuft, kann es einordnen.
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Hallo! Er ist zurück im Line-up, Inti Pestoni wird von den Ambri-Fans begrüsst und gefeiert.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

  • Inti Pestoni startet erst verspätet in die Saison
  • Die Ambri-Ikone musste zuerst geforderte Fitness-Werte erreichen
  • Der 35-Jährige hat die Tests bestanden und darf jetzt spielen
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Wenn ihr Lokalheld Inti Pestoni nicht spielt, steht Ambri Kopf. Dass die Fitness des Stürmers – einmal mehr – nicht ausgereicht hat, ist für die leidenschaftlichen Hockeyfans in der Leventina ein heikles Thema. Der 35-Jährige musste zum Saisonstart acht Spiele aussetzen, erst im neunten Match wurde er von Ambri-Trainer Jussi Tapola (Fi) laufengelassen. Die 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen Bern ist Pestonis zweites Spiel gewesen.

Es sind nackte Zahlen, die ihn auf die Tribüne beförderten. Ob er abspecken musste? «Nein, aber ich sollte auch den Körperfett-Anteil reduzieren», so Pestoni. Es ging hauptsächlich um Werte der körperlichen Leistungsfähigkeit, die er in verschiedenen Tests erreichen musste. Über diese Vorgaben wurde er schon während der Saisonvorbereitung orientiert. Für jeden Spieler gelten die gleichen Standards.

Einerseits versteht der zweifache Spengler-Cup-Sieger (2014 mit Genf, 2022 mit Ambri), dass das Trainer-Team an diesen Richtlinien festhält und bei ihm keine Ausnahme machen kann. Andererseits bemerkt der Flügel, dass sein Gewicht in seiner punktemässig besten Ambri-Saison 2015/16 höher gewesen sei und er dennoch stark gespielt habe. Seither sind jedoch zehn Jahre ins Land gezogen, die Belastung aus jenen Saisons ist nicht spurlos an seinem Körper vorbeigegangen, «das spüre ich jeden Morgen». 2016/17 wurde er bei den ZSC Lions mitten in der Saison aus dem Team genommen und in ein Sondertraining verbannt. Im Januar 2025 bekam er einen Denkzettel verpasst vom damaligen Headcoach Luca Cereda, der seinen Star überzählig auf die Tribüne setzte.

Pestoni spürte Druck

Die aktuellen Massnahmen empfand er aber nicht als Strafe. Pestoni arbeitete bis vor zwei Wochen hart daran, die geforderten Werte abzuliefern. Er fühlte sich unter Druck, vor allem den berüchtigten Lauftest in der nötigen Zeit bestehen zu müssen, das Gefühl kannte er so nicht mehr. Da der Leventiner jedoch genau wusste, was er dafür zu tun hatte, haderte er nicht, sondern setzte sich dieses Ziel – und hat es offensichtlich geschafft. Darauf ist er stolz. «Viel schwieriger war, einen Monat lang in der Garderobe zuschauen zu müssen, wie sich meine Teamkollegen fürs Spiel bereit machen und ich ständig gefragt wurde, wann ich denn endlich spiele», gesteht Pestoni.

Wie sehr beschäftigt ihn, dass er ausgerechnet in dieser Saison, nach der sein Vertrag ausläuft, einige Spiele verpasst hat? «Es ist ein seltsames Gefühl und schwierig zu beschreiben.» Für ihn bedeutet ihr Vorgehen, dass die Trainer ihn damit besser machen wollen. «Ich spüre jetzt, dass ich Fortschritte gemacht habe. Wenn ich nach vorne schaue: Ich habe nur acht Spiele verpasst. Eine Saison hat mindestens 52 Spiele. Ich habe noch Zeit, meinen Platz im Team zu behaupten und mein Bestes zu geben.»

Dann regle sich auch die offene Vertragssituation. Und wenn es nicht klappt, dann eben nicht. Pestoni sagt es einfach so, ohne Wehmut, aber mit einer realistischen Einstellung. Er weiss, dass das Ende der Karriere näher ist als der Anfang, «die jungen Spieler sind mit 300 Stundenkilometern unterwegs und voller Energie. Wenn ich dabei bleiben will, muss ich alles geben». Ob er bereit sei, mit Hockey aufzuhören? «Wenn ich nicht noch die Leidenschaft und die Spiellust spüren würde, hätte ich mich nicht durch die letzten Wochen gekämpft.» Also nein. Aber ihm ist bewusst, dass die Zukunft von seiner Leistung auf dem Eis abhängt.

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National League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
ZSC Lions
ZSC Lions
10
18
27
2
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
11
4
21
3
SCL Tigers
SCL Tigers
11
7
19
4
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
11
9
18
5
HC Ajoie
HC Ajoie
11
-3
16
6
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
10
-6
15
7
HC Lugano
HC Lugano
10
3
15
8
Lausanne HC
Lausanne HC
11
-4
15
9
SC Bern
SC Bern
9
1
14
10
EV Zug
EV Zug
7
10
13
11
HC Davos
HC Davos
11
-4
13
12
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
11
-14
11
13
EHC Biel
EHC Biel
10
-4
10
14
EHC Kloten
EHC Kloten
11
-17
9
Playoffs
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